Klassische
Cameras meiner Sammlung
Some of my classical VOIGTLANDER cameras *)
(c) Photos und Texte by Frank Mechelhoff
update 13. Aug. 2005
Die Konkurrenz: ZEISS Super Ikonta
Die Krönung:
BESSA-II mit Color-Heliar
Der Vorgänger: Bessa
Messucher von 1938
Das Heliar-Objektiv (klassische
Konstruktion)
Das Apo-Lanthar
zu den neuen BESSA Cameras und
Objektiven
*)
English pronunciation something similar to "Foit-lander": For you I try
to avoid German "Ä" at least in headlines - "Ä" means
"AE"- but isn't the same in writing if a name. Sorry folks
:-)
Sorry,
it starts German here... he he
Die Konkurrenz aus Dresden: Super-Ikonta
Die Konkurrenz zu Voigtländer, etwas "altmodischer" vom
Äusseren, 1 Blendenstufe langsamer, aber technisch-konstruktiv
(Klappmechanismus) vielleicht solider: Die ZEISS-IKON
"Meßsucher-Ikonta" genannt Super wegen des 6x9
Bildformats. Das Tessar hat Frontlinsenverstellung (optimiert auf
mittlere Entfernungen), die hochklappbare Linse links neben dem
Compur-Rapid Verschluß hat einen Drehmechanismus und ist
Bestandteil des gekuppelten Meßsuchers, der hier nicht mit
drehbaren Prismen funktioniert. Eigenartig, aber funktionell - nur wenn
man vergisst ihn hochzuklappen gibt's kein Meßbild.
Das Tessar war das Spitzenobjektiv für die Ikonta - obwohl ZEISS
die Vergütung 1935 erfand, rüsteten sie die
Mittelformatcameras bis Kriegsende nicht damit aus.. vielleicht war die
Kundschaft der Faltkameras zu altmodisch und konservativ um den Nutzen
einzusehen... dann waren die Faltcameras
aber auch ausgesprochene S/W-Cameras. Dazu eignen sie sich auch heute
noch
ganz vorzüglich. Was nicht heisst dass man mit ihnen keine
Farbfilme
belichten kann. Auch mit den unvergüteten Linsen.
VOIGTLÄNDER
BESSA II mit COLOR-HELIAR 3.5/10,5cm
Obwohl als "Faltkamera" geführt, ist es eigentlich eine der
kleinsten echten Laufbodenkameras (6x9 Rollfilmformat) - wenn
man von der fehlenden Shift-Möglichkeit der Frontstandarte und
Mattscheibe absieht... Im Unterschied zu fast allen anderen Faltkameras
(von denen es auch keine einzige mit 5-linsigem Objektiv gab) bewegt
sich hier beim Fokussieren das gesamte Objektiv
auf der Standarte vor und zurück, was eine viel ausgefeiltere
Konstruktion erfordert.
Aber damit fiel der Nachteil der Frontlinsenverstellung weg,
nämlich die eingeschränkte Korrektur der Abbildungsfehler im
Unendlich- und Nahbereich bei sonst allen Faltkameras.
Wie bei einer kleinen Linhof, bloß kompakter...
Dieses war das letzte Modell der Bessa-Serie, sozusagen
die Krönung einer dreißig Jahre dauernden Erfolgsgeschichte.
Die ambitionierten Amateure und Profis
gaben sich jetzt immer mehr mit Kleinbild/ 35mm zufrieden und
Voigtländer gab das 6x6 und 6x9 Format auf. Leica's Slogan
"Kleines Negativ, großes Bild" trug jetzt Früchte.
Damals vergösserte man bei "normalen Fotos" nicht so stark.
Bei wirklich großen Vergrößerungen (ab 10-fach) ist
Mittel- oder Großformat noch immer unübertroffen.
Die Bessa-II gilt noch immer als "landschaftsbilder-tauglich", dabei
überaus kompakt und transportabel (unter 1kg)
Als Hauptnachteil in der Praxis (wahrscheinlich schon damals) gilt die
empfindliche, leichte Konstruktion und der Klappmechanismus, die keine
zehntelmillimetergenaue Ausrichtung des Objektivs auf die
Filmebene zulassen, wie das die hochwertigen Objektive eigentlich
erfordern... und bei Kleinbild-Messucher- und Spiegelreflexcameras
selbstverständlich verwirklicht ist. Daher auch die ständige
Empfehlung auf mindestens f/8 abzublenden... was von den Objektiven her
vielleicht gar nicht immer nötig war.
Desweiteren ist die Handhabung, sagen wir,
gewöhnungsbedürftig. Bei Blick durch die winzige
Sucheröffnung sehen Brillenträger höchstens die
Hälfte des Formats. Ca. 1/4 bis 1/3 des Felds
ist sowieso durch den Balgen verdeckt - und die Übereinstimmung
Sucherbild-Negativ ist auch nur so ungefähr. Wenn man dann
fotografieren will, gilt
es:
- Ausklappen des Objektivs
- Vorspulen zum nächsten Bild mit dem
großen Rad oben rechts. Dies ist schon ein Komfort-Fortschritt
zur Rändelschraube der Vorkriegsmodelle. Dabei das "Rotfenster"
in der Rückwand öffnen und auf die Filmmarkierungen
(Bildnummern) achten. Sie haben schon richtig geraten, dabei fällt
Licht durch
die Camera-Rückwand! Acht Bilder passen auf einen 120er Rollfim.
Bei manchen Filmen gibt es keine "Warn-Markierungen", da erscheinen die
Bildnummern ganz unvermittelt plötzlich und leicht hat man zu weit
gespult (rückwärts geht nicht)! Das Rotfenster niemals in die
pralle Sonne halten (Licht kann durch das Papier auf den Film
durchleuchten,
besonders bei Farbfilm) und sofort danach wieder schliessen. Gleich
nach
der Aufnahme weiterzuspulen ist nicht empfehlenswert, weil
längere
Lagerung mit gespannten Film diesen durchbiegt -6x9cm, da ist
Filmplanlage
kritischer als bei Kleinbildfilm!
- Belichtungsmessung mit
Handbelichtungsmesser durchführen und überlegen welche
Verschlußzeit und Blende man verwendet. Beides vorn am Objektiv
einstellen.Obwohl diese Kamera eigentlich nicht schwer ist: Glauben Sie
nicht dass sie eine 1/50s aus der Hand halten können! Glauben Sie
nicht dass mit einer Blende unter f/8 die Bilder wirklich scharf sind
- Verschluß spannen (das gezackte
Rädchen vorne am Objektiv) - diese beiden Schritte nicht in der
umgekehrten Reihenfolge, besonders wenn man die stärker gespannte
schnellste
Verschlußzeit verwenden will.Wenn Sie diese Schritte nicht
diszipliniert
immer in der gleichen Reihenfolge durchführen, sind Doppelte oder
leere Bilder die zwangsläufige Folge. Spannen Sie den
Verschluß
kurz vor der Aufnahme und lagern Sie die Camera nicht mit gespannten
Verschluß
- alte Verschlüsse mögen so etwas nicht besonders!
- Scharfstellen mit dem großen, sanft
gleitenden Rad links oben und Kontrolle im Meßsucher. Wenn dieser
korrekt justiert ist, ist dies LEICA-mäßig bequem
- Auslösen mit dem Hebelchen in
der Seitentür die im eingeklappten Zustand das Objektiv
schützt
mit dem linken Zeigefinder. Dabei aufpassen dass kein Finger der
rechten
Hand nahe beim Verschluß ist (das Rädchen kommt herum) Es
empfiehlt sich aber, die rechte Seite des Objektivs (hinter dem
Verschluß) mit Gefühl leicht nach vorn zu drücken, weil
der Mechanismus
i.A. die Objektive nicht perfekt parallel zum Film ausgerichtet halten
kann. Wenn man diesen Schritt unterlässt, ist häufig -
besonders bei größeren Blenden - eine Bildhälfte
schärfer als
die andere. 1950 hat man das nicht ganz so kritisch gesehen wie heute,
da
man die Bilder meistens in Originalgröße 6x9 abgezogen
hat...
aber heute erwartet man Schärfe bei 10x und stärkeren
Vergrößerungen!
- Vor dem Wiedereinklappen des Objektivs -
entriegeln mittels des großen Knopfs an der Standarte - den Fokus
auf unendlich stellen. Ansonsten kann etwas verklemmen, oder es zu
Schäden kommen!
Tja, so war das damals als diese Cameras
neu waren, vor 50 Jahren oder früher... freuen Sie sich dass Sie
inzwischen Farbfilm mit 200 oder 400 ASA bekommen können anstatt
mit 25, und in den meisten Fällen aus der Hand fotografieren
können!
Bessa-II mit Heliar (volles Format 56x86mm - scharf bis in
die Ecken)
Bessa Messucher von
1938
Für diejenigen die schwarz bevorzugen..Voigtländer
Bessa Rangefinder 1938... das Vorgängermodell der Bessa-II,
noch mit unvergütetem Objektiv und getrenntem Meßsucher.
Tolles "Art-Deco" Style...
2001 baute Cosina/ Voigtländer das klassische Heliar als
Kleinbildobjektiv mit moderner Vergütung nach (als 3.5/50mm
für die Bessa-T in limitierter Auflage) und die
Abbildungsqualität wurde in amerikanischen Tests als hervorragend
bewertet, vergleichbar mit den besten Standardobjektiven wie Leica
Summicron.
Noch ein Heliar, purpur vergütet anstatt blau wie sonst
üblich (mehrschicht?) als Großbildobjektiv
(Linhof). Obwohl seinerzeit als 6x9 Objektiv angegeben zeichnet es
auch größere Formate aus (knapp 4x5 inch) ohne
Verstellreserve.
Zum Fokussieren verwendet man f/3.5 und blendet bei der Aufnahme dann
auf f/8 oder f/11 ab.
zu den neuen Voigtländer BESSA
Cameras
zur Canon Rangefinder Sammlung
meine Bilder mit diesen Cameras
zurück zur Camera Hauptseite