minolta
SR-1 (1962)
(c) Frank Mechelhoff
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NEU 30. Aug. 2005
1959 baut Minolta - bisher Produzent recht guter Messsuchercameras
im Leica M39-Schraubanschluss - seine erste Spiegelreflexcamera (SLR).
Genauer gesagt gleich zwei - die etwas teurere SR-2 und eine um die 1/1000s
abgespeckte Variante SR-1. Die Preise in den USA 1959 (in Deutschland waren
sie damals noch nicht erhältlich)
Minolta SR-1 mit 2.0/53mm: 175 USD
Minolta SR-1 mit 1.8/55mm: 250 USD
Zum Vergleich: die Asahi-Pentax S kostete 195 USD, die Deutsche Zeiss-Ikon
Contaflex-I 150 USD.
Minolta war also kein Billigprodukt. Was bot diese Camera besonderes für
den Preis:
sie war eine der ersten Cameras mit festem
Pentaprisma (helles Sucherbild mit Fresnellringen und Mattscheibenfleck
in der Mitte) und Schlitzverschluss
Automatischer Rückschwingspiegel
Objektivbajonett für schnellen Objektivwechsel
(hervorragend kompatibel auch für spätere MC- und MD-Rokkore)
Verschlusszeitenrad dreht sich nicht mit beim
Auslösen (anders als zB.B. noch bei Pentax), kein separates "slow
speed dial", "moderne" arithmetische Verschlußzeitenteilung 1, 1/2,
1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250, 1/500, (1/1000)
Vollautomatische Springblende mit Abblendtaste
am Objektiv
Automatisch rückstellendes modernes Bildzählwerk
lichtstarke Objektive (bloß ein Hersteller,
Pentax, hatte ebenfalls ein f/1.8 Standardobjektiv im Programm)
Sie meinen das sind alles Selbstverständlichkeiten?
Heute ja. Wenn wir uns daran gewöhnt haben, dann liegt das an Cameras
wie der Minolta SR-1/2. Damals waren sie keineswegs selbstverständlich
bei SLRs. Auch das Design der Camera ist für die damalige Zeit neu
und modern. Der Look prägte MINOLTA noch Jahrzehnte - ebenso wie die
"Ur-Pentax" das Pentax-Design für 25 Jahre prägte. Es wirkte aber
weit über diese Marken hinaus: Die Pentax und die Minolta gaben der
SLR ihr modernes Geischt!
Die abgebildete Camera ist ca. von 1962. Damals gab es noch keine TTL-Belichtungsmessung
und die Hersteller boten Aufsteckbelichtungsmesser an, die fürs heutige
Empfinden recht merkwürdig wirken.
Minolta's SR-Meter-2 ist ein moderner, batteriebetriebener
CdS-Belichtungsmesser (PX-625-Batterie; funktioniert auch mit den neueren).
Er ist mit dem Verschlußzeitenring gekoppelt, besitzt zwei Meßbereiche
(Hell, Dunkel), Batterietest und Aus-Stellung. Pentax bietet für die
S1-S3 eine ähnliche Lösung auf dem Prisma - etwas eleganter. Aber
die Minolta bietet einen Blitzschuh!
Ohne Belichtungsmesser wirkt die Pentax etwas zierlicher. Auch ihre Obvjektive
sind kompakter und leichter (Filter 49mm, Minolta fette 55mm).
Gewichtsvergleich
Minolta SR-1
Pentax S3
Camera
690g
586g
1.8/55mm Objektiv
270g
212g
Aufsteckebelichtungsmesser
96g
112g
Die Minolta hat Zubehörschuh, den besseren Objektivanschluss und das
bessere Bildzählwerk
moderne Bedienungselemente an der Minolta
SR-1
Fazit: Die Minolta SR-1/ SR-2 war ein großer Wurf: Die erste SLR
des japanischen Herstellers, und gleich eine der fortgeschrittensten SLRs
auf dem Markt! Sie war technisch in manchen Punkten sogar besser oder einen
Tick schneller am Markt als der SLR-Pionier Pentax. Der Verkauf, besonders
im Profi-Segment, litt stets unter dem weniger umfangreichen Objektiv-und
Zubehörprogramm weshalb Minolat immer die "Amateur-Marke" blieb.
Verarbeitung: Das Finish der Camera ist gut. Das höhere Gewicht, verglichen
mit der Pentax, ist aber nicht mit einem zusätzlichen "Soliditätsgefühl"
verbunden - eher im Gegenteil. Immerhin: Der Verschluss läuft nach über
40 Jahren besser als die meisten alten Pentaxe dieser Zeit. Selbst die langen
Zeiten kommen präzise. Das Objektiv bietet aber nicht das bekannt "seidenweiche"
Handling der frühen Pentax-Objektive.