taunusreiter TAUNUSREITER
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LKWs

Schwerverkehr rast durch den Taunus

Wer kennt sie nicht, die vierachsigen Kipper der Fa. Sönke Mohr und anderer Baufirmen, die mit Höchstgeschwindigkeit, Tempo 80 und mehr, durch die Nebenstraßen des Taunus brettern, hinter sich eine Schlange von Autos. Wer, der nicht 300PS hat, traut sich noch die zu überholen, deren Fahrer kein Milimeter vom Gas gehen wenn sie überholt werden, eher im Gegenteil, noch erst recht feste drauftreten, ein schlimmer Verstoß gegen §5 (6) STVO übrigens? Sie schämen sich nicht, sondern drucken die Namen ihrer Besitzer noch fett auf die LKWs, so werden sie zu Synonymen der Verkehrsbehinderung und - gefährdung.

Ist Ihnen schonmal auf der 4m breiten Weiltalstraße nach einer Kurve einer dieser 40 Tonnen schweren, doppellenkerachsigen Kolosse halb auf der Gegenverkehrsspur mit Schräglage entgegen gekommen, dessen eifriger Pilot nach dieser Fahrweise sein Gefährt wohl nicht so ganz von einem Golf GTI unterscheiden kann?

Sie sind der Schrecken der übrigen Verkehrsteilnehmer und machen die Durchfahrtsstraßen unserer Taunusdörfer  nahezu unbewohnbar und gefährlich. Die Umwelt, die Straßen, die Häuser in den Ortsdurchfahrten (oft 1m neben der Straßen) nehmen durch sie Schaden.

Und wer kommt für die Schäden auf? Der einzelne Hausbesitzer, auf lange Sicht, oder im Falle der Straßen, die Steuerzahler.

Im Falle der Autobahnen ist bekannt, dass ein einzelner Schwerlast-LKW die Straßen ebenso schädigt wie 160.000 PKW.

Früher gab es Lastwagen im Taunus zwar auch schon, aber sie fuhren weniger schnell und vor allem weniger weit. Niemand fuhr Sand, Kies und Schutt vom Hintertaunus bis ins Rhein-Main-Gebiet, oder machte ähnlich schwachsinnige Transporte. Heute scheinen sich solche Fahrten zu lohnen: Zumindest für die Unternehmer. Die Umwelt und die Allgemeinheit tragen ja die wirklichen Kosten.

Hinzu kommen noch die Mautpreller. Heutzutage hat ja jeder ein NAVI, und "Route ohne Autobahnstrecken berechnen" findet auch jeder. Und da fährt man dann. Leider ist es ja hier nicht wie im Sauerland, wo im Navi eingetragene Straßen manchmal auch Feldwege sind, und der Fahrer an der ersten scharfen Wendung hängen bleiben, entsprechend Zeit verliert, und das dann hoffentlich nie wieder macht. Und da die heutigen LKWs alle 500PS haben und nicht mehr nur 150, kommen sie auch erstaunlich schnell über den Sandplacken, und müssen nicht mehr außen herum fahren wie das vor 15 Jahren noch üblich war. Aber wie sehen die Straßen jetzt aus??

Und was machen die Behörden? Anstatt mehr Straßen für Schwer-LKWs zu sperren, machen sie noch welche für sie auf. z.B. die Bergstraße von Oberems zur Kittelhütte-Seelenberg/ Reifenberg, die früher auf 12t limitiert war (außer Linienbusse) und jetzt (2007), nachdem man sie, nach 20 Jahren, auf einen passablen Oberflächenzustand gebracht und die Bankette um 1m verbreitert hat, nimmt man das "Gesperrt für LKW" Schild weg! Und nun kommen in der Haarnadelkurve den Auto- und Motorradfahrern lustig die Sattelschlepper auf der Gegenverkehrsspur entgegen, und man fragt sich: Was suchen die hier, haben die sich verfahren?

Was sollte man stattdessen tun?
WER? Das Land Hessen, der Hochtaunus-, Main-Taunus- und Rheingau-Taunus-Kreis

  1. Alle Taunuspässe, mit Ausnahme der Bundesstraßen B8 (Königsteiner Kreisel), B 456 (Saalburg), B417 (Platte) für LKW über 12t sperren

  2. Weiltalstraße ab Winden südwärts (mit Ausnahme des Bereichs Landsteiner Mühle, B275) für LKW über 12t sperren

  3. Verkehrslenkung für Brummis auf die nächste Autobahn, keine "Überlandtouren". Verkehrswegeplanung für LKWs nach der Regel: keine Nord-Süd-Verbindung zulassen zwischen der A3 und A5, keine Ost-West-Verbindung zulassen außer der B275 und B49.

  4. Kameraüberwachung bekannter "Mautprellerstrecken" wie z.B. Umgehung der Ecke Idstein-Wiesbadener Kreuz-Wiesbaden über Eschenhahn-Neuhof, oder Naurod (B455) - zu Lasten der Anwohner - Hinweisschild an der 2008 neugebauten Autobahnzufahrt Idstein Richtung Süden, und automatisierte Bußgeldverfahren

  5. Unterbindung (Verbot und Kontrolle w.o.) der direkten Durchfahrt zwischen der B455 Autobahnende A661 Oberursel zur A3 (Abfahrt Niedernhausen) für LKWs über 15t

  6. Verpflichtung für LKWs auf der nächsten Haltebucht den PKW-Verkehr vorbeizulassen, sobald sich eine Schlange von mindestens 3 PKWs hinter ihnen gebildet hat

  7. Tempolimit für Kleintransporter bis 3.5t: Tempo 80 auf Landstraßen, 110 auf Autobahnen. Das sicherheitswidrige Gerase und die den PKW-Verkehr behindernde Zunahme des Fernverkehrs dieser Fahrzeuge, die meist von übermüdeteten unausgebildeten Fahrern gesteuert werden, muß baldmöglichst ein Ende finden. Regelmäßige und fühlbare Polizeikontrollen für Bremsen und Beladung solcher Fahrzeuge.

  8. Regelmässige Kontrolle der einschlägig bekannten Firmen mit 5 oder mehr Baustellen-LKW über 32t und mehr auf Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten (Tachoscheiben), Verpflichtung zur Führung im Internetch einsehbarer Bücher über gefahrene Strecken um Bauschäden an Gebäuden und Straßen gegebenenfalls zuordnen zu können

  9. Anstatt kaputtgefahrene Straßen mit Tempo-60-Schildern zu pflastern, oder mit doppelten Leitplanen einzuzäunen damit keiner hinausfällt (wie seit 2007 auf der Kanonenstraße zwischen Oberursel und Schmitten), diese gefälligst sanieren! Nicht bloß die Motorradfahrer sagen Danke!

  10. Umbau der dreispurigen Pendler-Einfallstraßen über die Taunuspässe Saalburg und Platte/Wiesbaden auf variable Mittelspur zur besseren Ausnutzung der Verkehrswege mit elektronischen "Frei/ Gesperrt" Zeichen, wie von den sogenannten "intelligenten Verkehrsleitsystemen" auf Autobahnen seit langem bekannt. Selbst Fahrer die sich nicht mehr auf Autobahnen trauen sollten sich an so etwas gewöhnen können, das es in anderen Bundesländern selbstverständlich gibt wo die Autofahrer auch nicht dümmer sind. Über die Saalburg gab es eine solche Lösung (ohne die Hinweistafeln) schon einmal bis ca. 1981, und wurde dann auf die jetzige unflexible 2/1 spurige Lösung umgebaut

  11. Falls Wiesbaden an eine "Smog-Sperre" denkt: schon mal drüber nachdenken wo man in Neuhof und Naurod Flächen für Parkplätze (Park& Ride) herbekommt, und wie man eine um 5x erhöhte Zahl öffentlicher Verkehrsmittelbenutzer nach Wiesbaden schafft. Bahnmodernisierung von Naurod oder besser von Idstein, Reaktivierung der Bahnstrecke über die Eiserne Hand und Ausbau bis ans östliche Ende von Neuhof/B417 stehen seit Jahren auf der Forderungsliste für einen zeitgemäßen Ausbau des ÖPNV und wurden doch seit Jahren verschlampt; so fehlen jetzt leider die Grundbedingungen eine Fahrverbote in Kraft zu setzen, nämlich eine Alternativmöglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu kommen. Für den Raum Frankfurt gibt es erfreulicherweise etwas besser geeignete P&R Bahnanschlüsse aus dem Norden

Fällt Ihnen selbst noch etwas dazu ein??


Bis dahin: "Fahrweise okay"?

Rufen Sie die Telefonnummer des Chefs des Lasterfahrers vor Ihnen an, der sie nicht vorbeilässt. Sagen Sie ihm dass es nicht okay ist, von seinem Angestellten behindert oder gefährdet zu werden, und dass sie Firmen über deren Dienstfahrzeuge sie sich alle Wochen ärgern, als privater Auftraggeber nicht berücksichtigen können.


Demnächst

Demnächst wird es hier ein Forum geben wo man sich tüchtig über den Verkehr im und rund um den Taunus und die größten Verkehrsbehinderer auslassen, und aufregen kann. Vielleicht tun ja dann die Schnarchnasen, Berufsverzögerer und Sich-Nicht-für-Zuständig-Erklärer aus Politik und Verwaltung etwas -- damit es für diejenigen besser wird, die halt leider noch arbeiten gehen/fahren müssen um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, die Wirtschaft anzukurbeln - und vor allem, die 90% der (Steuer-) Last tragen unser Gemeinwesen am Leben zu erhalten, aber deren Interessen zu weniger als 10% berücksichtigt werden in allen politischen Fragen..



Quelle des Bildes im Titel, und ein interessanter Link zum Straßenbau: http://www.asphalt.de/site/startseite/technik/bautechnik/4_standardisierung_des_oberbaus/

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