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TAUNUSREITER |
EXTERNSTEINE-RITT August 2003 (10 Tage)Mal wieder ein
kurzfristig anberaumter Urlaub. Letzten
Samstag habe ich noch Natascha beschlagen: Profileisen mit 4
Vidiastiften; bei den Vordereisen sind die Zehenstifte schon
herausgefallen, stattdessen habe ich jetzt 4 Vidianägel eingeschlagen).
Isa will nun doch mitkommen und bekommt den kleinen Alex. Ich bin mir
ziemlich sicher dass der alte Bursche noch mithalten wird, obwohl er
nicht gerade häufig geritten wird (1x alle 2 Wochen im Schnitt). Er ist
jetzt 29 und seit mindestens 8 Jahren nicht mehr beschlagen worden,
aber vorsichtshalber packe ich Eisen für ihn ein. Die ausgesuchte
Strecke ist nicht sehr bergig, insbesondere der Anfang. Das ist
wichtig. Wenn es dem alten Knaben zu steil wird werden wir eben zu Fuß
gehen. Das Ziel ist Nordhessen,
der Eggeweg und die Externsteine auf
alten Pfaden zu erkunden („Sachsenroute“), mit Betonung keltischer,
germanischer und vorchristlicher Siedlungsplätze und Kraft-Orte. Da
gibt es einiges zu sehen auf dem Weg. Mit der frühmittelalterlichen und
älteren Geschichte Hessens beschäftige ich mich schon seit fast 20
Jahren, und da gibt es einige Stellen die man supergut mit dem Pferd
anreiten kann. Einige davon habe ich noch nie besucht. Es wird also
eigentlich höchste Zeit.... Es sind leider nicht
alle Karten erhältlich die ich haben
will
(1:50.000er Wanderkarten). Deswegen habe ich einige ältere mit die
bereits
am ersten Nordhessenritt 1986 Dienst getan haben. Allzuviel wird sich
hoffentlich nicht verändert haben. Vom Burgwald nehme ich die
1:25.000er
Karte mit die auf einigen Trekkingritten in Simtshausen auch schon vor
über 10 Jahren ihren
Dienst getan hat. In dieser Gegend braucht man die genausten Karten.
Aber dort werden wir erst auf dem Rückweg vorbeikommen. Die Ausrüstung ist fast
wie immer: Natascha bekommt den
Militärsattel Gr. 2 den ich vor einigen Monaten einem Reiter aus
der Zeppelinstadt Friedrichtshafen abgekauft habe, mit den
Originalpacktaschen für vorne (mit Überwurf) und den angefertigten
grossen Taschen für hinten. Ich habe viel
Platz, trotz all der eingepackten Lebensmittel! Sogar das
Laufseil kann ich mit in die Tasche stecken – das gab’s noch nie! Als
Sattelunterlage dient mein grüner BW-Woilach.
Schafsfell-Sattelgurtschoner und Schweifriemen müssen leider sein wegen
der leidigen Gefahr für Gurtscheuerstellen bei Natascha. Alex braucht
sowas nicht; er hatte damit noch nie Probleme. Er wird mit dem
Gardian-Sattel laufen mit den dazu passenden kleineren Taschen, braunem
Woilach und Kodel-Pad. Beide Pferde bekommen noch Futtersäcke mit der
Haferration für 2 Tage, die nach vorn gepackt werden. Wir werden die
Schlafsäcke auf die Decken legen.
Schlafsackunterlagen fressen Gewicht und Packmaß, bisher ist der August
äusserst warm und sonnig, und es sieht nach einer stabilen Wetterlage
für die nächsten 1 1/2 Wochen aus... Ich packe den ganzen
Abend, wie üblich bei einem langen Ritt.
Ist nichts vergessen? Dieses Magenkribbeln vor dem Aufbruch, ein
herrliches und lange entbehrtes Gefühl! Die Nacht vor dem Aufbruch kann
ich kaum schlafen vor
Erwartung...
7. August (Do) Morgens Pferde geholt
und Ligeira auf eine neue
Koppel umgestellt, damit sie gutes zu
fressen
hat wenn die Freunde schon weggehen.
Sie lässt sich sehr ungern von den anderen wegbringen, aber wie immer
lässt sie sich gut zureden und macht worum ich sie bitte. Nachdem ich
ihr versprochen habe ihre Freunde gesund wiederzubringen ist sie ruhig
als ich mich verabschiede. Sie ist schon immer ein starker Charakter
gewesen und ich wünschte sie wäre noch gesund genug um sie mitzunehmen. Ich fahre zuerst nach Riedelbach, wo Isa ihr Zeug mit einlädt. Um 11.00 Abfahrt mit Alex u. Natascha im Hänger, Richtung Homberg/Ohm A5 - diese wird im Alsfelder Land ausgebaut, deswegen viele Baustellen. Trotzdem ist sie mir heute lieber als die B49. Später auf der Landstrasse bemerke ich dass einer der Zwillingsreifen des Hängers platt ist (der Pneumant). Vielleicht schon länger, man merkt das nicht immer gleich. Reifenwechsel in ca. 20 Minuten auf einer Feldwegeinfahrt (die Pferde bleiben drin). So insgesamt 1:20 Std. Fahrt für 95 km Anfahrt. Man müsste mit mindestens 2 Tagen reiten kalkulieren bis hierher, oder 5 Tage mit Hin- und Rückweg. Solange habe ich leider nicht Urlaub, und das wäre vielleicht auch für Alex zuviel. Auf der Amöneburg suchen wir einen Parkplatz und Startort. Ich halte unterhalb der Altstadt auf einem grösseren Parkplatz unter alten Eichen mit herrlichem Panorama aufs Marburger Land. Start 14.00, Wetter sonnig, wolkenlos und heiss. Wir sitzen erstmal nicht auf sondern führen die erste Viertelstunde, durch die Altstadt von Amöneburg den Berg hinab bis zur Brückenmühle. Dann zu Pferde: Ein kurzes Stück fester Feldweg, und wir kommen auf einen niedrigen Höhenrücken durch den ersten kühlen Wald. Die erste Ortschaft ist Niederklein. Dann durch den Stadtallendorfer Wald, ein großes Waldgebiet dicht entlang des großen Militärgeländes - sehr trocken und warm.. Um 16.15 die erste Pause
am Straßenübergang Wasserscheide
Rhein-Weser. Wir lassen die Pferde im Schatten schönes Gras fressen bis
17.00. Alex' Sattel ist verrutscht und muss nachgesattelt werden – er
ist noch zu fett – das passiert heute mehrmals. In Speckswinkel, dem zweiten Ortsdurchgang, gibt’s keinen Brunnen und der Lebensmittelmarkt ist schon um 17.40 geschlossen - kein Wasser mehr in den Trinkflaschen und wir hätten so gern eine kühle Cola! Wir reiten noch ein Stückchen weiter in ein Waldgebiet, dann reicht es für den ersten Tag. Um 18.30 beenden wir den Ritt in einem schmalen Wiesengrund im Wald mit einem sehr kleinen kühlen Bach (anstatt Cola), aber lauter Hochsitzen. Ein kurzer leichter Gewitterregen geht noch nieder, kann unsere Campingstimmung aber nicht beeinträchtigen. Wir spannen 2 Ponchos zusammen als Zelt. Nachdem der Regen vorbei ist tröpfelt es noch ausdauernd von den Bäumen herunter, aber es bleibt warm. Wir essen Steaks mit Kartoffelbrei zu Abend. Natascha beginnt
Spielchen mit mir zu spielen, will sich
nicht fangen lassen und wird deshalb ans lange Seil gebunden. Alex wird
mit den zwei kürzeren Stricken grasen gelassen. Sobald sich das gelegt
hat, werden wir nur noch 1 Pferd pro Nacht anbinden, das zweite kann
dann frei fressen. Link zur Strecke (1.Tag - 27,2 km - 3:45 Reitzeit) 8. August (Fr) Um 6.00 wird
aufgestanden und Kaffee gekocht. Keine Zeit zu
trödeln denn morgens ist im August die beste Zeit zu reiten und Strecke
zu machen. Um 8.00 Abritt aus dem schönen Tal. Die Luft ist angenehm
und nicht zu warm. Wir reiten das kurze Stück zurück auf die Höhe,
bleiben auf der Wasserscheide, es geht um Itzenhain herum. Herrlicher
Morgen. Um Gilserberg herum Hochebene, gute Wege zum Traben und schöne
Aussicht zum Kellerwald. Da müssen wir heute noch drüber! Pause an Burgruine Schönstein 9.30-9.50 (fressen lassen), dann hinab ins sehr schöne Gilsatal das ich bereits von einem Distanzritt 1996 (mit Ligeira) kenne. In Densberg verlassen wir das Tal und steigen zur Höhe hinauf. Es beginnt heiss zu werden, die Wege sind teils geschottert und ohne Schatten. Der letzte Teil des Anstiegs ist steil und wird geführt. Den Gipfel des Kellerwalds, Wüstegarten, ereichen wir um 11:00 und verschnaufen 5 Minuten. Auch der weitere Weg ist schmal und holprig, wir laufen zu Fuß weiter und ich verliere meine Mundharmonika aus der Tasche - weit kann sie nicht sein, 1/2 Std. reite ich zurück und lasse Alex und Isa ausruhen – im hohen Gras finde ich sie wieder. Der Höhenweg ist dann wenigstens schön zu reiten. Aber sehr warm, und es gibt keine Quellen im Bergwald. Wir führen bergab nach Bergfreiheit. Die eingetragenen Wanderwege stimmen nicht; wir reiten einen ungeplanten Umweg. Am Ortseingang ist eine bequeme Furt: ausführliches Tränken und Abschwämmen der Pferde. Pause am schattigen Bach oberhalb des Orts von 13.30-15.35. Die Pferde fressen, wir ziehen die Wanderschuhe aus, halten die Füsse ins Wasser und haben fast gar keine Lust mehr wieder loszureiten. Schöner Wanderweg nach
Braunau (Alte Siegener Landstrasse).
Dort gibt leider keinen Laden obwohl ich einige Sachen, wie Brot, gern
für morgen einkaufen würde. Etwas ausserhalb im Feld Braunauer Warte,
Turm ohne Zugang oder Treppe, deswegen bleiben wir auch nicht länger.
Dann sehr schöner (Natur-) Wanderweg durch den Hinterwald. Ins Tal bei
Rothelmshausen wird geführt: Natascha läuft schlampig und knickt hinten
häufig weg. Da gibt's schon mal einen Klaps mit der Gerte. Oberhalb des Orts
Wassertretstelle wo wir tränken und
abschwämmen. Die Sonne lässt endlich etwas nach. Um 18.00 erreichen wir
die Büraburg, eine ehemalige Festung aus der LaTene- und
Völkerwanderungszeit. Höchst wahrscheinlich war der Platz schon bei den
Germanen ein Heiligtum, und Theorien zufolge hat die hier Donareiche gestanden.
Seit
der Bonifatiuszeit bestehende, kleine romanischer Kapelle und Friedhof.
Es gibt einen mannshohen Ziehbrunnen mit herrlich frischem eiskalten
Wasser, wo wir unsere Pferde
tränken und, als wir allein sind, unsere verschwitzten Körper
gegenseitig mit den Giesskannen abduschen. Herrlich! Am Abend bleibt es
trocken. Unser Biwakplatz liegt einige 100m
entfernt unterhalb des Friedhof an einer Hecke auf den weitläufigen
Wiesen der Büraburg. Ein herrlicher Platz!
Link zur Strecke (2.Tag - 44,2 km - 7:30 Reitzeit) 9. August (Sa) Wieder stehen wir auf, sobald es hell wird, packen zusammen und führen um 7.40 die Pferde hinab ins Edertal, überqueren die Bundesstrasse, reiten um die Fischweiher herum (Brücke mit Reitverbot!) und einen schönen schmalen Weg an der Eder entlang direkt bis ins Zentrum von Fritzlar. Schöne Altstadt u. Dom etwas erhöht auf einem Hügel gelegen. Um 8.15 kaufen wir ein
an der Hauptstrasse in der Neustadt.
Dann geht es weiter nach Geismar, wo vermutlich das germanische
Heiligtum Donareiche stand die Bonifatius fällte. Weiter geht’s auf dem
Wanderweg „E“ (Bonifatiusweg) auf die waldige Höhe zwischen Eder und
Elbe. An der Johanniskirche und der neugepflanzten
„Donareiche“ vorbei - ein unscheinbarer Jungbaum. Der Haupttheorie
zufolge stand die Donareiche hier. Der Platz ist aber ebenfalls
vergleichsweise unscheinbar, und hat nicht die Ausstrahlung der Büraburg 10.10-10.35 Pause an den Dreiherrensteinen. Die Pferde sind bereits sehr müde vom Traben in der Hitze und pumpen viel. Der Höhenweg ist meist unbefestigt und hervorragend zu reiten (wird teilweise anscheinend zur Fuchsjagd benutzt) Zur Pause will ich an einen Bach und wir reiten daher die Höhe hinab. Von 13.15-17.00 satteln wir ab im Langen Rod vor Freienhagen. Es herrscht drückende Hitze. Wir liegen halb im Gebüsch – Hauptsache Schatten für die Reiter und die Pferde. Sollen wir wirklich noch weiterreiten? Ich will noch weiter ins Twistetal. Morgen will ich Stadtwüstung Blankenrode erreichen, sonst schaffen wir’s übermorgen nicht bis zu den Externsteinen. Wir reiten flott weiter.
Lieber etwas Trab, da kühlt uns der
Wind, und bald wird es kühler werden. Der Höhenweg ist leicht hügelig. 18.15-30 Halt an der Kneipe Waldschmiede. 1 Liter Radler oder Cola für jeden. Isa ist schlapp. Ich tränke die Pferde. Alex säuft leider zu wenig und atmet schwer. Er ist hart an der Grenze. Wir müssen langsamer weiter. Nataschas Lammfell-Gurtschoner ist zerrissen, ich bin in Sorge weil links wie immer eine Scheuerstelle droht. Abstieg zu Fuss nach Braunsen ins Twistetal Badepause am Twistesee,
um 20.00, ca.15 Minuten, nahe einer
Wasserskianlage und kleiner Ferienhaussiedlung, trotzdem eine durchaus
eine
einsame Stelle. Wir haben natürlich keine Badesachen mit, aber wen
schert das? Natascha geht bis zu den Knien hinein, Alex verweigert. Die
Uferböschung ist ein wenig tief. Vorbei an Badeanlage und Kneipen.
Touristen die freundlich Guten Abend sagen, einige gucken uns auch
etwas merkwürdig an. Am Geruch kann es nicht liegen, wir sind frisch
gebadet. Wir reiten noch über eine kleine Anhöhe und machen um 20.45
Biwak im Aartal, nahe der Stadt Arolsen, auf einer grossen Kuhkoppel
mit viel Futter. Zwar nahe der Bundesstraße aber trotzdem ein
abgelegenes Eckchen. Link zur Strecke (3.Tag - 52 km - 7:40 Reitzeit) 10. August (So) Um der Hitze zu entgehen stehen wir heute schon um 5.15 auf. Abritt um 7.10. Jeden Tag etwas früher - wir werden langsam zu einem eingespielten Team..! Das Tal hinauf: Asphaltierte Militärstrasse des nahen Truppenübungsplatzes. In Arolsen ist ein großer Jahrmarkt oder Viehmarkt, und wir flanieren zu Pferde die malerische Stadtpromenade entlang (Graswege). Ein Genuss! Noch kaum jemand so früh morgens unterwegs. Dann verlassen wir die Stadt, reiten das Bicketal hinauf durch den Arolser Forst wieder auf den Höhenweg (Bonifatiuspfad). Der Wanderweg parallel zur Strasse existiert nicht wie eingetragen, stattdessen Hochsitze. Am Siebenbuchenberg wird der Wald schöner. Vesperpause nahe Buddelbuche 10.10-10.40 Dann führen wir ins
Orpetal (fester Weg) nordwärts. Vor dem
Aufstieg aufs Eggegebirge wo keine Ortschaften auf der Route liegen,
will ich Futter beschaffen. Am Hofgut Billinghausen bekommen wir guten
Schwarzhafer. Das ist äußerst wichtig für uns denn nach 2 1/2 Tagen
Reiten sind die Futtersack leer, den ich auf Natascha vorne mitführe.
Die Gutsbesitzerstochter ist äusserst nett. Beide Futtersäcke sind wieder voll, und wir bereit für neue Taten. Natascha bekommt morgens ca. 2kg, Alex 1kg (seit dem 3. Tag). Vor der Diemelbrücke zwei Baggerseen, erstaunlicherweise ohne Menschen, wir machen eine kurze Badepause und nutzen die einsame Stelle (ca.12.10-12.40) Dann unter der A44 hindurch und längerer Aufstieg zur Waldhöhe (ziemlich langer Asphaltweg) zur Stadtwüstung Blankenrode (mitten im Wald gelegen aus dem 14.Jh.) die wir um 13.30 erreichen. Sehr viel Gras gibt es hier nicht, aber wir machen trotzdem wie gestern schon eine längere Mittagspause, bis 17.00. Jemand vom Forstbetrieb Höxter kommt vorbei und ermahnt uns keine Feuer zu machen, ist aber sehr nett (höchste Waldbrandstufe überall) Wegen des Wassermangels müssen wir wieder ein Stück bergab um zu tränken (sehr schöner Platz im Tal am Hirschstall, herrlicher Eichenwald, Wasser und kleine Wiesen). Wieder hinauf. Kurzes Stück sehr steil, zur Nadel (Felspartie). Nun sind wir auf dem Eggeweg, der zuerst nach Westen führt und dann nach Norden abbiegt. Teils ist er zwar befestigt, aber sehr gut zu reiten und gut markiert. Hinter Kleinenberg
beginne ich einen Biwakplatz mit Wasser zu
suchen - aber erfolglos. Nur noch harte Wege, abgemähtes Gras und noch
mehr Hochsitze. Um ca. 20.40 beenden wir den Ritt ziemlich erschöpft
nahe Funkturm Lichtenauer Kreuz. Das war eine lange Etappe, aber
wenigstens können wir es morgen gut zu den Externsteinen schaffen.
Link zur Strecke (4.Tag - 54,3 km - 8:50 Reitzeit) 11.August (Mo) Um 4.00 bemerke ich dass
sich die Pferde losgemacht haben!
Ich alarmiere Isa und mache mich unverzüglich auf den Weg obwohl es
fast keine Spuren gibt. Nach langer
Suche (Fussmarsch) haben wir sie um 10.30 wieder. Es stellt sich heraus
dass sie den Wald gar nicht verlassen haben, etwa in ein Tal um Wasser
zu suchen, sondern in der Nähe
geblieben sind. Anscheinend haben sie trotzdem Wasser gefunden denn sie
sind gar nicht durstig. Ich hatte
sie im Feld gesucht, bin 25km marschiert und habe Blasen an den Füssen! Um 12.25 reiten wir endlich ab, es ist noch immer sehr sonnig aber es geht etwas Wind. Selten schöner unbefestigter Höhenweg und toller Wald bis zur Teufelskuhle. Die Wege sind teilweise etwas ausgefahren und winkelig. Pause am Schwalgloch (schattige Wiese) 14.10-14.55. Danach ist der Weg härter. An Bad Driburg (Burg Iburg) vorbei. Knochen, ein wunderbar liegendes Einzelgehöft. Eggekrug, heute Ruhetag - und wir bräuchten dringend Wasser für die Pferde. Auch die ausgewiesene Aaquelle ist versiegt, wir machen den Umweg umsonst. An der Hütte am Schwarzen Kreuz machen wir nochmals Rast (17.00-17.45). Ich bin fertig vom Fussmarsch heute morgen. Danach nochmal sehr schöne Wege. Ich galoppiere viel weil ich mich aufgeritten habe. Natascha ist gut in Form mittlerweile. Es ist auch nicht ganz so heiss wie in den letzten Tagen, zumindest weht leichter Wind. Zwischen Bedastein und Feldromer Berg buckliger Beiweg neben dem asphaltiertem Fahrweg. Natascha läuft ziemlich schwerfällig. Vom Velmerstot herrliche Aussicht bis zum Hermannsdenkmal. Dann steiler Abstieg geführt ins Silberbachtal - endlich Wasser! Sehr romantisches enges Felstal zum Whs/Hotel Silbermühle. Überquerung der neuen B-1, die Grenze vom Naturschutzgebiet Externsteine. Aber kein Reitverbotsschild zu sehen. Am Hermannsweg schöner Urwald und die ersten Felsen. Die Externsteine
erreichen wir um 19.45. Obwohl in der
Eggelandschaft auch immer wieder Felsen durchschauen, ist der Anblick
doch überraschend, wenn man sich ihnen nähert: Eine schöne
stimmungsvolle Szenerie und beeindruckendes Bild. Ein Kraft-Ort
fürwahr! Viele Leute kommen hier für einen Abendspaziergang hinauf, der
Parkplatz liegt weiter unten. Eine Jugendherberge ist ebenfalls in der
Nähe. Wir
lassen die Pferde erst mal fressen und suchen uns einen Lagerplatz auf
der Wiese an den Steinen an einer Gruppe Birken - und sind nicht die
einzigen die hier campieren. Das Gelände ist stellenweise parkähnlich
gepflegt, wir campieren aber etwas am Rande und hier steht gutes Gras
für die Pferde. Die machen ja auch nichts kaputt und wissen sich zu
benehmen.
Link zur Strecke (5.Tag - 38,7 km - 5:40 Reitzeit) 12. August (Di) Am Abend noch etwas
Getrommel von "Steinanbetern", aber wir
schlafen trotzdem sehr
erholsam. Wir stehen erst um kurz vor 6 auf und nehmen als erstes
ein Bad im See! Der See ist jüngeren Datums und nicht historisch, wir
können also keine Wassergottheiten damit erzürnen - davon abgesehen
dass ich auch nicht glaube dass sie es respektlos finden würden... Isa
geht dann einkaufen, ich packe und die Pferde können noch was fressen.
Als ich schon alles fertig habe und schon etwas am warten bin kommt ein
uniformierter Naturschützer vorbei - natürlich mit dem Geländewagen -
und will mir weissmachen Pferde dürften nicht
ins Naturschutzgebiet herein. Er ist aber nicht unfreundlich und ich
verspreche ganz schnell zu verschwinden. Dann kommt Isa endlich, wir
verstauen die Lebensmittel und reiten ab - 9.25. Wir haben unser
nörlichstes Ziel erreicht und können uns auf
den Heimweg machen Ich plane 5 Tage wie
für den Hinweg, will aber den Eggeweg ein Stück weiter nach
Westen
reiten und dafür westlich um den Edersee herum, und durch den Burgwald
zurück zur Amöneburg. Wir reiten zunächst mal die Strecke von gestern, füllen unsere Wasserflaschen am Silberbach - Furt vom Hinweg - gehen dann jedoch den leichteren Weg durch den Ort Feldrom, nehmen ein paar Äpfel mit. Pause im Wald wie gestern, am Schwarzen Kreuz von 10.35-11.00 Es wird wieder heiss und drückend. An der Iburg reiten wir wieder nur vorbei (ich würde gern hier Mittag machen aber die Gaststätte ist wie auf dem Hinweg geschlossen). Stattdessen wieder Pause an der kleinen Wiese beim Schwalgloch 14.00-17.15. Hier ist viel Gras, was den Pferden sicher lieber ist als an irgendeiner Burg angebunden zu stehen... Sehr schön der Rückweg
zum
Lichtenauer Kreuz. Um 20.30 finden
wir an der Bülheimer Heide, die ich auf dem Hinweg ausgekundschaftet
habe, auf der Suche nach den Pferden, eine Wiese zum Übernachten.
Link zur Strecke (6.Tag - 42,5 km - 7:25 Reitzeit) 13. August (Mi) Heute schaffen wir es wieder früh aufzubrechen. Wir starten wir um 7.25 morgens. Alex hat stärker
abgenommen als von mir beabsichtigt. Er ist
twar fit geworden, aber wir müssen ihn schonen, langsamer
reiten, und er braucht mehr Kraftfutter. Wahrscheinlich muss ich ihn
bald beschlagen, er beginnt empfindlich zu laufen. Das kann aber auch
Getue sein. lch habe 4 Eisen für ihn und 1 Ersatz für Natascha dabei.
Ihr Beschlag hält jedoch gut. Nur die Vidianägel vorn sind schon
abgelaufen. Sie halten selten lange gut. Eggeweg: Bierbaums Nagel, ein netter steinerner Aussichtsturm von 1846. Allgemein ist die Egge aber ein eher aussichtsarmes Gebirge wegen des dichten Hochwalds. Kurze Pause an einer Waldwiese 10.15-10.20, aber Alex will nichts fressen. Die Stadtwüstung Blankenrode erreichen wir um 11.30, machen aber nur 5min Halt weil es kein vernünftiges Gras gibt. Auf dem Hinweg haben unsere Pferde das wenige aufgefressen. Das Dorf Blankenrode liegt nur wenig entfernt. An einer Kneipe trinken wir jeder 2 Radler bzw. Cola (11.50-12.35). Die Pferde grasen im Schatten. Hier verlässt der
Eggeweg die Waldhöhe und geht durchs Feld.
Der nächste Ort ist Oesbach, wohin es steil hinab und wieder hinauf
geht. Im Dorf ein Brunnen wo wir tränken und uns den Kopf waschen. Sehr
erfrischend - das letzte Bad ist schliesslich schon 1 1/2 Tage her... In den nächsten Ort Essentho kommen wir um kurz vor 15.00. Bei einem kleinen Aussiedlerhof bekommen wir von einem älteren netten Bauern Getreide (Gerste mit etwas Weizen). Alex wird gleich einmal gefüttert, frisst aber nur langsam. Hinter dem Ort ehemaliges Natodorf, heute teils Gewerbegebiet. Dann wieder durch Wald (15 Min. Pause). Wir wollen nicht mehr zur Aarbachtalsperre im Norden. Man sagte uns, dies sei ein Trinkwasserspeicher und Baden streng verboten. Damit entfällt eine Hauptmotivation hinzureiten. Es ist auch ein Umweg den ich besonders Alex nicht mehr unbedingt zumuten möchte. Stattdessen verlassen wir den Eggeweg südlich Richtung Warburg/ Diemelsee. Über die B7, die Hoppecke und an einer Papierfabrik – Arbeiterinnen machen Pause draussen - dann sind wir im Diemeltal. Wirklich sehr hübsch – aber nur befestigte Wege. An einer Wassertretanlage kühlen wir uns ab, füllen die Flaschen und machen 30 Min. Rast (17.40-18.10). Isa nimmt ein "Sitzbad". Die Pferde stellen wir einige Minuten in die Diemel um die Beine zu kühlen. Quartier finden wir auf
einer Kuhweide einige KM unterhalb im
Tal (20.10) ![]()
Link zur Strecke (7.Tag - 53,7 km - 10:25 Reitzeit) 14. August (Do) Start 7.55 Heute morgen ist es bewölkt und regnet leicht beim Packen. Das mag ich sonst gar nicht, ist aber bald vorbei. Der letzte Ort in Nordrhein-Westfalen, Helminghausen - direkt unter der Staumauer gelegen. Wir reiten an der Ostseite des Diemelsee entlang. Die Sonne kommt nur kurz heraus. Heute ist es nicht warm genug zum Baden. Im Ferienort Heringhausen Anstieg zur Höhe, Pause an einer Bank 9.20-9.50. Es ist ausgeprägt kühler als gestern und Isa hat den einzigen Pullover an den wir beide mitgenommen haben. Nun geht es über die Höhen des Diemeler Lands nach Süden. Es gibt keinen ausgepräten Höhenweg wie weiter östlich zwischen Marsberg, Bontosen und Korbach. So befürchte ich einige verlorene Höhen und mühsames Vorwärtskommen. Sehr hügelige aber ruhige Landschaft. Sudeck wird westlich umgangen. Steil hinab der Weg nach Schweinsbühl (11.05). Wir kommen aber besser voran als ich erwartete weil die Wege gut zum Traben sind. In Bömighausen erreichen wir das Neerdatal. Aber es gibt erstmal keinen direkten Talweg nach Alleringhausen durch den Campingplatz. Dann sehr schöner Weg zum Raumbergteich wo wir von 12.45-15.15 Mittagsrast halten und einige kurze Schauer abwarten. Dann kommen wir endlich nach Eppe. Wieder kein Laden. Hier beginnt das Aarbachtal schön zu werden, allerdings viel, viel Schotter. Alex mag das gar nicht mehr; ich werde morgen die Eisen drauf machen. Dafür wird Natascha immer fauler im Schritt und stolpert herum, besonders hinten links. Vor Münden Pause von 17.15-17.30 Es geht noch über eine Waldhöhe (beste Aussicht bis zur Sackpfeife), wir führen einen Schotterweg hinab, und um 19.30 beenden wir im Nuhnetal den Ritt bei Sonne an der Ecke einer Wiese am Bach.
Link zur
Strecke (8.Tag - 44 km - 8:20 Reitzeit) 15. August (Fr) Am Morgen ist es kalt. Es wird Zeit Alex nun doch zu beschlagen (Trabereisen, nur vorne). Aufbruch deswegen erst um 8.55. Wir reiten das Nuhnetal hinab (Butzmühle) und über eine Höhe nach Viermünden (10.10) weil es hier eine Brücke über die Eder gibt, etwas entfernt von der Gewerberegion Frankenberg die ich meiden will. Ein kleines Edeka-Lädchen wo wir einkaufen können. Eigentlich alles da was wir brauchen. Ausgezeichnet, das erspart uns einen Umweg zum Marktflecken Frankenau. Über die Höhe zum Forsthaus Louisendorf (freilaufendes Araberpferd!). Überwiegend Schotterwege bisher. Pause im Wald 10.45-11.05. Die Sonne scheint jetzt stärker. Ins Tal hinab zur Bärenmühle, dann zum Lengelhof, und auf die Höhe bei Allendorf (Steinbruch). Natascha scheut grundlos und ich werde etwas ärgerlich. Über die Höhe geht’s deshalb mal im Galopp. Schöne Aussicht! Verlängerte Mittagspause am Waldrand 12.55-15.45 - es ist warm aber ziemlich windig. Es geht noch den Höhenweg weiter, der im Feld sehr gut zu reiten ist (Quentel-Weg). Dann erreichen wir den Burgwald. Hier ist der Höhen- und Grenzweg seit gut 10 Jahren ziemlich zugewachsen und nicht mehr gut zu finden, bzw. zu reiten. Ich ziehe ihn trotzdem der neugebauten Schotterstrasse vor die 200m entfernt läuft. Im Tal bei Forstkirche haben wir Probleme einen Nebenbach zu überwinden (sumpfige Stellen da überall kleine Teiche angestaut sind). Wir machen Pause von 18.05-18.15 als wir endlich eine Stelle finden unsere Pferde zu tränken und die Wasserflaschen, sowie den 4l-Lagerwassersack aufzufüllen. Die Forstwege sind überall grauenhaft hart geschottert. Futter ist auch mal wieder alle, aber wir kommen noch durch einen Ort. In Roda bekomme ich Hafer an einem Aussiedlerhof. Dann geht’s wieder hinauf auf den Wald. Schade dass ich meine Burgwaldkarte 1:25.000 nicht dabei habe, damit ginge es vielleicht besser. Dabei habe ich ursprünglich keine Burgwalddurchquerung geplant. Es muss 12 Jahre her sein dass ich zum letzen Mal hier war. Damals waren die Wege auch schon hart aber noch nicht ganz so schlecht wie jetzt. Endlich mal ein schöner Weg, am Abhang ins Wettertal. Um 19.45 erreichen wir
die Kesterburg.
Ebenfalls eine
keltische Stadtfestung, aber kleiner als die Büraburg, mit markanten
Mauerruinen, sehr schön gelegen. Und hier gibt es auch Gras für die
Pferde. Auch hier, wie auf der Büraburg, wurde eine Kapelle über einem
früheren heidnischen Heiligtum errichtet. Anders als dort, gibt es auch
eine Gastwirtschaft. Wir benehmen uns daher ein bisschen unauffällig,
möchten
nicht unbedingt vertrieben werden, denn ringsherum ist nichts als Wald.
Es gibt aber auch Wasser. Ich erinnere mich daran dass hier früher
(bis in die 1980er Jahre) kleinere Wanderreitertreffen mit
Pferdeübernachtungen
stattgefunden haben. Den
Pferden und uns gefällt dieser Platz sehr gut. Link zur Strecke (9.Tag - 52,8 km - 7:10 Reitzeit)
16. August (Sa) Letzter Tag. Frühmorgens Rundgang um die Kesterburg Die Pferde haben kaum Spuren hinterlassen. Die Pferdeäpfel werden zerstreut. Start 8.35 Noch ein schöner Weg, Wanderweg, hinab ins Tal, durch die Franzosenwiesen. Teilweise streifenweise gemäht und gepflegt. Heute können wir die befestigten Wege, die alle übel geschottert sind, ein bisschen besser meiden. Es ist noch kühl im Schatten. Ein schönes Tal führt hinab nach Bracht, am Rande des Burgwalds. Ich verreite mich, schon wieder. Schwierig hier die Orientierung zu behalten. Eine verwirrende Wegevielfalt auf der 1:25.000er Karte von denen viele aber nicht mehr existieren und andere ausgebaut und geschottert wurden, Dann lassen wir den Burgwald hinter uns. Durch eine schöne Ortschaft, Bracht (Glaserei für massgefertigte Fenster). Pause hinter dem Ort Waldrand von 10.50-11.20 Weiter geht’s durch das Waldstück und am Waldrand entlang nach Schwarzenborn. Wir bleiben an einem kleinen Friedhof stecken und durchqueren dann den Ort. Einige sehr schöne alte Häuser. Auf der anderen Seite ist die Fortsetzung nicht ganz einfach. Wir stossen wieder auf befestigte Wege mit dem bereits seit 3 Tagen gehassten Basaltschotter. Die meisten unbefestigten Wege sind auch hier zugewachsen, nicht mehr vorhanden. Den Höhenweg nach Stausebach finde ich nach ziemlicher Mühe. Hinab in den Ort zu Fuss. Wir erreichen die Ebene von Kirchhain. Die Amöneburg, unser Ziel liegt direkt vor uns. Ziemlich warm ist es in der Ebene. Wir müssen ein Stück die Bundesstrasse entlang (zu Fuss). Um 14.00 kommen
wir auf
der
Amöneburg an und beenden den Ritt erfolgreich. Natascha beisst mich
noch einmal kräftig in den Arm beim Absatteln weil’s so schön war. Auf
der Rückfahrt finde ich zwar keinen Reifenhändler aber wir tanken
günstig in Homberg/Ohm und kommen um 16.00 in Schmitten an. Link zur Strecke (10.Tag - 33,2 km - 4:55 Reitzeit)
Die Gesamtreitstrecke
(auf
der Karte augemessen) betrug
442,6 km in 71:40 Std reiner
Reitzeit (9 ¼ Tagesetappen), im Durchschnitt 47,8 km/ Tagesetappe,
oder 44,2km/ je vollem Reittag, oder 6,2 km/gerittene Stunde.
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Orientierung mit der
Karte
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