Wenig
bekannte ZITATE zur REITEREI (Teil 2)

Bild von www.reiterpraxis.de
Zitate-Sammlung zum Thema
"Hilfszügel
„Einige Reiter behaupten, daß man durch
den Gebrauch
dieses Werkzeugs (Stoßzügel/ Martingal) das in die Hand
stoßen und Kopfschlagen
eines Pferdes verhüten könnte. Es ist unsinnig , ein Pferd
durch solche Hilfsmittel in seinen Unarten zu bestärken
anstatt es ihm abzugewöhnen. Ein
Martingal hat in einem guten Stall nichts zu suchen.“
– François Robichon de
la Guérinière, Ecole de Cavalerie, 1733 (dt.
Die Reitschule, o.J., S.14)
„Hilfszügel sind dort (in der
Pferdeausbildung)
meist faule
Knechte, die den Schein geben helfen und andere faule Knechte im
Nichtstun unterstützen (..) Hilfszügel geben so leicht den
Anstrich
eines Fortschrittes und sind deshalb
bei den Leuten, denen es nicht um
das Sein, sondern um den Schein zu tun ist, so beliebt.“
– Friedrich von Krane, Anleitung
zur Ausbildung der Cavallerie-Remonten, 1870, S.291
„Alle toten Vorrichtungen und
Hilfszügel, also
solche, die durch Festbinden oder Schnallen eine gleichförmige
Wirkung
äußern, schaden ohne Ausnahme
mehr als sie nützen, da sie
sämtlich das Maul des Pferdes verderben, denn
die
Einwirkungen
durch das Gebiß können nur von der lebenden und
feinfühlenden Hand des
Reiters richtig abgewogen werden.“
– Gustav Steinbrecht: Gymnasium
des Pferdes, 1886 (1995, S.91)
„Es gibt sogar Reiter, die sich mit
Pferderausbildung
befassen, und die in ihrer Rat- und
Gefühllosigkeit zum
feststehenden
Ausbindezügel, zum flaschenzugartig wirkenden Schlaufzügel
und anderen
sinnreichen Konstruktionen von Hilfszügeln greifen, welche Kopf
und
Hals des Pferdes herunterziehen und so eine Beugehaltung erzwingen, die
eben nur eine Zwangshaltung
sein
kann. Man kann mit solchen Methoden
und der nötigen grausamen Ausdauer beste Pferde zerbrechen und
ihnen
den Lebensmut nehmen.“
– Udo Bürger:
Vollendete Reitkunst, 1959 (1966, S.100)
„Die Ausbindezügel werden immer dann
verwendet, wenn
das Pferd ohne
Reiter gearbeitet wird, oder aber dieser der Führung
des
Pferdes weitgehend enthoben werden soll“
– Alois Podhajsky: Die Klassische
Reitkunst (1965), Seite 23
„Hilfszügel
sind für
Hilfsschüler. Die
Ausbildung
eines Pferdes braucht Zeit und Geduld, aber unter gar keinen
Umständen
Hilfszügel!“
– Claus Penquitt: Die
Freizeitreiter-Akademie (1993), Seite 54
Natürlich gibt es
überall und immer schlaue kleine Mädchen die nichts davon
gelesen haben, in ihrer Arroganz sogar nicht einmal deren Namen kennen,
es aber trotzdem besser wissen...
Plus die "Reitlehrer" die erst letztes Jahr durch ihre Ex-Freundin zu
Reiten gekommen sind, Pferde als Maschinen betrachten
(Motorrad-Ersatz), und jetzt durch "Schnellausbildung" von Pferden Geld
verdienen:
Nicht
Unwissenheit, das sind die beiden Grundübel der
Reiterei!
update 2009
PHILLIPE
KARL
"Schon zu Beginn der
Ausbildung an der Longe erzwingt der
Reiter das Nachgeben im Genick mittels diverser Hilfszügel
(Ausbinder, Schlaufzügel, und so weiter), unter Mißachtung des Pferdemauls,
das mit speziellen Reithalftern zum Schweigen verdammt ist.
Anschließend bemüht er sich vom Sattel aus, die Wirkung
dieser Notlösungen durch
eine tiefe Handhaltung zu reproduzieren und zu verlängern - wenn
nötig wiederum unterstützt durch Hilfszügel. (..) Das
ist die katastrophale Bilanz
einer von der tief gehaltenen Reiterhand besessenen Art der Dressur.
Sie beruht auf einer widernatürlichen
Auffassung der Handeinwirkung und folgt zusammen mit dem
systematischen Gebrauch von Druckmitteln
dem Prinzip der Nötigung. Solche Prinzipien erzeugen
unweigerlich autoritäre Methoden
und grobe
Vorgehensweisen. (...) (S.40)
"Der Reiter, der das Nachgeben
im Genick mit Hilfszügeln erzwingt und das Pferdemaul mit
speziellen Reithalftern zuschnürt, handelt nicht anders als ein
Erzieher, der ein Kind knebelt und am Stuhl festbindet um es zur Ruhe
zu zwingen.
"Unter solchen Umständen versteht man auch, warum die Richtlinien
der FN sich nur für Pferde mit gutem Gebäude interessieren,
die bereits am Zügel stehen (...)
"Und dennoch sind Ausbinder, Schlaufzügel und
maulkorbähnliche Reithalfter allgemein gebräuchlich geworden.
(...)
"Aus diesem unreflektiertem Grundatz ist eine ganze Lehre
hervorgegangen, die inhaltlich
dürftig und in ihrer
Form autoritär ist" (S.41)
"Der Zügelgehorsam darf nicht aus einem Kampf zwischen dem
Genick des Pferdes und den Armen des Reiters ergeben(..) Die erste
Aufgabe der Hand ist es, dem Maul in
all seinen Bewegungen zu folgen, so dass sie niemals eine bestimmte Haltung erzwingt.
Die berühmte ruhige Hand muss also in Bezug auf das Maul ruhig
sein, nicht in Bezug auf den Pferderücken.(..) Es ist also nicht die Hand, die sich
bemüht, den Kopf des Pferdes zur
Unbeweglichkeit zu zwingen [noch viel weniger ist das die
Aufgabe toter Instrumente wie Hilfszügel, Anm. FM], sondern der
Pferdekopf, der es dem Reiter nach und nach erlaubt, die Hand ruhiger
stehen zu lassen. Das Pferd mit
ruhiger Hand zu reiten ist ein Ziel, keineswegs jedoch ein
Mittel der Ausbildung" (S.72)
Phillipe Karl: Irrwege der modernen Dressur - Die Suche nach einer
"klassischen Alternative". Cadmos, Brunsbeck, 2006/2007, ISBN
978-3-86127-413-1 - Hervorhebungen von mir
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