|
Altstraßen ist ein fester
Begriff
für den Historiker. Gemeint sind Straßen vor dem Beginn des geplanten
"Kunststraßenbaus" im späten 18. Jahrhunderts.
Altstraßen im Taunus und angrenzenden
Gebieten Hessens, von der Römerzeit und Karl dem Großen, bis in
die Neuzeit
Allgemeines zum Geleit
Hessen ist eins der Bundesländer mit dem
dichtesten Straßen- und Wegenetz, dessen allergrößter Teil
schon seit alters her besteht, wie in Meßtischblättern mit einer
heute vergleichbaren Detaillierung (ab ca. 1870) erkennbar ist. Der
"von
Staats wegen" geplant durchgeführte Kunststraßenbau setzte etwa
ab 1760 mit dem aufgeklärten Absolutismus ein, das den Nutzen von guten
Straßen für die Wirtschaft und das Gemeinwohl erkannte. Das in
kleine Fürstentümer zerfallene Hessen war hier lange Zeit
verhältnismäßig
rückschrittlich, und erst in der preußischen Besetzung geschah
der Straßenbau systematisch ... Jahrhunderte vorher, bis in die Neuzeit
hinein, fand der Verkehr nur auf den Naturstraßen (Hohe
Straßen,
Rennstraßen etc.) statt, die schon seit dem Frühmittelalter, der
Karolinger- oder gar der Römerzeit bestanden. Die künstlich gebauten
meist schnurgeraden Römerstraßen wurden dank ihrer aufwendigen
und belastbaren Anlage bis ins 18. Jh. gebraucht und erhielten sich
teils
bis in die Gegenwart (In unserer Region die bedeutendste noch erhaltene
Römerstraße
ist die Elisabethenstraße von Mainz-Kastell zum römischen
Oppidum Nida. Bis fast nach nach Hofheim ist sie als
landwirtschaftlicher
Fahrweg benutzbar - Teilabschnitte sind noch unbefestigt).
Es hilft sich zu vergegenwärtigen dass bis zur Neuzeit der Verkehr fast
ausschließlich über die Höhenwege entlang der Wasserscheiden
verlief und nicht durch die stärker besiedelten Täler. Die Höhenwege
waren von Natur aus trockener, während in den Tälern fast keine
Brücken zu finden waren, vor allem über die vielen kleinen kreuzenden
Bäche nicht, die für Wagen, besonders nach Regenfällen, unpassierbar
waren. So schlugen sich die Reisenden durch die bewaldeten Berghöhen
auf ihr Ziel zu und schreckten auch vor größeren Steigungen und
anderen Anstrengungen nicht zurück. Erst wenn man dem Ziel schon nahe
war, oder bei bedeutenden zu überschreitenden Flüssen mit bekannten
Furten oder Steinbrücken ging man talwärts. Zudem war man hier
meist sicherer vor Belästigungen und meist auch vor Überfällen.
Allerdings waren den mittlelalterlichen Fürsten viele dieser Wege ein
Dorn im Auge, da sie versuchten den Verkehr dort zu konzentrieren wo
die
Zollerhebung am einfachsten war. Zu allen Zeiten haben sich Kaufleute
und
andere Reisende dem versucht zu widersetzen und versuchten die Wege
einzuschlagen
die sie selbst für die bestgeeignetsten hielten. Zudem versuchten
die Bauern in den Tälern oft Wege unterzuackern, abzusperren o.ä.,
wie das zuweilen auch heute noch vorkommt. Darüber liegen eine Fülle
von Dokumenten vor.
In unserer Region reichen die Spuren der Altstraßen bis in keltische
Zeit zurück wie die zahlreichen Hügelgräbergruppen entlang
der Altstraßen belegen. Auch dort wo keine anderen Siedlungsspuren
existieren, steht zu vermuten dass die Strassen bereits in dieser Zeit
durch
siedelnde Völker benutzt wurden.
Die alten Straßen wurden teils durch modernere überbaut (die Elisabethenstraße
zwischen Zeilsheim Sossenheim z.B. zur A66/ Schnellweg Wiesbaden) und
und
sind nicht erhalten. Dennoch blieben viele noch übrig, wurden nicht
mehr benutzt und ihre einstige Bedeutung geriet in Vergessenheit, weil
der
moderne Verkehr hauptsächlich von Ort zu Ort und in den Tälern
verlief und die Höhenwege mied, bis der Autobahnbau im 20.Jh diese
wieder aufsuchte. Soweit die historischen Höhenstraßen dabei
nicht überbaut wurden (meist mit völliger Umgestaltung der damit
verbundenen Landschaft und völligen Zerstörung historischer Spuren,
wie z.B. die alte Poststraße Wiesbaden-Limburger Straße
zwischen Idstein und Brechen), hat sich der Rest bis in die Gegenwart
erhalten.
Forschungen an diesen Straßen finden seit etwa 150 Jahren statt,
beginnend
mit dem Pionier der hessischen Heimatforschung Georg Landau. Jedoch
sind
heute die Erkundungsbedingungen heute viel schlechter, da der moderne
Forst-
und Landwirtschaftswegebau sie überall überbaut.
Die historischen Altstraßen von denen ich im folgenden ein paar
wichtige
aufführen will, haben Schutz durch historisch und kulturell
interessierte
Bürger, Geschichts- und Natur- und Wanderfreunde dringend nötig!
Überall, auch wo keine Autobahnen, Schnellstraßen und
ICE-Neubaustrecken
geplant sind, werden diese Kulturdenkmäler in ihrem
Bestand
bedroht: Jahrhunderte alte Wegesrinnen werden planiert, Bewuchs und
schützendes
Buschwerk ausgeräumt, unbefestigte Wegverläufe oder alte Pflasterungen
mit groben Schotter von Maschinen aufgefüllt. Andererseits werden alte
Übergänge durch den modernen Straßenbau (Bau von Dämmen,
Einschnitten, Verbreiterungen und anderen Landschaftsveränderungen)
abgeschnitten und für den Wanderer unpassierbar gemacht. Manchmal
werden sie auch von rücksichtslosen Landwirten untergeackert (Beispiel hier). Wenn sie nicht
von Traktoren und Waldbearbeitungs-Maschinen zerstört, oder von Jägern
bepflanzt, nicht mehr gepflegt oder zuwachsen gelassen werden, was
im
Laufe von 30 Jahren dazu führt dass Kleinbiotope und jahrhundertealte
Objekte der Zivilisation und Kultur verschwinden. Alte Wegsteine werden
gestohlen
und verschwinden in privaten Gärten, oder werden behördlicherseits
zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr abgetragen. Erst
seit jüngster Zeit ist mit dem Schutz alter Alleen eine leichte
Besserung
eingetreten, aber noch immer finden sich grauslige Neubauten, wie alte
Alleen
und Straßen die seit 2-3 Jahrhunderten kerzengerade und in einer
ästhetisch
schönen Linie durch die Landschaft führten, dabei aber nicht mehr
Landschaft verbrauchten als unbedingt notwenidg, durch neugebaute
"Kreisel"
zu zerhackstücken, die der moderne Verkehr angeblich braucht (z.B.
Bad Camberg; L3031/ Alter Weg nach Zollhaus; B456 Alte Frankfurter
Landstraße
bei Bermbach). Von diesen Maßnahmen hat keiner etwas außer der
Bauindustrie, am allerwenigsten die Autofahrer die jetzt im
Schrittempo
hinter LKW's durch die Kreisel kriechen müssen.
Dieselben Landschaftsveränderungen und Zerstörungen historischer
Spuren finden im Walde statt. Begünstigend hierfür ist, dass überall
(abgesehen von wenigen Punkten touristischer Massenanziehung rund um
die
Parkplätze) noch nie so wenig Menschen abseits der Straßen in
den Wald waren wie in der Gegenwart. Das mag überraschend klingen,
erklärt
sich aber aus der geänderten Wirtschaftsweise des Mittelalters. Früher
gab der Wald Brot: bäuerliche Waldbesitzer holten Bau- und Brennholz
baumstammweise heraus, dazu gab es Holzsammlerinnen, Köhler, Viehhirten
(auch das Groß- und Kleinvieh lebte von der Waldweide), Glasbläser
und Pottaschebrenner, Bergleute und Steinhauer. So ist es kein Wunder
dass
die Altstraßen häufig auf Zentren wirtschaftlicher Aktivität
in der Vergangenheit schließen lassen und wichtige Hinweispunkte
für Historiker sind. Heutige Bewohner kennen vielfach Mallorca besser
als die Schönheiten des Waldes hinter ihrer Haustür. Die Wälder
aber verkommen zu reinen Forstäckern und den Bedürfnissen der
Erholungssuchenden
wird nur insoweit nachgegeben als diese die wirtschaftliche
Nutzung
dieser Flächen nicht behindern. Schon gar nicht sind
kulturhistorische
Aspekte im Kalkül. Dabei folgt der Wegeausbau rein
planwirtschaftlichen
Aspekten und ist häufig von einer erschreckenden Unnötigkeit selbst
unter dem Aspekt der Ökonomie.
Gedankenloser und stiefmütterlicher Umgang mit dem lokalen Kulturgut
geschieht häufiger aus Unwissen als aus Gleichgültigkeit. Wenn
Verantwortliche in Gemeinden, Planungsgremien,
Straßenbauämtern und
Forstwirtschaft für achtsameren Umgang mit nur einen dieser alten Wege
sorgen, hat dieser Artikel seinen Zweck erfüllt.
Neben der kulturhistorischen Bedeutung haben die Altstraßen für
den heutigen Naturfreund aber eine ganz praktische: Wie vor
Jahrhunderten
kommt man auf ihnen, sei es als Fußwanderer, Radfahrer oder Reiter,
am besten voran, kann sich ungestörter Aussicht erfreuen und im
schattenden
Wald erholen. Da Wissen über etwas die Freude daran vertieft, werden
diese das größte Vergnügen aus diesem Aufsatz ziehen...
Aufstellung der bekanntesten Altstraßen
im Taunus
Hier ist verstanden das von drei Seiten gut abgegrenzte
Gebiet zwischen der Lahn im Norden, dem Taunussüdrand, dem Rhein
zwischen
Mainz und Lahnstein, sowie Wetter und Gönsbach im Osten. Ich habe die
wichtigsten mir bekannten Altstraßen von mehr als nur ganz regionaler
Bedeutung genannt. Über Hinweise auf weitere, sowie Korrekturen
eventueller
Fehler in der Beschreibung wäre ich sehr verbunden. Die wichtigsten
Quellen habe ich im Text genannt und hoffe auf die Vergebung der
Fachleute
für die wissenschaftlichen Standards nicht genügender Zitierweise.
Jedoch ist die Quellenlage dünn, die genannten Karten verlangen
gleichfalls
nach Interpretation. Einigermaßen solide Aussagen können
meist erst nach Begehung und Überprüfung im Gelände gemacht
werden.
1.) „Rennstraße“ von Königstein und
Kronberg nach Weilmünster
Landstraße aus Merowinger- oder Karolinger Zeit. Anschluß nach
Frankfurt über die Alte Landstraße über den Ochsenweg,
südwestl. an Mammolshain vorbei, durch die heutige Limesstadt, Eschborn
und Rödelheim. Der Höhenweg beginnt in mehreren Zweigen und führt
westlich und östlich des Rombergs von Königstein, und Falkenstein
über den Fuchstanz, dem früheren Vogelsang und über den Pflasterweg.
Hier Anschluß an Oberursel aus römischer Zeit an Altkönig
vorbei über Altehöfe. Ab dem Eselsheck alte Wegrinnen oberhalb der
heutigen Straße L3025 zum Roten Kreuz.
Hier wiederum Verzweigung: Rennstraße
(westlich dicht an Reifenberg entlang; stets links der Weil) und Hühnerstraße,
etwas weiter westlich, über den gleichnamigen Berg.

Reifenberg (Kupferstich
von Matthaeus Merian, um 1630), Blick vom Südwesten auf den Ort, hinter
dem Burgberg das langgezogene obere Weiltal. Die Rennstraße verläuft
links durch das Türchen, am Ort vorbei (Torwerk?) und am Hang hinauf
weiter in Richtung Seelenberg.
Hinweis zu den Farben der eingetragenen Altstrassen:
Grün = unbefestigter Weg (angenommener historischer Zustand)
Blau = neuzeitlich befestigter Fahrweg
Punktiert = unklarer Verlauf, oder auf asphaltierter, LKW-befahrbarer
Strasse
Die Namen werden wie folgt erklärt: Hühnerstraße von Hünen
(Riesen) oder Hain (Wald). Rennstraße als Rain (ebenfalls Wald, bzw.
Waldrand) oder schneller Fahr- bzw. Botenweg (für Läufer oder
Berittene).
Der Name Rennstraße ist mehrmals in Hessen überliefert.
Bei Seelenberg vereinigen sich beide Zweige wieder, und hier ist der
Verlauf
nun sehr deutlich (befestigter Wanderweg). Seelenberg liegt als
einziger
Ort direkt an der Straße. Durch die Lage auf der Höhe (Spornlage)
und etwa 11,5 km Entfernung von Königstein ist hier nach dem
frühfränkischen
Königsstraßensystem eine Raststation und Pferdewechselstelle
(merowingische
oder karolingische curtis) anzunehmen, die auf dem Kirchhügel
zu suchen wäre. Auch Görich hat dies schon angenommen, obwohl der
Ort erst im 13. Jh. urkundlich Erwähnung findet. Im Straßensystem
waren diese Etappenposten und kleine Königshöfe
angelegt. Die Sassen
dieser Höfe hatten genau definierte Verpflichtungen, um den reisenden
Hof oder Kuriere über Nacht unterzubringen und auf ihre Kosten zu
verpflegen
und bewirtschafteten in der übrigen Zeit das königliche Land. In
Seelenberg ist ein sehr bescheidenes Höfchen (Pferdewechselstation)
anzunehmen dass sicher
keinen großen Staat beherbergen konnte, dessen Spuren sicher längst
vergangen sind.
Hinter Mauloff (dessen Gründung ebenfalls
mit der Straße in Zusammenhang gebracht wird, Mulofo, Km 15,5)
ist der Weg ein kleines Stück als Sträßchen ausgebaut (K751).
An der Straßeneinmündung kreuzt er eine andere wichtige Altstraße,
der von der Tenne zum Mauloffer Aussiedlerhof nach Finsternthal
hinabging
(dem ursprünglichen Verlauf der heutigen B275, die ihrerseits eine alte
Straße ist).
Erwähnenswert an dieser Kreuzung zweier alter Höhenstraßen
ist die unmittelbare Nähe des Burgwalls (einfach nur Burg
genannt)
zwischen Reichenbach und Wüstems, vermutlich keltischen Ursprungs aber
nicht näher erforscht.
An der Kreuzung mit der neuen B275 Alter Marktplatz (oberhalb von
Riedelbach).
Befestigter Fahr- bzw. Wanderweg zum Segelflugplatz, unweit des
Eichelbacher
Hofs vorbei, zum Ppl. Kuhbett. Anfangs der 80‘er Jahre war dieser
Wegabschnitt
und beliebter Wanderweg noch teilweise unbefestigt bzw. trug eine alte
Pflasterung
aus senkrechten Schiefersteinen und ist dann leider geschottert worden.
An Hasselbach vorbei (Waldrand, Grasweg) und die Haintchener Straße
kreuzend. Wo der Weg hier in den Wald eintaucht gewinnt man einen
Eindruck
wie er wohl über Jahrhunderte aussah. Am Laubus (nahe der
Herrnwiesbachquelle)
Hochsitze und Barrikade eines Jägers über den historischen Weg.
Hier (27km) vereinigt sie sich mit der von
Dauborn-Niederselters-Haintchen
herkommenden (unten beschriebenen) Hessenstraße sowie
(eigentlich
geradeaus) ein wichtiger Abzweig nach Winden ins Weiltal hinab
(unausgebauter
Wald- bzw. Feldweg), und auf die Höhe nach Heinzenberg und über
die Höhenstraße (L3036) nach Wilhelmsdorf und Usingen.
Aus dem Wald heraustretend am Knappenberger Hof
vorbei (teils unbefestigter Feldweg) und zwischen Rohnstadt und
Langenbach
über die aussichtsreiche Höhe führt die Rennstraße befestigt
weiter. Dann sinkt der Weg (teils unbefestigte Beiwege) ins Weiltal
herab,
an Burg Weilmünster vorbei, dem ältesten Teil des Marktfleckens,
vielleicht ebenfalls fränkischen Ursprungs. Hier endet die Rennstraße
(36km).
2.) „Alte Wasserstraße“ von Villmar nach
Wolfenhausen
Das Alter dieser Straße ist nicht bekannt, die Bezeichnung entstammt
der Karte 1:200.000 von Reymann (ca. 1806), der ersten „Generalkarte“
und
hervorragende Altstraßen-Quelle. Weg auf der Wasserscheide zwischen
Lahn und Laubusbach.
Der Weg beginnt als landwirtschaftlicher Feldweg in Ennerich,
über
die Lahnhöhe (teils noch unbefestigt, größtenteils Asphalt)
nach Villmar (Höhe des Wasserturms). Alter Aufstieg von Villmar ging
laut Karte bis in die 60'er Jahre durch Hohlwege im Feld die heute
aufgefüllt
sind (stattdessen Asphalt). Am Galgenberg Grillhütte an der
Stelle
der früheren Richtstätte des Gaus (Galgen standen meist auf Höhen
an wichtigen Landstraßen).
Am Feldrand entlangführender unbefestigter sehr schöner und bis
zu 6m breiter Wanderweg mit herrlicher Aussicht. Erfreulicherweise
scheint
er von größerem Schlepperverkehr verschont zu werden, sonst wäre
er längst ruiniert. Im Wald etwas tiefer Boden und ab dem Abzweig
Richtung
Hof Waldeck teilweise zugewachsen und mühsam passierbar, sowie in
Richtung
Wolfenhausen mit Sägeholz achtlos zugeworfen.
Am Roteküppel Abzweig nach Norden, mehrere KM unbefestigt (sehr
schön), bis nahe Elkerhausen. Hier geht er als Straße (L3323)
weiter auf der Höhe zwischen Lahn und Weinbach, unter dem Namen Hohe
Straße, nach Kirschhofen und Weilburg weiter.
Nach Osten zu verläuft er über den Altenberg (alte Eisengruben
bei Laubus-Eschbach) und vereinigt sich nahe beim Aussiedlerhof
Dernbach
mit der Rennstraße.
3.) Alter Stellweg vom Saalburgkastell zum Heidtränke-Oppidum
"Stellweg (Jägersprache), ein ausgehauener
Weg, welcher durch ein Holz weggeht, und von einem Ende zum andern mit
Marken oder Ziffern bezeichnet ist." (Oeconomische
Encyclopädie (1773 - 1858) von JG Krünitz)
Vermutlich eine der ältesten erhaltenen und
noch benutzbaren Altstraßen
im Hochwaldgebiet des Taunus. Wird bereits in der ältesten
topographischen Aufnahme
des Taunus (von Tranchot u. Müffling) 1827 als "Alter Stellweg"
bezeichnet
und ist ein unbefestigter Weg am Südhang des Hauptkamms von
der römischen Saalburg (Jupitersäule) zur Goldgrube an der Südostecke
des keltischen Oppidums Heidtränke. Der 5,5 km lange Weg
verläuft
genau am Fuße des steinigen und schlecht begeh- oder übersteigbaren
Steilhangs, weshalb der Taunus bis ins 19.Jh. unter Einheimischen nur
"die
Höhe genannt wurde.
Wegen dieser Lage kann der Weg sehr wohl römischen oder keltischen
Ursprungs
sein wofür es freilich keinen Beweis gibt. Heute ist wegen seiner
unbefestigten
Natur vor allem bei Reitern Bad Homburgs, Oberursels und
Oberstedtens
beliebt. Die Fußwanderer ziehen die hart befestigten Wege in seiner
Umgebung vor, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben.Dabei
kreuzt
er die 8km lange Elisabethenschneise, eine kerzengerade
Verbindung
des Grafen von Homburger Schloß zum Jagdschloß Gothisches
Haus bis zur Kammhöhe zwischen Sandplacken und Klingenkopf (677m), zum
"Alten Jagdhaus", einer bis ins 17.Jh. bestandenen Jagdhütte an der
Stelle eines römischen Kleinkastells. Dieser alte Weg ist ebenfalls
sehr schön und interessant zu begehen. Von der Höhe aus ging ein
alter Landweg über den Schellenberg hinab nach Schmitten, von wo dieser
Ort vor dem Bau der Kanonenstraße 1866-71 durch Preußen mit der
Welt "vor der Höhe" verbunden war.Zwischen Kaltem Wasser und Goldgrube
kam ferner der 9,5km lange "Metzgerpfad" herab, ein Fußweg der
den Taunuskamm nahe dem Kleinkastell am Herzberg kreuzt. Dieser sehr
steile
Weg kam von den Stahlnhainer Mühlen und Anspach her, überschritt
beim Kleinkastell Heidenstock (595m) den Taunuskamm und ist vermutlich
(ebenso
wie die Elisabethenschneise) neuzeitlichen Ursprungs, nämlich als Fuß-
und täglicher Arbeitsweg Anspacher Arbeiter hin zu den Mühlen,
Spinnereien, Schmieden und Eisenhämmern Oberursels im oberen
Urselbachtal
bis zur Hohemark. Wenn man heute als Pendler so bequem über Saalburg
fährt (meist im Stau steht) fällt es schwer sich vorzustellen,
wie die Arbeiter im 19. Jh. vor und nach jedem langen Arbeitstag einen
2-stündigen
strapaziösen Fußmarsch über die Gebirgshöhe auf sich
nehmen mussten!
4.) Wellerstraße von Usingen nach Braunfels
und Leun
Von den im östlichen Taunus nordwärts führenden Straßen
war die Frankfurt-Weilburger Straße (die im 18. Jh. als Chaussee
ausgebaute
heutige B456) im Spätmittelalter vermutlich die wichtigste. Zwischen
Usingen (vermutlich frühfränkischer Königshof) und Weilburg
durchquert sie nur ein Gewässer, nämlich bei Grävenwiesbach.
Vor Gründung dieses Fleckens war wahrscheinlich die fast ganz im Wald
entlangführende Wellerstraße die den Wiesbach östlich
umgeht, bedeutender.
Ein ostwärts verlaufender Seitenarm führt zum Donnerskopf (Bodenroder
Höhe) und Anschluß zur Höhenstraße nach Butzbach.
Der südliche Arm beginnt an der Hohen Schneid wo die
Frankfurt-Weilburger
Straße verlassen wird, und verläuft zwischen Grävenwiesbach
und Michelbach auf waldiger Höhe (befestigter Wanderweg).
Es ist aber auch sehr gut möglich dass es einst eine Verlängerung
nach Süden gab, an Wilhelmsdorf vorüber (nahe der heutigen Bahnlinie),
durch die Heide am Wolfsgarten (abgesperrt: heutige
Erdfunkstelle,
im 2. Weltkrieg Feldflugplatz) nach Merzhausen, und weiter auf der Höhe
zwischen Weiltal und Anspacher Becken, über die Jammerhecke,
Anspacherberg
(Steinchen) hinauf zum Klingenberg und hinauf zur Taunushöhe (Pass am
Klingenkopf) – vielleicht eine der ältesten (und heute noch
bewanderbaren!)
Höhenwege über den Taunus...
Bis zur Kreuzung der Hasselborner Straße
(K367), was man hübsch im Tal liegen sieht, befestigter Waldweg mit
vergleichsweise geringem Reiz; 500m danach biegt man aber halblinks dem
Wanderweg
folgend ab und kreuzt an der Siegfriedseiche die L3055 (Straße
nach Brandoberndorf).
750m nördlich gabelt sich der Weg: geradeaus weiter nach Kröffelbach
(Wetzlarer Straße) oder halblinks weiter die
Wellerstraße.
Die Wetzlarer Straße, um 1350 erwähnt, fällt steil ins Solmsbachtal
hinab (starke Wegesrinnen) und geht dann weiter nach Oberquembach,
Schwalbach
(heute L3284, K370, L3053) auf der Höhe zwischen Wetz- und Solmsbach
hin, an Laufdorf vorüber. Ab hier ist der Weg wieder schön begehbar,
auf der Höhe zwischen Magdalenenhausen und Nauborn (ehem.
Truppenübungsplatz),
über den Rödeberg und Burgruine Karlsmunt (1180 erbaut) hinab nach
Wetzlar, das vermutlich als fränkischer Königshof an der Lahnfurt
seinen Ursprung hat.
Die Wellerstraße verläuft ab dem Gabelpunkt bei der Siegfriedseiche
über wunderbare Höhenwege mit altertümlichem Gepräge
durch den Dietenhausener Wald über den Dreispitzberg und Heidenkopf
entlang von rund 90 Hügelgräbern aus keltischer Zeit. Hier wurde
die ein wenig mysteriöse Entdeckung eines Idols einer morgenländischen
Fruchtbarkeitsgöttin gemacht. Sicherlich aus jüngerer Zeit stammt
der hiesige Name Kuhweg für die Höhenstraße. Am Dietenhauser
Feldrand links, und wieder durch Wald NNW. Teils breiter Weg, teils
enger
Pfad (aufpassen dass man nicht von der Haupthöhe abkommt nach
Kraftsolms!)
Dieser über 8km lange unbefestigte Abschnitt ist äußerst
schützenswürdig was den lokalen Forstbeamten auch bekannt ist.
An der Kreuzung mit der Hessenstraße (hier ausgebaut zu L3054)
geht es halblinks weiter; W. um Altenkirchen herum.
Nun ist der Weg wieder befestigt und führt
zwischen Phillipstein und Bonbaden nach Braunfels, das als
erster
Ort erreicht wird. Der Weg führt genau auf die Burg zu, und ist
entweder
so alt wie diese oder noch älter. Weiter im Norden wird der Verlauf
undeutlich, eine Verbindung nach Leun zur Lahnfurt ist sehr
wahrscheinlich
(Alte Leuner Straße). Im 19. Jh. existierte genau an der Stelle, wo
der Weg von der Höhe hinabkommt, noch die 1489 erbaute Lahnbrücke
Mit dem Bau hatte der Graf von Solms versucht den Verkehr von
Frankfurt
in Richtung Herborn von Wetzlar ab- und über Braunfels zu ziehen. Heute
ist hier ein Steg (ruhiger Lahnübergang) für Fußgänger,
Radfahrer und Reiter. Auf der anderen Lahnseite führt der Weg weiter
zur Bieler Burg, Hohe Straße nach Greifenstein, Haiger,
Herborn und Rennerod und weiter in den Siegener Raum
Die Herkunft des Namens Wellerstraße
ist einigermaßen rätselhaft. Als Wallfahrerweg ist er kaum zu
interpretieren, weil entsprechende Orte im Verlauf nicht bekannt sind.
Ich
interpretiere den Namen als Westerwälder („Wäller“) Straße
wegen der Zielrichtung Leun/ Dilltal. Im Bereich Butzbach/ Wetterau
wird
ebenfalls über eine „Wellerstraße“ berichtet, die wahrscheinlich
mit unserer identisch und über die Bodenroder Höhe angeschlossen
ist.
5.) Alter Grenzweg von Camberg nach Katzenelnbogen
Vom Goldenen Grund zum Aartal ziehen drei alte Strassen westwärts. Die
mittlere wird unter 6.), die südliche unter 7.) beschrieben. Die
nördliche beginnt in Camberg (mit Anschluss an die Tenne) bzw. beim
Kuhbett (Anschluss an die Rennstrasse) und auf der Höhe über den
Krämerstein, Hofhauser Wald, nördl. an Schwickershausen und Erbach
vorbei und zwischen Ober- und Niederselters über den Emsbach (alter
Grenzweg). Beide Zweige schneiden auf der Höhe wo heute die A3 verläuft
die alte Wiesbaden-Idstein-Limburger Poststraße, die als Hohe Straße
westlich von Oberbrechen wieder zum Vorschein kommt und bei
Niederbrechen
ins Tal stößt. Der südliche Zweig verlässt Bad Camberg
ostwärts zusammen mit dem Autobahnzubringer (L3031) und ist, was man
auch vom PKW gut sehen kann, von einem sehr schönen Sommerweg, einer
alten Allee begleitet. Wo die L3031 die Rechtskurve macht, ging die
Alte
Strasse geradeaus und steiler hinauf, über den Steinkopf. Auf der
anderen
Seite geht es steil wieder hinunter durchs Wörsbachtal (Neumühle).
Von hier aus verläuft der alte Grenzweg nördl. an Beuerbach und
Bechtheim vorbei über den Schanzenkopf – äußerst gut erhalten,
ursprünglich und mit schöner Aussicht auf den gesamten Taunus.
Er kreuzt dabei die L3277, die K509 und zuletzt die B417 (früher Hühnerstraße
– älteste Nord-Süd-Verbindung von Wiesbaden über Neuhof nach
Limburg).
Entlang des Grenzwegs (Kreisgrenze Limburg/Rheingautaunus) geht es
weiter
WNW, tritt genau südl. Kaltenholzhausen ins Feld, und dann über
das Gertesheck im Bogen hinab ins Aartal, bei Zollhaus. Hier war
nassauische
Zollstätte und Endpunkt der nassauischen Schmalspurbahn, von
St.Goarshausen,
bzw. Braubach, über Nastätten.
Die alte Straße führt von Zollhaus weiter westwärts und verbindet
sich 1km weiter mit der (neuzeitlicheren) Hessenstraße.
6.) Alte Poststraße von Wörsdorf
nach Rückershausen
Die mittlere Ost-West-Verbindung vom Goldenen Grund zum Aartal beginnt
nahe
beim Hofgut Henriettenthal im Wörsbachtal, heute unglücklich zwischen
A3 und Limburger Bahn eingezwängt, wo sie als unauffälliger
unbefestigter
Waldweg den Gebrannten Berg emporklimmt. Die zahllosen 3m tiefen
eindrucksvollen
Wegesrinnen sind deutliches Zeichen ihres Alters und nicht etwa
natürlichen
Ursprungs wie der unaufmerksame Beobachter vielleicht annehmen möchte.
Es gibt aber auch noch einen Abzweig von der Mündung des Kesselbachs
(Auroff- bzw. Haubental) in den Wallbach her.
Die Alte Poststraße führt hier sehr urtümlich durch
den Wald und ist etwa 150m missbräuchlich als Wildwiese benutzt. Dann
tritt sie bei Wallbach aufs Feld, was sie nördlich umgeht (hier
befestigter
Feldweg, der aber im Norden umgangen werden kann). Genau am
namensgebenden
Hühnerberg (mit Sicht auf die Hühnerkirche) wird die alte Hühnerstraße
(B417) gekreuzt.
Ebenfalls nördlich an Limbach vorbei bevor der historische Weg langsam
nach Panrod hinabfällt. An dieser Stelle sehr breit, im natürlichen
bestens gepflegten Erhaltungszustand mit landschaftlich schönster
Aussicht.
Von Panrod (erste urkundliche Erwähnung 888), dessen Spornlage
eine karolingische Gründung vermuten lässt, geht es weiter streng
westlich über die Platte (Motocross-Gelände in ehem. Steinbruch)
und hinab nach Hausen über Aar. Schon der Ortsname weist auf den alten
Aar-Übergang hin, vermutlich älter als Zollhaus.
Von hier aus besteht direkter Anschluss an den weiter ältesten Teil
der Hessenstraße.
7.) Eisenstraße I (vom Main und Niederseelbach
nach Adolphseck)
Vom Main her zieht über Nordenstadt, Bremtal
die (vermutlich mittelalterliche) Eisenstraße nach Niederseelbach.
Von dort zweigt sie bei der Lenzenmühle (A3-Brücke) aus dem Daisbachtal
(L3273) ab steil hinauf zum Lenzenberg (unbefestigter Weg). Auf der
Höhe
gute Aussicht entlang der Hochspannungstrasse. Nach 2km Kreuzung der Siebenküppelstraße
(Teil der Poststraße Wiesbaden-Trompeter-Idstein und weiter – somit
früherer Verlauf der heutigen B275 - über die Hohe Str. nach
Niederbrechen
und Limburg) .
Südlich an Eschenhahn vorbei entlang der Höhe, in den Wald am
Galgenkopel,
befestigter Waldweg nahe dem Limes, zum Kastell Zugmantel (Parkplatz).
Dann
Verlauf mit der Straße (K699) – Wanderweg hinter der Hecke.
Zwischen Orlen und Hambach über die Höhe und in den Wald Richtung
Steckenroth; über das Haideköpfchen nördl. an Wingsbach vorüber.
An der Gebrannten Heide Kreuzung mit Nr. 8
Am Wachtküppel NW Watzhahn wieder mit der Straße (K700) über
die Höhe bei Born – landw. Fahrweg. 1km westl. Adolfseck Hügelgräber
(Flurstück Alte Gräber) hinab ins Aartal (Adolfseck). Abzweigung
hinab nach Bad Schwalbach (alter Name Langenschwalbach) – dieser Weg
ist
im hervorragenden Stich von Matthaeus
Merian (Topographia Hassiae,
1631) als „Weg nach
Idstein“ gezeichnet, im folgenden ein Ausschnitt:

zum Vergrössern
anklicken: Blick von Westen her hinab auf Langenschwalbach (alter Name
von Bad Schwalbach).
Nr. 12: Weg nach Idstein
Nr. 13: Weg nach Born
Link:
Vollständiger Kupferstich (Uni Marburg)
In Adolfseck Römerkastell.(16,5km) - Verbindung in westliche
Richtung
über Lindschied, Höhenweg über den Galgenberg (Militärgelände)
nach Kemel zur Bäderstraße.
8.) Eisenstraße II (von Hahn nach
Michelbacherhütte)
Die zweite Eisenstraße zieht von Kettenbach/ Michelbacher Hütte
(gegründet ca. 1650 als Eisenhammer; spätere Passavant-Werke) südlich
nach Taunusstein und ist wahrscheinlich ein spätmittelalterlicher
Fahrweg
auf der das Eisen nach Hahn, und auf der Strecke der heutigen B54
weiter
über die Eiserne Hand nach Wiesbaden, zum Schiersteiner Hafen
zu bringen.
Bei Michelbacher Höhe steigt der Weg zuerst ziemlich steil auf die
Höhe.
Im Wald Rahnstätter Hof, Wüstung eines noch um 1827 kartographisch
vermerkten einzelnliegenden Gehöfts (heute kleine Waldschneise ohne
sichtbare Spuren oder Zeichen).
Dann wieder SSO Verlauf auf befestigtem landw. Fahweg zwischen
Hennethal
u. Holzhausen über Aar, zwischen Steckenroth und Hof Georgenborn. An
der Gebrannten Heide höchster Punkt des Weges und Kreuzung mit 7), an
Wingsbach vorbei (befestigter Waldweg); über den Dieling hinab nach
Hahn.
(13,8km)
9.) Alte Kemel-Limburger Straße
Kemel lag im Spätmittelalter am Kreuzungspunkt vieler alter
Höhenstraßen,
wie auch die Homann’sche Karte des Taunus aus dem 17. Jh. zeigt:
Bäderstraße
nach Wiesbaden und Nassau (später ausgebaut zur „Napoleonchaussee“/
heutige B-260), Eisenstraße nach Niederseelbach, sowie nach Diez. Diese
ist heute die ersten 4,4 km vorbei an Huppert als Straße ausgebaut
(L3455)
2km SO Laufenselden führt an der Kurve die Alte Straße geradeaus
weiter als leicht befestigter Waldweg, führt am Waldrand weiter und
tritt hinter dem Wochenendhäusergebiet bei Reckenroth wieder aufs
offene
Feld. Der Weg geht nun sehr dicht an den Dörsbach und umgeht Eisighofen
und Dörsdorf östlich auf halber Höhe (neue Feldwege). Hier
wird die Hessenstraße gekreuzt. Vorbei an Berghausen (am Sandkopf
entlang) und Allendorf (zum Rindskopf). Hier endet das ziemlich lange
Stück
durchs Feld und der Weg tritt ein in das Waldgebiet am Ergenstein,
zwischen
Katzenelnbogen/ Schönborn und Schloß Hohlenfels.
Über den Ergenstein (fester Fahrweg; aber auch Nebenwege möglich)
trägt er den Namen Rintstraße. Alte Überall im ausgedehnten
Waldgebiet sind Hügelgräber: Am Hühnerkopf, Tannenkopf und
Schaumburger Wald. Nahe der heutigen L318 verläßt der Weg den
Wald und geht durchs Feld hinab nach Birlenbach, bzw. 500m östl. daran
vorbei, bis hinunter nach Diez (27,5km), bzw. an der Aarbrücke an der
Vorstadt, zum 3,5km weiteren Limburg.
10.) Hessenstraße von St. Goarshausen durch
den Taunus bis zur Wetterau
Das genaue Alter dieser Straße ist nicht
bekannt. Teile scheinen keltisch zu sein, worauf auch die vielfachen
Hügelgräber
schließen, und in römischer Zeit befestigt worden zu sein. Der
Gesamtverlauf bzw. der Name Hessenstraße ist vermutlich erst
spätmittelalterlich.
Von St. Goarshausen steigt sie als gebesserter Fahrweg über den
Hasenberg
hinauf nach Patersberg; durch den Ort, asphaltierter Fahrweg nahe
Domäne
Hof Offenthal. Hier als „Römerstraße“ bekannt (Tafel, ausgegrabenes
Straßenpflaster, sowie Hügelgräber), durch den Wald bei Sehnental
(empehlenswerter Wandererparkplatz), über den Galgenkopf (hier schöner
unbefestigter Landweg) und zwischen Reitzenhain und Niederwallmenach
zum
Kuhheck (hier und am Hohen Wald Hügelgräbergruppe).
Hier, an der alten Gau-Richtstätte (Galgenberg) vereinigt sie sich mit
einer von Braubach (Marksburg) südwestlich heranführenden wichtigen
Höhenstraße, die als Neuer Weg am Bundeswehrdepot, Falkenborner
Hof, Erlenborn vorüber (mit TH markiert), südlich an Gemmerich,
Himmighofen und dann nahe der alten Kleinbahntrasse nördlich um Bogel
herumführt. Auch diese Altstraße ist äußerst interessant,
da sie überwiegend im unbefestigten Naturzustand ist, und ein
wunderbares
Panorama bietet. Südwestlich von Winterwerb ist ihr Verlauf mit alten
Grenzsteinen auf über 8m (inkl. Sommerweg) markiert, und sollte hier
auf gar keinen Fall ausgebaut, sondern als Kulturdenkmal erhalten
werden.
Über das Alter dieser Straße habe ich nichts herausfinden können
und wäre über Hinweise erfreut. Klar scheint zu sein dass sie im
Mittelalter zur Verbindung von Alt- und Neukatzenelnbogen (Braubach)
diente,
die derselben Herrschaft gehörten.
Die Hessenstraße zieht weiter nördl. von Laudert (wiederum Hügelgräber)
und durchquert dann bei der Schwaller Mühle/ Hof Schwall das
Mühlbachtal,
südl. an Nastätten vorüber, zum Heidehof in Richtung Holzhausen.
Unweit des Mückenhügels kreuzt sie die Bäderstraße.
Durch den in 2000 neugebauten Abschnitt der B274 zwischen
Nastätten-Funkenmühle
und Holzhausen ist dieser früher stille unbefestigte Abschnitt jetzt
lärmerfüllt, und nur über riesige neugebaute Brücken
kann die neue Straße überquert werden. Der große Kreisel
am Ortsausgang von Holzhausen ist ein weiteres neues Hindernis, und
Musterbeispiel
überzogenen neuzeitlichen Straßenbau- und –planwahns.
Im Waldgebiet zwischen Laufenselden und Holzhausen führt die
Hessenstraße
nahe der alten Kleinbahntrasse zum Römerkastell und vereinigt sich mit
der vom Süden kommenden Kohlstraße. Ihr älterer Verlauf hat
diese vermutlich gekreuzt und führte ostwärts (2001 befestigter)
Waldweg zum Hahnkopf (Hügelgräber), in Eisighofen über den
Dörsbach und bei Hausen über die Aar (dort Anschluß an die
Alte Poststraße nach Wörsdorf).
Der neuere Abschnitt führt mit der Kohlstraße zum Forsthaus Rettert/
Waldeslust, über den Wolfskopf (Hügelgrab) hinab nach Katzenelnbogen,
und über den Rödelsberg und Steinkopf, an Schloß Hohlenfels
vorbei, zum Aarübergang Zollhaus, und (vermutlich neuzeitlicherer
Verlauf)
nach Hahnstätten, und meistenteils als Feldweg weiter durch die
Ortschaften
Netzbach, Heringen, Neesbach, Dauborn nach Niederselters, von dort bis
Haintchen
als breite Hauptstraße (L3449) ausgebaut, ab Haintchen als stille
Waldstraße
weiterführend. Hier verbindet sich die Hessen- mit der Rennstraße
(s.o.) und läuft mit ihr gemeinsam nach Weilmünster. Geradeaus
verläuft der Höhenweg weiter nach Winden ins Weiltal und nach Usingen
(vermutlich spätmittelalterlicher Straßenzug).
Die Hessenstraße geht noch weiter, nämlich nach Überschreiten
der Weil in Weilmünster entlang der L3054 zum Einhaus (Kreuzung mit
der "Alten Frankfurt-Weilburger Straße" - mindestens
spätmittelalterlich,
heute B456) und weiter nach Möttau und Kraftsolms. Ab da wird der
Verlauf
auch für den Naturfreund und detektivischen Geschichtsfreund wieder
interessant: Auf der Höhe zwischen Kröffelbach und Oberquembach,
dann wieder in den Wald eintauchend über den Köhlerberg, wo die
Straße auch unter dem vermutlich älteren Namen Heerstraße
bekannt ist, südlich des schon 832 gegründeten Oberwetz. Hier kreuzt
sie eine vermutlich spätmittelalterliche Parallelbahn zur weiter unten
beschriebenen Wetzlarer Straße, die wie folgt verläuft:
von Wetzlar, westlich um den Stoppelberg herum, nach Reiskirchen,
Oberwetz,
über den Köhlerberg, östlich an Griedelbach vorüber,
und dann verzweigend südlich nach Weiperfelden, Bodenrod und zur
Wellerstraße,
oder westwärts vorüber am Zechenhaus, Espa und Oes nördlich
umgehend nach Butzbach. Der gesamte Verlauf dieser beiden Straßenzüge
ist bestens zu bewandern.
Die Hessenstraße verläuft vom Köhlerberg weiter als
Waldweg zum Napoleonstock. Hier rastete der Sage nach Napoleon auf der
Flucht
aus Russland 1812, dies ist aber wahrscheinlich nicht authentisch. Der
weitere
Wegverlauf ist leicht unklar, entweder über Niederkleen und Langgöns,
oder Dornholzhausen nach Gießen, oder auch nach Butzbach (oder
Rheinfelser
Straße nach Volpertshausen??). Die Hessenstraße soll jedenfalls
weiter ins nordhessische verlaufen sein, „ab nach Kassel“.
Diese Redensart und feststehende Wendung, die vielfach mit der
Hessenstraße
in Verbindung gebracht wird, ist ebenfalls spätmittelalter- bzw.
neuzeitlich,
und deutet sowohl auf das kurhessische Gefängnis in Kassel, in das man
anscheinend leicht hineingeraten konnte, als auch den Sammelort für
ausgehobene kurhessische Truppen, wo die „überzähligen Bauernsöhne“
des Landes vom kurhessischen Landgrafen als Einnahmequelle an andere
Landesfürsten,
auch ins Ausland (so z.B. nach England gegen die amerikanische
Unabhängigkeitsbewegung)
„ausgeliehen“ wurden
11.) Kammerforststraße von Lorch , Hohe
Straße (Rheingautaunushöhenweg), über Trompeterstraße
zum Kastell Alteburg (Heftrich)
Von Lorch führt eine Straße nächst dem Rhein über die
Höhen den Rheingaugebirges (z.B. bezeichnet in den Hohmannn’schen
Karten
und der recht detailreichen nassauischen Karte von Fembo, ca. 1809),
die
an unterschiedlichen Stellen verschiedene Namen trägt. Sie im
Mittelalter
zu benutzen verboten die Fürsten, da der Verkehr sonst den Zöllen
am Rhein entgangen wäre, worauf ihr und der Rheinburgen Wohlstand
beruhte.
Die hessischen, nassauischen und Mainzer Fürsten schlossen daher die
Höhe durch das Rheingauer Gebück ab, und verboten die Benutzung
der Rheinhöhenstraße bei schwerer Strafe.
Dennoch hat sie sich gut erhalten, weil sie vermutlich im
Frühmittelalter
gebräuchlich war. Man darf nicht vergessen dass gerade dieser
Rheinabschnitt
mit den Stromschnellen am Binger Loch und den Felsen der Loreley,
gefährlich
und unbeliebt war.
Der Weg steigt bei Lorch steil durch die Weinberge
an uind führt zunächst über den Mandelberg (Noth-Gottes-Weg)
als unbfestigter sehr schöner Waldweg zu den Zwölf Aposteln
und als Kaufmannsweg übers Jägerhorn zur Eisernen Hand (7,6km;
die Bezeichnung kommt bei Wiesbaden ebenfalls vor und deutet auf
einen
eisernern Wegweiser hin).
Über die Zimmersköpfe und als Rennpfad am Waldrand nördlich
um Stephanshausen herum, zum Sieben-Wegweiser, und hier als befestigter
Waldweg
weiter (Hohe Straße) zur Mapper Schanze.
Der Torturm Mapper Schanze (19,1km) ist sichtbarer Rest der
Rheingaubefestigung.
Das Rheingauer Gebück bestand aus undurchdringlichen und verflochtenen
Buchenbäumen, das an gewissen Stellen mit befestigten Durchlässen
versehen war. Diese natürliche Barriere die fast 600 Jahre lang
gepflegt
wurde, hätte keinem Heer standgehalten, hielt aber wohl die Kaufleute
zurück, die Zollstätten durch den Hinterlandswald zu umgehen.
Drakonisch
waren die Strafen: Auf das Herausschneiden eines Baumes stand der
Verlust
eines Gliedes, auf das Anlegen eines Durchlasses der Tod!
Heute kann man den Höhenweg ohne Furcht vor Strafe bewandern, er geht
weiter am Mapper Hof vorbei, dann dich an Hausen vor der Höhe vorbei,
Richtung Bärstadt zum Dreispitz/ Galgenkopf. Bärstadt wurde vermutlich
nördlich auf der Höhe umgangen (zur Bäderstaße/ B260)
; der romantischere Weg ist aber in jedem Fall ins Tal nach Wambach
(29,2km)
und wieder hinauf zur Schanze (heute Freizeitpark). Geiersberg, Schanze
und
Weiße Mauer waren vermutlich ebenfalls alte Rheingau-Befestigungen.
Von hier aus gehen zwei Straßenzüge weiter nach osten, der Herzogsweg
und der Rheinhöhenweg (mit Abzweig nach Schlangenbad), die sich
an der Eisernen Hand (35,2km; Pass von Wiesbaden nach Hahn) wieder
vereinigen.
Von hier geht der Höhenweg weiter zum Jagdschloß Platte (1945
durch alliierte Bomber zerstört; 39,7km).
Hier beginnt nun die Trompeterstraße
- der vorerwähnte alte Postweg nach Idstein und Limburg, der deshalb
auf der Wiesbadener Seite der Höhe auch Idsteiner Pfad heißt.
Der wunderbar gepflegten teils noch unbefestigten, breit angelegten
Trompeterstraße
wird eine Weile gefolgt.
Endpunkt auf der Lahn-Main-Wasserscheide: Alteburger Markt/ Heftrich
55,7km
12.) Alte Usinger Strasse
Vom Goldenen Grund (Esch) führte schon vor der Zeiten der Reichs- heute
Bundesstraße 275 ein Straßenbündel zur Wetterau: über
den Winkelberg (K714), aber nicht nach Steinfischbach hinab sondern
entlang
der Höhe zum Vogelskipfe (schöner unbefestigter Feldweg), zwischen
Steinfischbach und Reichenbach zur Tenne (Gasthaus auf dem Sattel
zwischen
Reichenbach- und Dombachtal, um 1900 erbaut, 2000 abgebrannt). Über
den Pfaffenkopf (befestigter Waldweg), K750 über Mauloffer
Aussiedlerhof
wird die Ortschaft abgekürzt, und entlang des alten Feldwegs wieder
hinab zur Straße nach Finsternthal, zur Landsteiner Mühle.

Ein größerer Ausschnitt der Karte von 1843 findet sich hier.
Auf
der B275 nach Merzhausen und weiter Richtung Usingen. Südl. der
Erdfunkstelle
verläuft er 50-100m südl. der heutigen Straße durch den Wald
(überwiegend unbefestigter Waldweg), mündet in die K738 (Str. nach
Arnsbach), hinter dem Grünwiesenweiher entlang, und in einer leichten
Mulde zur Höhe (Brandholzweg), wo er verschwindet. Er führte dann
kerzengerade zur B275 über den Stockheimer Hof (ehemals Herrensitz)
nach Usingen. Älter ist vermutlich die Streckenführung über
den Geisberg in die Stadt.
Der weitere Verlauf der Hauptstraße im Usatal ist relativ neu (ca.
seit 1880). Die ältere Straße ging am Friedhof nordöstlich
ins Feld, nach Wernborn (befestigter Feldweg), durch den ganzen Ort,
und
weiter durchs Feld parallel zur K724 zum Kernerstriesch, wo ein
befestigter
Weg ins Forbachtal (seit der Nachkriegszeit: Wiesental) nach Fauerbach
geht,
und auf der K17 weiter nach Ostheim und Butzbach.
Der Weg nach Friedberg zweigt hier aber östlich ab und kommt (hinter
der heutigen Militäranlage, vor 1945 Fahrbereitschaft des
Militärhauptquartiers
Kransberg) an die Stelle des heutigen FH Wiesental, und über den
Reifenberg
nach Langenhain (bzw. dieses auf der Höhe umgehend), und durchs Feld
über dem Usatal zur Heftersheimer Mühle bei Obermöhrlen. Auf
dieser Seite des Baches bleibt der Weg, die Ortschaft umgehend, bis zur
Kapelle.
Dort mündet wieder die B275 und über Niedermöhrlen nach Friedberg.
Ein anderer Abzweig führt von Usingen nach Eschbach (L3270), am Denkmal
halbrechts zum Pfaffenkopf. Ab dort unbefestigter Höhen-Wanderweg,
durchs
Maibacher Tal und durch Maibach hindurch. Südlich der K15 befestigter
Weg durch drei Talgründe nach Münster (ehem. Schloß Phillipseck),
und mit der K15 nach Hochweisel und ebenfalls Butzbach.
13.) Alte Wetzlarer Straße von Holzhausen
über Obermöhrlen nach Butzbach (Weinstraße)
Heute läuft der Fernverkehr von Mainz über die A66, das Nordwestkreuz
und die A5 an Friedberg vorbei nach Gießen, die Stadt Frankfurt
nördlich
umgehend, mit Blick auf die Skyline. Im Mittelalter gab es bereits
einen
ähnlichen Straßenzug, der Frankfurt sehr eng an die Taunushöhe
angelehnt umging. Für die damaligen Reisenden bestand die Aussicht
hauptsächlich
aus dem alles beherrschenden Dom...
Zunächst ist die A66 auf den Resten einer römischen Straße
gebaut, die von Mainz-Kastell, Diedenbergen, Hofheim gerade nach Nida
(Römerstadt bei Eschersheim) ging.
Im Mittelalter gab es aber einen Abzweig nach Eschborn, Steinbach,
Weißkirchen
(L3006), durchs Feld Richtung Obereschbach. Hier kreuzt er die
„lange
Meile“ (Römerstraße von Nida zur Saalburg). Zwischen Gonzenheim
und Obereschbach geht es über den Esch- und bei der A5 über den
Seulbach. Teilweise unbefestigter Weg. Hier ist der Name Weinstraße
übermittelt (ebenso wie Rennstraße eher ein Gattungsname, wird
meist von Wagen hergeleitet; möglicherweise aber auch vom aus
Richtung Mainz her transportierten Wein).
Bei Burgholzhausen (früher Holzhausen) teilte sich die Straße:
ein östlich verlaufender Zweig dicht an Rodheim vorbei (Mainzer
Straße),
Niederrosbach, Ockstadt nach Friedberg, sowie eine westlicher, höher
verlaufende. Diese verläßt Burgholzhausen nördlich (Weinstraße),
durch Hügelgräber, zum Beinhardshof, nach Oberrosbach (B455).
Weiter durchs Feld (Obstbaumwiesen; unbefestigte Wege) zum Löwenhöf.
Der Weg läuft nun sehr dicht (50m) neben der Autobahn (A5) 2km westl.
Ockstadt vorbei. Hier alte Wegrinnen und bekannt als Alte Wetzlarer
(o. Butzbacher) Straße.
Nahe dem Galgenkopf 250m neben der Autobahn am Waldrand entlang. Nahe
dem
alten Hof Hasselheck wird die Usinger Straße (Landweg von Nauheim über
FH Winterstein, Pfaffenwiesbach nach Usingen) gekreuzt. Zusammen mit
dieser
unterquert man an dieser Stelle die A5 und durchs Feld (nun befestigter
Weg)
durchs neugebaute Industriegebiet nach Obermöhrlen (Neubaugebiete).
Nahe der Heftersheimer Mühle Usabrücke und Kreuzung mit Nr.12).
500m unbefestigt und in zwei Spuren zum Galgenberg hinauf (Platz der
alten
Gau-Richtstätte; diese lagen meistens an bedeutenden Straßen).
Dann wieder befestigter Feldweg nach Ostheim und 300m westl. der Bahn
an
Nieder-Weisel vorbei, zum Römerhof, und weiter nach Butzbach.
14.) Hohe Straße von Bergen bei Frankfurt
über den Vogelsberg nach Fulda
Dies ist eine der ältesten und wichtigsten Altstraßen Hessens,
und soll deshalb - obwohl sie den Taunus nicht berührt - hier ebenfalls
besprochen werden! 754: Bonifatius stirbt bei seinen Bekehrungen in
Ostfriesland
den "Martyrertod" und wird zu Schiff nach Mainz gebracht. Seine
Heimführung
in das von ihm gegründete Kloster - das strategisch günstig an
der Fuldafurt der seit ältester Zeit existierenden Handelsstraße
von Mainz und Frankfurt nach Leipzig durch die "Kurzen
Hessen" liegt -
soll
noch einmal „öffentlichkeitswirksam“ inszeniert werden. Bonifatius wird
über dem Landweg (alte römische Elisabethenstraße; heute
A66 Wiesbaden-Frankfurt) von Mainz-Kastell nach

(Elisabethenstraße zwischen Hofheim-Heddernheim ~1893)
Nida-Heddernheim und
weiter
von Bergen über die Wetterau- und Vogelsberghöhen in seine Abtei
gebracht. (Der Weg durch die "Langen Hessen" ging über Hersfeld und
Eschwege und war deshalb nicht nur länger sondern auch unbeliebter,
wenn auch zuzeiten weniger gefährlich.)
Die Verbindung "Alte Straße" (wie sie im Neuhofer Forst heißt)
zu Bonifatius ist alten Bewohnern durchaus noch geläufig. Insofern war
diese für das Frühmittelalter das, was die B40 über Steinau
an der Straße und Schlüchtern die Kinzigtalstraße (spätere
Reichsstraße 40) und für die heutige Zeit die A66 zwischen Frankfurt
und Fulda ist: eine der wichtigsten hessischen Verkehrsachsen...
Zum erwandern sind ist die Hohe Straße an drei Stellen
besonders
günstig:
I. von Bergen über Galgenberg, Hühnerberg (Höhen der Wetterau)
nach Marköbel (größtenteils Feldwege)
II. im Büdinger Forst von Gut Herrnhaag bis kurz vor Waldensberg (hier
heißt der Weg Reffenstraße)
III. von Radmühl über die Naxburg und an Gunzenau vorüber,
südl. Brandlos über die Höhen
des Neuhofer Forsts nach
Fulda-Johannesberg.
Hier heißt er Alte Straße. Am Kirschbäumchen mitten
im tiefsten Neuhofer Forst fühlt man sich dabei auf einem 10km langen,
teils noch unbefestigten Abschnitt ins Frühmittelalter zurückversetzt,
und würde sich nicht wundern wenn plötzlich Ritter oder berittene
bischöfliche Boten den Höhenweg entlanggeritten kämen... dies
ist der Antsanvia
aus der Vita Sturmi des 8. Jahrhunderts.
Dieser Antsanvia läuft vom Kirschbäumchen weiter nördlich,
Richtung Großenlüder, zur Fuldafurt bei Kämmerzell, und weiter
auf Hünfeld und Eisenach Richtung Leipzig. Der ebensoalte, westöstlich
verlaufende Ortesweg läuft hier mit dem Antsanvia zusammen,
geht
bei Bronnzell über die Fulda und anschließend über die Wasserkuppe
und Bischofsheim vorüber ins Streutal, nach Salz. Im Westen trennt sich
der Ortesweg vermutlich bei Obermoos von unserem Straßenzug, macht
einen Bogen nach Norden, um über die Vogelsberghöhe (Taufstein
– Feldkrückerhöhe) in die Wetterau zu ziehen. Dieser Höhenweg
ist noch immer begehbar.
Der westliche Verlauf bis Leisenwald ist recht klar, ebenso der
östliche
ab Dörrhöfe bis Fulda. Unklar ist das Stück dazwischen (um
Birstein) wo Landau in seiner Beschreibung vermutlich geirrt hat, denn
um
„an Hitzkirchen vorüber, zwischen Ober- und Unterreichenbach
durchzuziehen“
hätte die angeblich 1778 noch chaussierte Straße einschließlich
der Bracht vier Bäche durchqueren müssen, zusätzlich zur Salz
bei Radmühl. Da aber die „Alte Straße“ zwischen Salz und Freiensteinau
als Teil der Hohen Straße wohl feststeht, werden wir an Radmühl
festhalten müssen. Ein Umweg nach Norden (über den Seemenberg)
ist kaum wahrscheinlicher da hier noch mehr Quellbäche zu queren sind,
so daß als einzig vernünftige Alternative eigentlich ein Verlauf
Radmühl – Unterreichenbach – Birstein (das Landau gar nicht erwähnt)
– Hettersroth – Hitzkirchen, oder Radmühl – Alter Bahnhof – Fischborn
– Kloßkopf – Hitzkirchen anzunehmen wäre.
weitere Links:
Geschichtlicher Atlas von Hessen (Landstraßen des 16.- 18. Jh) von
Willi Görich: http://cgi-host.uni-marburg.de/~hlgl/atlas/id.cgi?ex=inhalt&page=5¤t=53&id=53
Landesgeschichtliches Informationssystem des Landes Hessen
(LAGIS):
http://web.uni-marburg.de/hlgl/lagis/suche.html
|