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AUSRÜSTUNGSLISTE
WANDERREITEN
Die folgende Liste ist eine
individuelle
Empfehlung. Sie
ist für Leute die nicht nur von Hotel zu Hotel oder
Reiterhof zu
Reiterhof,
sondern naturnah wanderreiten wollen ("Hotel der tausend
Sterne"-Ritt),
oder um da improvisieren zu können wo keine
reittouristisch
ausgearbeiteten
Routen existieren - oder man von diesen unabhängig
reiten will. Vom
Umfang her
ist sie für Strecken ab 4 Tagen Dauer - wer
kürzer unterwegs ist wird
auf
manches verzichten können. Der Stil ist deutsch
bzw.
kontinentaleuropäisch -
den hiesigen Verhältnissen entsprechend. Es ist
auch nicht alles auf
meinem
Mist gewachsen, sondern ich habe viel von anderen
erfahrenen Reitern
übernommen.
Diese Ausrüstung ist von mir
lang erprobt
und in den letzten zwei Jahrzehnten im wesentlichen
unverändert. Als Sattel ist natürlich jeder
dem
Pferd passende Wanderreitsattel mit großer
Auflagefläche und stabilen
Gepäckanbringungs-Vorrichtungen ebenfalls geeignet.
Als Einkaufsquellen
dieser
Ausrüstung kommen in der Qualitätsreihenfolge
in erster Linie
qualifizierte
Bergsportausrüster, zweitens Army-Shops, und erst
in dritter Linie
Reitsportgeschäfte in Betracht. Rom wurde nicht
über Nacht erbaut, und
genausowenig kann die passende Ausrüstung zum
Wanderreiten an einem
Stück
zusammengekauft werden.
Gute Ausrüstung ist kein Selbstzweck.
Sie
hilft dem
Reiter zu leisten, wofür er sich und sein Pferd
vorbereitet hat, und
trägt
damit zum Ritterfolg bei. Schlechte Ausrüstung
begrenzt oder vermiest
das
Leistungsvermögen, oder führt zum
Mißerfolg des Rittes. Meine
Liste umfasst das wirklich unbedingt nötigste, was
so gut wie jeden Tag gebraucht wird. Und ist zugleich
sowenig, dass man morgens im Biwak in 1 1/2 - 2 Stunden
mit füttern, frühstücken und packen bis
zum losreiten fertig wird. Was
man an mitgenommenem Gepäck auf einem Ritt nicht braucht wird
beim nächsten Mal zuhause gelassen (das gilt nicht
für Erste Hilfe und Hufbeschlagwerkzeug).
Als Wanderreiter oder Wanderreiterin
sollte man sich auch, spätestens beim zweiten oder
dritten Ritt, um einen gewissen Stil bemühen.
Stil drückt ein gewisses Bemühen um
Ernsthaftigkeit und Überlegung im Handeln aus, im Gegensatz zu Beliebigkeit. Der Begriff meint folglich keine
Reitweise, sondern eher die Vermeidung eines Anscheins
von einem Gammler zu Pferd. Als Beispiel nenne ich Müllsäcke,
die definitiv nicht auf's Pferd gehören...
Die "Goldenen Regeln" der
Wanderritt-Bepackung:
- Das Pferd nur mit soviel Gewicht
belasten wie für den Zweck des Rittes unbedingt
erforderlich (also wer
nicht durch den Dschungel reitet benötigt auch
keine Machete)
- Die für den Zweck qualitativ
beste
Ausrüstung kaufen die man sich leisten kann
(Teuer ist nicht was im
Laden viel gekostet hat, sondern was in kritischer
Situation versagt
oder durch seine Mängel ein ständiges
Ärgerniss ist -- Preiswert und
Quell der Freude ist was bei einiger Pflege seine
Funktion auch nach
Jahrzehnten zuverlässig erfüllt!)
- Das Gewicht gleichmäßig
am Sattel
verteilen, und so festschnallen daß jede Gangart in
beliebiger Dauer
geritten werden kann, ohne daß irgendein
Gepäckstück pendelt, schwingt
oder schlägt (ggf. Gepäck oder Sattel
entsprechend verändern, bzw.
abändern lassen)
- Der Mantelsack darf den
Pferderücken und insbesondere den Bereich der
Wirbelsäule nicht
berühren. Widrigenfalls wird das Pferd binnen 4
Tagen wegen Rückendruck
reituntauglich
- Auf einem Wanderritt niemals etwas
Neues ausprobieren auch wenn es noch so gut aussieht.
Link zu diesem tollen
Pferd!
Ausrüstungsliste
(Rhöntour August 2000):
1- Deutscher Militärsattel/ Armeesattel
Modell 25 Gr.1
2- Zeltplane 2,20m x 1,60m
(Bundeswehrponcho) als
Mantelsack gerollt; Inhalt:
3- Daunenschlafsack 1000g Gewicht, bis
-5°C,
Bezug leichte
Fallschirmseide (Marke TheNorthFace)
4- Isomatte Therm-A-Rest Ultralite,
dünne
zusammenrollbare
Schaum-/Luftmatratze
5- Biwaksack ganz aus Goretex-Nylon
verstärkt
in waldgrün
(tarnfarben)
6- Ersatzwäsche: 1 T-Shirt, 1
Muskelshirt,
Badehose,
kl.Handtuch, Wollsocken, 2 Unterhosen
7- Faserpelz-Pulli für
Schlechtwetter und
abends
Durchmesser des Mantelsacks am Pferd
18
cm, Länge 1m,
mit 5 Leder-Schnallriemen (2,5 cm breit) hinter dem Sitz
befestigt (4kg
Gewicht).
Hinten am Sattel:
8- Faltgrill Edelstahl (Markill) in
Lederfutteral
9- Albtasse (Stahltasse 0,3l) an
Alukarabiner
10- Naturschwamm an Alukarabiner
11- Original-Packtaschen zum
Militärsattel (umgerüstet
um hinten verwendet werden zu können), Inhalt:
12- Kochgeschirr Stahl/Alu mit
Spiritusbrenner,
Kaffeekessel, 2 kleinen Töpfen und Teller/Pfanne
(Trangia) in
Nylonsäckchen.
Der beste Kocher für Wanderreiter. Mitverpackt kl.
Topfschwämmchen u.
Geschirrtuch. Da klappert nichts.
13- Brennstoffflasche Spiritus 1l
(PE-Kunststoff) - reicht
für ca. 14 Tage. Spiritus ist sicherer und
einfacher in der Handhabung
als
Benzin und leichter zu beschaffen als Gas. Bei
Winterkälte gibt es
geeignetere
und vor allem leistungsstärkere Brennstoffe.
14- Drei Mahlzeiten (Eintopf,
Bratkartoffeln,
Nudeln u.a.
dehydrierte Fertiggerichte)
15- Frischfleisch, Käse und Obst
je nach
Kaufgelegenheit,
bzw. Bedarf
16- 500g Vollkornbrot in Plastikbox
17- 100g Salz fürs Pferd
18- Salamiwurst
19- Cappuccino-Pulver (Alublechdose)
20- Kulturbeutel mit Rasierzeug,
Spiegel,
Bioseife,
Heftpfaster u. Zeckenzange
21- Putzzeug fürs Pferd:
Bürste und
Gummistriegel
In der Hufeisenvortasche:
22- Feuerzeug
23- Zeltleinen (5x3m)
24- Lederfett mit Bienenwachs zur
Schuh- und
Sattelpflege
bei Regenwetter
25- Mückenmittel für Pferd
und Reiter
26- Zinksalbe
27- Sonnenmilch
28- Mini-Taschenlampe (Maglite)
29- Reparaturset: Nähahle,
Bändchen
Forellenfaden, Nieten
Gewicht 7,5kg

30- Schweizer Vorderpacktaschen ,
schmal.
Inhalt:
31- Futterschüssel aus
gewebeverstärkter
Polyesterplane, faltbar
32- Gerba für 4l Wasser aus
Polyester,
gefaltet (Ortlieb)
33- Wehrmachts-Eßbesteck in
Futteral mit 4
Gewürzdöschen
34- Landjäger (Hartwürste)
und 2 Schokoriegel
o.a.
Brotzeit
35- Kräuterbutter und
Streichwurst bzw.
Marmelade in
PE-Schraubdosen
Gewicht 3kg
Vorne am Sattel:
36- 15m undehnbares Bergseil
(Reepschnur)
11mm Durchmesser
mit großem Alu-Sicherungskarabiner zum
Übernacht-Anbinden des Pferdes
(Als
Laufseil verwendet besser 20m vorsehen)
37- US-Army 1l-Wasserflasche,
Kunststoff im
Nylonfutteral.
Schwingfrei zu befestigen
38- Sigg-Aluflasche 0,75l grün
eloxiert für
edlere
Getränke (z.B. spanischen Sherry)
39- Not-Hufbeschlagwerkzeug mit 15
Ersatznägeln in
Lederetui
40- 1 Paar angepasste Ersatzeisen (nur
wenn
Beschlag oder
Pferd beim Start diesbezüglich zweifelhaft sind!
Besser mit
unverbrauchtem
Beschlag starten, unbedingt zu den Hauptritten der
Saison, und darauf
verzichten)
41- Futtersack aus Polyesterplane mit
Kompressionsriemen
für bis 6-8kg Getreide. (Mit dem selber
hergestellten Teil
bin ich
nicht völlig zufrieden. Die Wehrmacht hatte
anscheinend einen besseren
- den
suche ich!)
42- Zweiter Regenponcho (Bundeswehr),
auch
als Abdeckung
für Sattel u. Ausrüstung oder Zeltplane
43- leichte ungefütterte Regen-
und Windjacke
(Goretex
o.ä.)
44- Regenchaps (Nylon)
Befestigung der vorderen
Packstücke mit 2
ledernen
Schnallriemen (Vorderpacktaschen) und 3 Nylonriemen 2cm
breit
Gesamtgewicht Ausrüstung ohne
Futter,
Sattel u. Decke:
18kg
Gewicht Sattel mit
Camarguebügeln,
Bügelriemen u.
Schnurengurt: 9,5kg (Reiter: 80kg)
45- Satteldecke: Woilach Bundeswehr
ca.
2,40m x 1,80m,
grün, Reine Schurwolle. 6-fach gefaltet.
Trockengewicht 3,5kg
46- Zaumzeug: Spanisches Zaumzeug mit
handgenähtem
Stirnriemen (ohne Wisch) und kurzer S-Kandare mit
beweglichen Schenkeln. Zügel Leder, einteilig,
schmal,
mit kl. Messing-Karabinern
47- Parelli-Halfter grün
(dünnes
Baumwollmix-Seil) oder Woll-Halsriemen (beides nur für
100% anbindesichere Pferde!)

Persönliche Ausstattung:
48- Wanderstiefel (Meindl oder
HanWag), aus
starkem Leder,
möglichst zwiegenäht, mit Wachsfett
wasserabweisend imprägniert, kein
Goretex
49- Cord-Reithose mit Vollederbesatz
in braun
(Pikeur):
strapazierfähig, schmutzunempfindlich, trocknet
schnell wenn naßgeworden
50- Kopfbedeckung, unbedingt
erforderlich bei starkem Sonnenschein: ich mag helle
Schirmmützen, die man auch als
Tränkgefäß verwenden kann, für von
Pferden unerreichbare Wasserquellen. Im Frühjahr/
Herbst eher allwettertaugliche Hüte
51- Linealkompaß
mit Rosette und
Visiereinrichtung (Silva
Type 54) in Ledertasche (Gürtel); falls man ohne GPS
reitet.
52- Finnenmesser Dreilagenstahl,
Glattschliff, mit
gummiertem Griff (am Gürtel)
53- ggf. abisolierte kleine
Knipex-Zange
(Zaunpetze)
54- Hüfttasche, Inhalt: Karten
(in
Plastikbeutel), GPS-SmartPhone
mit Ersatzakku und Solarpanel, zugleich Telefon +
Reisetagebuch, Analog- oder Digicam (Leica/Bessa-R oder
SONY Nex) Kartenmarkierstift (Gewicht 1,5kg).
55- Kartentasche aus
Polyester-Klarsichthülle, robust, mit
Kordel
56 - ErsteHilfe Päckchen (für Rittführer
obgligatorisch)
Hufbeschlag:
57- Profileisen bzw. 3/4-Profileisen
(Kerckhardt BR bzw. PB)
ggf. mit Hartmetallstiften (Gleitschutz) rundum
58- vorne: Luvexplatten (Netzplatten)
ohne
Einlage
© Frank Mechelhoff
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