my Landcruiser Station (HZJ-78)

Frank Mechelhoff                                                            Update 23.03.2007 -  NEU 30. Juli 2005
HZJ

Toyota Landcruiser HZJ 78, Bj. 2000 (aka Troop-Carrier/ Buschtaxi)
Die Typenreihe HZJ 7 besteht aus drei Modellen: 71 (sehr kurz) / 74 (kurz mit Hardtop) / 78 (Station Wagen) / 79 (Pickup). Alle sind zweitürig. Sie war als "Heavy Duty" Serie der Landcruiser Reihe offiziell im Deutschen Toyota Verkaufsprogramm von Anfang 2000 bis Ende 2001 - gegen Sonderbestellung - ich hab auf meinen 5 1/2 Monate gewartet. Das Preisniveau lag nur unwesentlich über dem Defender 110, aber unterhalb der "Light Duty" J9 Serie, und war damit ein interessantes Angebot
Sie ersetzte den HZJ 75, mit sehr ähnlicher Karosserie, der vorne noch Blattfedern hatte, und nur über freie Importeure erhältlich war. 2007 wurde die Serie durch ein Nachfolgermodell mit deutlich geänderter Frontmaske und Rechteckscheinwerfer ersetzt, der wiederum nur über freie Importeure (und zu erheblich höheren Preisen) erhälltlich ist.
Die wichtigsten Eigenschaften:

HJZ

Wozu benutze ich dieses Fahrzeug?

In Deutschland wird dem Geländewagenfahrer immer die Antwort auf die Frage nach dem "Sinn" abgenötigt. Nie würde man den S-Klasse Fahrer fragen: "Warum haben Sie so ein großes Auto?". Bei einem Oldtimer- oder Cabriofahrer wird fast immer richtig erkannt: Der fährt den Wagen weil es ihm wohl mehr Spaß macht als mit einem gewöhnlichen PKW.  Genauso kann ein Geländewagen Spaß machen, selbst wenn man damit nur selten ins Gelände fährt.
Ich habe tatsächlich einen "realen" Grund weswegen ich mir diesen Wagen angeschafft habe: ich bin Reiter und benötige ein robustes Fahrzeug zur Versorgung der Pferde, im Winter fahre ich damit Heu und bringe es ihnen damit auch bei Eis und Schnee auf die Koppel, im Sommer bin ich oft tage- oder wochenweise mit ihnen auf Tour in ganz Deutschland. Ohne Hänger oder mit Hänger - man merkt fast keinen Unterschied beim Fahren. Ich fahre diese Fahrzeugklasse seitdem ich es mir leisten kann. Und sollten Sie selber zu den BMW-Fahrern gehörenn werden Sie vielleicht verstehen warum man ohne Not nicht auf die Vorteile eines Reihensechszylinder verzichtet.

Somit ist dies Fahrzeug ein äußerst vielseitiges und - trotz Mangel an elektrischen Helfern - sehr komfortables, lesies und vor allem großes Alltagsfahrzeug mit hohem praktischem Nutzwert, und vor allem guter Reisewagen für Fernreisen. Wenn es sein muß, lassen sich auch lange Autobahnetappen im Tempo 130-140 km/h damit streßfrei zurücklegen, wobei bei diesem Tempo der Verbrauch bereits zu klettern beginnt. Besser legt man längere Reiseetappen über Landstraßen zurück, z.B. auf französischen Nationalstraßen kann man so 800km/ Tag zurücklegen. Dies ist zwar auch mit komfortorientierten
Sports Utility Vehicles (SUVs) möglich, jedoch mit keinem anderen volltauglichen Geländewagen.
Dank seiner guten Übersichtlichkeit und gut übersetzter Servolenkung kann man ihn nicht nur ohne Furcht der Frau oder Freundin ausleihen -- er ist auf kurvigen schmalen Bergstrassen z.B. in den Alpen oder der Toskana überraschend flott zu bewegen und kann hier selbst zügig und von Einheimischen bewegten PKW problemlos folgen. Auch Vollgas-Hatz die Pässe hinauf bringt weder den Kühlerventilator je in Aufruhr oder gar das Meßinstrument zum Steigen, noch muß man am anschliessenden Tank-Stop hierfür Buße zahlen. Die starke Motorbremswirkung hilft auch auf eiligen Passabfahrten dass die eigentlich wenig modernen Bremsen nie überhitzt werden. Zu kritisieren ist indes die schwache Handbremse: sie kann den Wagen mit angehängtem 2t-Hänger am Berghang kaum sicher halten. Auf langen Fahrten sinkt der Verbrauch nicht unbeträchtlich, gegenüber Mittelstreckenbetrieb (für Fahrten unter 35km starte ich den Motor dieses Wagens nur selten). Offenbar wird der Motor erst nach 100km oder so "richtig" warm. Auch die Benutzung von Leichtlaufölen zahlt sich im Verbrauch aus, während sie bei vielen kleineren Maschinen kaum wahrnehmbar ist.


Sie haben Fahrzeuge wie dieses schon mal im "Auslandsjournal", in Afrika oder Arabien gesehen? Das ist richtig. TOYOTA vertreibt diese Fahrzeuge seit über 50 Jahren und ist in der "3.Welt" PKW-Marktführer. Armeen, Sicherheits- und Rettungsdienste sowie Hilfsorganisationen sind die größten Kunden. Der aktuelle Landcruiser J-7 wird mit geringen Veränderungen seit 1985 im Toyota Stammwerk hergestellt und ein Ende der Produktion ist nicht geplant (2007 gibt es ein kleines facelift und zusätzlich einen V8-Turbodiesel). Nach Deutschland wird die "heavy duty" Modellreihe heute nicht mehr geliefert sondern nur die "light duty" J-12 den Deutschen Marktanforderungen genügen. Um 2000 herum wurden ca. 800 J7 Fahrzeuge offiziell durch TOYOTA Dtld. eingeführt. Vermutlich war diese Einführung Vorbedingung zu einem Großauftrag eines deutschen Bergbauunternehmens das diese Fahrzeuge regelmässig abimmt. Die Stückzahlen spielten jedoch keine große Rolle gegenüber dem damaligen J9 "Light Duty", und auch nur eine Handvoll Händler betrieb eine aktive Vermarktung. "Was wollen Sie denn mit diesem 3.Welt-Wagen?" fragte mich ein Vertragshändler im Vordertaunus. Meine Antwort war: "Verkaufen Sie mir den J95 mit Lederausstattung zum selben Preis, dann nehme ich ihn trotz Vierzylindermotor"...
Vorgänger des J-7 war der 1951 vorgestellte J-4. Für TOYOTA ist die J7 "Heavy Duty" Reihe eminent wichtig, denn sie hat das Image der Marke, die zuverlässigsten Autos der Welt zu produzieren, elementar mitbegründe und ist ihr symbolhafter Ausdruck. Dies Image wurde anhand von Pannenstatistiken und Kundenzufriedenheitsanalysen weltweit immer wieder bestätigt. Toyota gilt als Erfinder des Kaizen,der japanischen Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung des Produktionsprozesses in kleinen Schritten unter Einbeziehung der Arbeiter. Dieser erfolgreiche Weg wird heute weltweit kopiert. Natürlich ist man daneben auch immer bemüht, an den Stellen wo es nicht so sehr drauf ankommt Kosten zu sparen, nur so kann man bei gestiegenen Löhnen die Preise stabil halten. Deswegen ist eine gewisse "Nüchternheit" und spartanische Ausstattung ebenfalls Kennzeichen des J7 -- bis hin zu einem Ventildeckel aus Plastik anstatt Aluminium, vermutlich weil man entdeckt hat dass man auf diese Weise eine große Dichtungsfläche einspart und dieses Motorbauteil an einem J7 sowieso nie wirklich heiss wird... aber, wenn Ihnen das komisch vorkommt: Haben Sie bei Ihrem modernen PKW den Motor unter der Plastikabdeckung überhaupt schon mal gesehen..??

Links zu historischen LandCruiser Stationwagen:

FJ55
Schön, skurill, selten und leider ein Schluckspecht: FJ55 - gebaut 1967-1980 (5-Türer, 4.2 l Benzinmotor, 135PS, 4.67m lang, 1940kg)

http://www.brian894x4.com/LC50.html

http://www.fj40-garage.de

FJ55
FJ45
Das ursprüngliche Buschtaxi - Fernreisemobil der 60'er und 70'er, noch stilvoller als ein 78er und leider nicht so geräumig:
FJ/BJ/HJ 45 : gebaut 1960-1985
(Dieselmotoren -105PS, Benziner 135PS)
BJ

contact:

Frank.Mechelhoff "at" gmx.de


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