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Update Dez. 2013 -  NEU 30. Juli 2005

Landcruiser Station (HZJ-78)

HZJ

Toyota Landcruiser HZJ 78, Bj. 2000 (aka Troop-Carrier/ Buschtaxi)
Die Typenreihe HZJ 7 bestand aus vier Modellen: 71 (sehr kurz) / 74 (kurz mit Hardtop) / 78 (Station Wagen) / 79 (Pickup) - alle zweitürig, und als "Heavy Duty" Serie der Landcruiser Reihe offiziell von Anfang 2000 bis Ende 2001 im Deutschen Toyota Verkaufsprogramm  - gegen Sonderbestellung - ich hab auf meinen 5 1/2 Monate gewartet. Das Preisniveau lag unwesentlich über dem Defender 110, aber unterhalb der komfortabler ausgestatteten  "Light Duty" J9 Serie, und war damit (1/3 unterhalb des Preises eines Mercedes G290, der etwa 40cm kürzer ist als ein J78) ein interessantes Angebot. In manchen Märkten, nicht jedoch in Deutschland, gab bzw. gibt es einen viertürigen Typ 76, etwas kürzer als der 78.
Der HZJ 78 ersetzte den HZJ 75, mit sehr ähnlicher Karosserie, der vorne noch Blattfedern hatte, und nur über freie Importeure erhältlich war.
2007 wurde die Serie durch ein Nachfolgermodell gleichen Namens mit deutlich geänderter Front und Rechteckscheinwerfern ersetzt, der wiederum nur über freie Importeure (und zu erheblich höheren Preisen) erhältlich ist.

Die wichtigsten Eigenschaften:


HJZ

Wozu benutze ich dieses Fahrzeug?

In Deutschland wird dem Geländewagenfahrer oft die Antwort auf die Frage nach dem "Sinn" abgenötigt.
Nie würde man den S-Klasse Fahrer fragen: "Warum haben Sie so ein großes Auto?". Bei einem Oldtimer- oder Cabriofahrer wird fast immer richtig erkannt: Der fährt den Wagen weil es ihm wohl mehr Spaß macht als mit einem gewöhnlichen PKW.  Genauso kann ein Geländewagen Spaß machen, auch wenn man damit nur selten ins Gelände fährt.
Ich habe einen "realen" Grund weswegen ich mir diesen Wagen angeschafft habe: ich bin Reiter und benötige ein robustes Fahrzeug zur Versorgung der Pferde, im Winter fahre ich damit Heu und bringe es ihnen damit auch bei Eis und Schnee auf die Koppel, im Sommer bin ich oft tage- oder wochenweise mit ihnen auf Tour in ganz Deutschland. Ohne Hänger oder mit Hänger - man merkt fast keinen Unterschied beim Fahren.


Somit ist dies Fahrzeug ein äußerst vielseitiges und - trotz Mangel an elektrischen Helfern - sehr komfortables, leises und vor allem großes Alltagsfahrzeug mit hohem praktischem Nutzwert, und vor allem guter Reisewagen für Fernreisen. Wenn es sein muß, lassen sich auch lange Autobahnetappen im Tempo 130-140 km/h damit streßfrei zurücklegen, wobei bei diesem Tempo der Verbrauch bereits zu klettern beginnt. Besser legt man längere Reiseetappen über Landstraßen zurück, z.B. auf französischen Nationalstraßen bis zu 800km/ Tag. Dies ist zwar auch mit komfortorientierten
Sports Utility Vehicles (SUVs) möglich, jedoch mit keinem anderen volltauglichen Geländewagen.
Dank seiner guten Übersichtlichkeit und gut übersetzter Servolenkung kann man ihn nicht nur ohne Furcht der Frau oder Freundin ausleihen -- er ist auf kurvigen schmalen Bergstrassen z.B. in den Alpen oder der Toskana überraschend flott zu bewegen und kann hier selbst zügig und von Einheimischen bewegten PKW problemlos folgen. Auch Vollgas-Hatz die Pässe hinauf bringt weder den Kühlerventilator je in Aufruhr oder gar das Meßinstrument zum Steigen, noch muß man am anschliessenden Tank-Stop hierfür Buße zahlen. Die starke Motorbremswirkung hilft auch auf eiligen Passabfahrten dass die eigentlich wenig modernen Bremsen nie überhitzt werden. Zu kritisieren ist indes die schwache Handbremse: sie kann den Wagen mit angehängtem 2t-Hänger am Berghang kaum sicher halten. Auf langen Fahrten sinkt der Verbrauch nicht unbeträchtlich, gegenüber Mittelstreckenbetrieb (für Fahrten unter 35km starte ich den Motor dieses Wagens nur selten). Offenbar wird der Motor erst nach 100km oder so "richtig" warm. Auch die Benutzung von Leichtlaufölen zahlt sich im Verbrauch aus, während sie bei vielen kleineren Maschinen kaum wahrnehmbar ist.

Falls Sie übrigens zu den
BMW-Fahrern gehören, werden Sie vielleicht verstehen warum man ohne Not nicht auf die Vorteile eines ideal ruhig laufenden
Reihensechszylinder verzichten mag. Höhere Servicekosten braucht man dabei nicht zu befürchten - In den 20 Jahren wo ich jetzt Sechszylinder fahre, habe ich nur 1x sechs neue Glühkerzen gekauft, bei einem Vierzylinder wäre es wohl 15,- billiger gekommen. Als SUV- oder Geländewagenfahrer muss man freilich in jeder Werkstatt damit rechnen, zum "Besserverdienerpreis" abgerechnet zu werden, unabhängig von der Motorisierung.

Braucht man so ein Fahrzeug auch in der Stadt?

Nein, normalerweise nicht. Ich fahre mit ihm auch nicht in die Stadt. Dafür habe ich einen anderen Wagen. Als geländegängiges Nutzfahrzeug ist der Nutzen dieser Fahrzeuge in der Stadt sehr begrenzt (Baustellen ohne festen Untergrund o.ä.), aber immer noch höher als der eines modischen SUV. Als Geländewagenfahrer bin ich eigentlich für eine Geländewagen- und SUV-freie City. Das halte ich für richtiger als die Steuern für diese Fahrzeuge noch weiter heraufzusetzen. In einigen Jahren werden wir ohnehin alle elektrisch in die Stadt fahren und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aus dieser verbannen. Es sind die traditionellen Automobilhersteller die bei diesem Entwicklungsprozeß hinderlich sind.

Sie haben Fahrzeuge wie dieses schon mal im "Auslandsjournal", in Afrika oder Arabien gesehen?

Das ist richtig. TOYOTA vertreibt diese Fahrzeuge seit über 50 Jahren und war in der "3.Welt" PKW-Marktführer. Armeen, Sicherheits- und Rettungsdienste sowie Hilfsorganisationen sind bzw. waren die größten Kunden. Der Landcruiser J-7 wird mit geringen Veränderungen seit 1985 hergestellt und ein Ende der Produktion ist nicht geplant (2007 gibt es ein kleines facelift und zusätzlich den V8-Turbodiesel). Nach Deutschland wird die "heavy duty" genannte Modellreihe nicht mehr geliefert, sondern nur die "light duty" Serien mit Einzelradaufhängung (J12-J15) und das "Schlachtschiff" J-20, ein reines Luxusvehikel und der wohl schwerste serienmässig in Deutschland beschaffbare Großkraftwagen.
Um 2000 herum wurden ca. 800 J7 Fahrzeuge offiziell durch TOYOTA Dtld. eingeführt. Eventuell spielte der
Großauftrag eines deutschen Bergbauunternehmens dazu eine Rolle. Jedoch wussten nur eine Handvoll Händler überhaupt von diesem Wagen oder betrieb aktive Vermarktung. "Was wollen Sie denn mit diesem 3.Welt-Wagen?" fragte mich ein Vertragshändler im Vordertaunus, und versuchte mir stattdessen den J95 schmackhaft zu machen. Gekauft habe ich den J78 dann bei einem Händler im Spessart.
Vorgänger des J-7 war der 1951 vorgestellte J-4. Für TOYOTA ist bzw. war die J7 "Heavy Duty" Reihe eminent wichtig, trotz heutzutage nicht mehr so bedeutender Stückzahlen. Sie hat das Image der Marke, die zuverlässigsten Autos der Welt zu produzieren, elementar mitbegründet und ist ihr symbolhafter Ausdruck. Dies Image wurde anhand von Pannenstatistiken und Kundenzufriedenheitsanalysen bis in die 2000er Jahre immer wieder bestätigt, erhielt zuletzt aber deutliche Dämpfer. Wie andere Großserienhersteller auch, hat TOYOTA an allen Ecken und Enden ihrer Fahrzeuge gespart - oft auf Kosten von Lebensdauer und Zuverlässigkeit. Sogar beim J7.

Update 2013

Mein Wagen läuft noch immer (145.000km ohne wesentliche Defekte), aber mittlerweile beginne ich nach einem Nachfolger Ausschau zu halten. Wobei dasselbe Modell nicht mehr infrage kommt: Unser Zugfahrzeug muss auf lange Sicht auch ein 3. Pferd ziehen können, d.h. statt der 1.8t demnächst 2.5t. Bei 130PS ist es dann mit der Souveränität vorbei. Der turbolose Wirbelkammer-Einspritzer war schon 2001 motorentechnisch nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Heute weiß man dass aufgeladene Direkteinspritzer langlebig sein können und dabei auch sparsamer sind.
Toyota Deutschland zeigte leider bislang keinerlei Interesse, den Nachfolger VDJ78 (mit 4.5l V8 Direkteinspritzer-Turbodiesel, 200 PS und rundum Scheibenbremsen) aus dem australischen und südafrikanischen Prorgamm hierzulande zu verkaufen. Nach dem angekündigten Ende der Landrover Defender 110er Baureihe wäre für robuste, zugkräftige Fahrzeuge mit moderner Motorisierung eigentlich eine Marktlücke, die das Image des "Unzerstörbaren" wieder aufpolieren könnte. Ich würde ihn sogar mit Rechtslenkung kaufen. Jedenfalls weit eher als einen Pickup.

Wenn ihn aber Toyota nicht einführen will, muss ich wohl meinen "alten" weiter fahren. Er hält mit etwas Pflege sicherlich noch weitere 15 Jahre halten. Oder auch solange bis ich Rentner bin und ihn dann restaurieren kann. Dann verdient Toyota eben nichts mehr an mir.

Als Fahrer schwerer Geländewagen seit 20 Jahren bin ich über das Nahezu-Verschwinden "echter", nutzorientierter Geländewagen aus dem Straßenbild, bei gleichzeitigem "Boom" der zweckfreien SUV's, schon einigermaßen verwundert. Die meiste Leute die einen großen, nutzorientierten Geländewagen brauchen, kaufen heute einen Pickup, wobei sicher auch Preisgründe eine Rolle spielen. Nur leider sind die Pickups nicht so robust und langlebig, wie sie aussehen, was die meisten Besitzer nach 5-7 Jahren, oft auch schon kurz nach Ablauf der Garantie, feststellen. Kapitale Schäden der kleinvolumigen, hochgezüchteten Motoren und der Getriebe sind die Regel. Noch heute werde ich auf meinen Wagen ziemlich oft positiv angesprochen. Ich glaube deshalb schon, dass sich, mit ein klein wenig Werbung, die heutzutage jedes Produkt braucht, der VDJ78 in Deutschland sehr gut verkaufen würde. Dazu muss man aber den "Nutzanwender" unter den Käufern wiederentdecken. Ein solches Marketingkonzept hätte Zukunft, denn Nutzanwender wird es unter Landwirten und Freizeitsportlern immer geben, mit eher steigender als abnehmender Tendenz.
Das "Luxus-SUV" als Lifestyle-Vehikel oder Panzer für Ängstliche, Rücksichtslose und finanzkräftige Alte ist ökologisch und ethisch fragwürdig und hat ausgedient. Der Staat wird dem, früher oder später, einen Riegel vorschieben. Das "Wettrüsten" auf unseren Straßen mit immer größeren schwereren, nahezu gepanzerten Wagen kann ihm nicht dauerhaft gleichgültig sein. Die Straßen wachsen nämlich nicht mit den Autos mit. Wer im Alltagsverkehr öfters hinter SUV's herfahren muss, bekommt ja auch mit, dass in ihnen meist die schwächsten Autofahrer sitzen.

VDJ78
Am Gesamtkonzept dieses Wagens gibt es auch nach fast 30 Jahren nichts zu verbessern:
Landcruiser VDJ78 GLX von 2013 (Photo Toyota Australien).
Tolles Bild, oder?
Werktags zur Arbeit auf der Farm, am Wochende für die Freizeit!
Das sind Kunden, die sich nur Fahrzeuge verkaufen lassen, die ein Leben lang halten!
Mein Hoch auf sie!
Wir Deutschen sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen, anstatt uns mit weichgespülten SUVs oder Pickups zufrieden zu geben, die nach 5 Jahren beginnen auseinanderzufallen.
Link: Vertriebsanfrage an Toyota Deutschland

Links zu historischen LandCruiser Stationwagen:

FJ55
Schön, skurill, selten und leider ein Schluckspecht: FJ55 - gebaut 1967-1980 (5-Türer, 4.2 l Benzinmotor, 135PS, 4.67m lang, 1940kg)

http://www.brian894x4.com/LC50.html

http://www.fj40-garage.de

FJ55
FJ45
Das ursprüngliche Buschtaxi - Fernreisemobil der 60'er und 70'er, noch stilvoller als ein 78er und leider nicht so geräumig:
FJ/BJ/HJ 45 : gebaut 1960-1985
(Dieselmotoren -105PS, Benziner 135PS)
BJ


Patrol K160 (c) taunusreiter.de
Mein erster Geländewagen (1994 - 2000)
Nissan PATROL K160 : Robust, praktisch, gut klingender kräftiger Motor (3.3l TD, 6 Zyl Reihe)
Mit nur 110.000km verkauft nach Spanien, da fährt er bestimmt immer noch.
Ein wirklich tolles Auto. Trotz des eigentlich zu kurzen Radstands ein sehr gutes Zugfahrzeug
Leider schlechter Rostschutz, keine Sperren, und nach unten durchhängendes Getriebe, weshalb man im Gelände öfters aufsetzte.
In diesen Punkten ist der HZJ das klar bessere Auto. Ansonsten ist er auch vom Grundaufbau sehr ähnlich.
Grüne Außenfarbe war bei dem Typ immer
innen mit braunem Kunstleder kombiniert. Rote, weiße und blaue hatten Plüschpolster, was nicht so praktisch ist. Die Polizei fuhr ihn auch, leider immer als Saugdiesel (95 statt 110PS).
Eine Weile suchte ich nach einem gleich ausgestatteten, längeren Viertürer, konnte aber keinen finden.
Aus dem Straßenbild verschwunden wegen prohibitiver Steuern (damals DM 1.250,- p.a. trotz Nachrüst-Kat)
Die Nachfolger des K160 litten an immer stärkerer Fettleibigkeit, woran der PATROL drei Modellwechsel später am Markt verschied.


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