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www.weitreitergilde.de
Reiten
und
Orientierung
mit der Karte
Frank Mechelhoff 2005 –
copyright (Text)
Wozu brauche ich als
Reiter
überhaupt eine Karte? „Ich
kann auch nach der Sonne reiten. Das ist mir viel zuviel Stress, da
ständig draufzugucken
- das lenkt mich vom Reiten ab. Die Wege die auf den Karten drauf sind,
sind in
der Natur eh oft nicht da.“ Solche Sätze hört man oft,
auch von
erfahrenen
Reitern. Die zeigen aber nur, dass sie mit der Karte nicht
richtig umgehen.
Wozu soll die Karte
dienen? Um in einem Gelände, das man nicht ganz
sicher
kennt, den
besten Weg zu
finden. Oder den schnellsten. Oder den sichersten. Oder den
schönsten.
Oder den
einzigen, den es gibt (oder man zu Pferd benutzen kann).
Die Karte
hat also den Zweck, mich als Reiter an ein Ziel zu führen, das ich
zu
Pferd
noch nicht sehen kann. Natürlich kann das auch ein Rundritt sein,
oder
ein
schönes Tal hinab. Ich kann auch probieren das Tal ohne Karte zu
reiten, wenn
es nur geradeaus geht. Aber vielleicht ist der Weg auf der anderen
Talseite
besser, und ich komme nicht hinüber. Oder endet an einer
Straße. „Wären
wir mal
an der Brücke vor 2km abgebogen..!“ Das vorher zu erkennen, dazu
nützt
die
Karte - wenn man sie richtig lernt zu benutzen.
Welche
Karten
zum Wanderreiten?
Es gibt
Karten für so gut wie jeden Zweck, nur für Reiter gibt es so
gut wie
keine. Die
Ansprüche des Reiters an die Karte sind denen des Wanderers am
ähnlichsten,
deshalb sind diese am besten zu gebrauchen. Der zünftige
Wanderfreund
liebt die
gleichen Wege wie wir. Nur selten (vorwiegend in tief eingeschnittenen
Tälern)
tauchen Wege auf die ein Wanderer noch, ein Reiter aber auch abgesessen
nicht
mehr bewältigen kann. Der Radfahrer hat andere Wünsche an den
Weg als
der
Reiter (z.B. wenig Steigung, harter und glatter Untergrund), deshalb
sind seine
Karten wenig brauchbar.
Die Karte
unterscheidet sich von der Realität insofern, dass sie verkleinert,
verallgemeinert,
und zweidimensional abgebildet ist.
Verkleinert, d.h. die
Realität ist
in einem
bestimmten Verhältnis (Maßstab) abgebildet. Maßstab
1:25.000 bedeutet
1cm auf
der Karte entspricht 25.000cm (oder 250m) in der Natur. 1
Quadratkilometer
Erdoberfläche ist auf einem Kartenkästchen von 4cm Länge
und 4cm Breite
abgebildet.
Verallgemeinert, d.h. nicht alle
wichtigen
Objekte können auf der Karte in der gewünschten Genauigkeit
erfasst
werden. Und
zwar ist dies abhängig vom Komplexitätsgrad der Landschaft
und dem
Maßstab. Bei
der Karte 1:50.000 ist ein Quadratkilometer Welt auf einer Fläche
von
2cm mal
2cm abgebildet, d.h. einer viermal kleineren Fläche als bei der
Karte
1:25.000.
Ein Standard-Kartenblatt deckt einen Bereich von ca. 530 km² ab.
Das
ist gut
wenn man auf einer Mehrtagestour nicht so viele Karten in der Tasche
haben
will, aber es ist klar dass nicht alle Objekte 4-mal kleiner
eingezeichnet
werden können, sonst wäre die Karte nicht mehr zu lesen.
Welche
topographischen
Objekte überhaupt aufgeführt sind, steht in der
Zeichenerklärung. Wird
der
Kartenmaßstab größer, müssen manche weglassen,
oder generalisiert
werden wie der Kartograph das nennt. Welche
Informationen enthalten sind, hängt von den
Vermessungsvorschriften und
dem
Kartenzweck ab. Häufig sind es aber gerade die für den Reiter
wichtigen
Dinge,
wie kleine Brücken, weniger wichtige Wege usw., die schon in
Karten ab
1:50.000
oft nicht mehr aufgeführt sind. Besonders in kleinräumigen
Landschaften
mit
vielen Bergen, Bächen, Wegen, Ortschaften usw. In
großräumigen
Landschaften ist
die Generalisierung meist weniger stark.
Die Karte
ist ferner zweidimensional, d.h. die
Realität ist auf eine glatte Fläche
projiziert. Berge sind als Höhenschichtenlinien dargestellt. Man
kann
sich
vorstellen die Berge sind dabei in gleichstarke Scheiben geschnitten,
und die
Schnittkanten markiert. Gebiete mit vielen und dicken Höhenlinien
sind
steil,
solche mit wenigen oder nur gepunktet gezeichneten
sind flach. Zusätzlich ist für wichtige
topographische
Punkte die
Höhe in Normal-Null vermessen und angegeben (bei Ortschaften meist
die
der
Kirche). Weil diese Art der Darstellung dem Ungeübten beim
räumlichen
Verständnis ziemliche Mühe macht, sind bestimmte Karten
zusätzlich mit
Schummerung versehen. Dabei sind an den Bergen Schatten eingezeichnet
als würde
eine tiefstehende Sonne die Landschaft plastisch ausleuchten. Es gibt
aber auch
Karten zu kaufen bei denen die Höhenlinien weggelassen wurden, und
die
sind im
Gebirge ziemlich schlecht zu gebrauchen! „Würde
man die Schweiz ausrollen und flach walzen, wäre sie ein
großes Land
(Mark
Twain)“
Welche Karten sind
für den Reiter zu
empfehlen?
Zum
Planen:
-
Generalkarte
1:200.000: das ist die detailreichste Autokarte, wo die Gestalt der
Landschaft noch in groben Zügen erkennbar ist, und sogar manche
asphaltierten
Fahrwege und wichtige Höhenwege noch eingezeichnet sind
-
Topographische Übersichtskarte 1:200.000.

Topographische
Karte
1:25.000
© Hessisches Landesvermessungsamt
-
Topographische
Karte 1:50.000 (TK50) werden in flacheren Landschaften bevorzugt.
Die TK50
erhalten zur Unterscheidung von der TK25 ein „L“ im Namen
vorausgestellt, z.B.
L5714 Limburg a.d.L. Bei Wanderritten kann man grob davon ausgehen dass
man es
gut schafft pro Tag eine Karte 1:50.000 der Länge nach zu
durchreiten
(ca. 24km
Luftlinie), wenn man eine feste Richtung einschlägt und nicht
größere
sportliche Anforderungen stellt. Ist der Blattschnitt ungünstig,
benötigt man
allerdings mehr.

Topographische
Karte
1:50.000
© Hessisches Landesvermessungsamt
-
Spezialausgaben
der TK mit Wanderwegen, basierend auf den Top.Karten 1:25.000 oder
1:50.000. Dies sind heute die empfehlenswertesten da sie einen weiteren
Bereich
abdecken als die Normblätter mit ihrem oft ungünstigen
Blattschnitt,
und
zusätzliche wertvolle Informationen touristischen oder
kulturhistorischen
Interesses enthalten. Welche erhältlich sind erfährt man bei
den
jeweiligen
Landesvermessungsämtern (Buchhandel, Internet). Manche dieser
Karten
werden
auch von Wandervereinen, Zweckverbänden, Gemeindeämtern usw.
herausgegeben, und
in den Katalogen der Landesvermessung nicht geführt, obwohl sie
auf
demselben
Kartenmaterial basieren
-
Andere
Wanderkarten, die nicht auf Top.Karten beruhen. Diese sind am
anderen
Kartenbild erkennbar. Oft sind sie preiswerter aber selten besser
geeignet.
-
Topographische
Karten auf CD sind seit einigen Jahren, gesammelt nach
Bundesländern oder
Regionen, auch in CD-Form relativ preisgünstig erhältlich,
leider ohne
Wanderwege. Die CD’s enthalten eine Software zum Betrachten und
Arbeiten mit
den Karten. Da die Karten auf eingescannten Bitmap-Dateien
und keinem digitalen Modell beruhen, ist die Qualität
beim
Ausdruck
geringer als bei den Papierausgaben. Die Karten-CD’s der TK50 sind
meist
untereinander kompatibel (Programm der Firma Dornier-Aerospace).
Die
TK25-CD’s der Bundesländer sind
untereinander leider nicht kompatibel und bieten auch unterschiedliche
Features. Sehr brauchbar für Planungen von Wanderritten ist das
Programm Visor des Hessischen Landesvermessungsamts.
Alle diese Karten-CD’s enthalten zugleich Übersichtskarten
größeren
Maßstabs,
in denen die vom Benutzer angelegten Objekte (s.g. Overlay-Dateien)
erhalten
bleiben. Bestechend ist die einfache
Möglichkeit des Austauschs solcher Dateien (z.B. schöne
Reitwege) mit
anderen
Programmbenutzern.
Da es mit vertretbarem Aufwand unmöglich ist, die großen
Bitmap-Karten
in GPS
zu laden, sind die Karten-CD’s nur zum Planen aber (gegenwärtig)
nicht
zum
Reiten geeignet.
Desweiteren
gibt es:
-
historische
Karten (Nachdrucke der Landesvermessungsämter), um alte Wege
zu
rekonstruieren und wiederzufinden, und Landschaftsveränderungen zu
erkennen. Am
empfehlenswertesten sind hierbei die Karten um 1:100.000 aus der Zeit
von
1820-1900
-
Karten für reine Spezialzwecke, wie
Flurkarten und Grundkarte 1:5.000,
hydrographische Karten, Luftbildkarten, Digitales Datenmodell zum
Erstellen
eigener Karten (für den Privatanwender unerschwinglich) usw.
Orientierung
nach
Karte/
Wie fängt man an?
Man
beginnt mit dem Kauf einer Karte der heimatlichen Reit-Umgebung, am
besten die
genaueste Karte, nämlich 1:25.000. Die Karte wird zuerst genau am Schreibtisch studiert, wo kein Pferd die
Konzentration ablenkt. Man sucht zunächst den Stall/ Hof, versucht
wichtige
Punkte wiederzufinden die man schon angeritten hat, Wege zu
rekonstruieren.
Dabei bedient man sich zweckmäßigerweise der
Zeichenerklärung. Die
besten Wege
zum Reiten sind die unefestigten Feld- und Waldwege: In der TK25 mit zwei durchbrochenen Linien gezeichnet,
in der TK50 mit einer durchgezogenen
Linie (auf schwarzweißen Kartenkopien
leicht mit Gewässern, Hochspannungsleitungen, oder
Höhenlinien
verwechselbar).
Man wird sich wundern welch „unscheinbare“ Objekte alle in der Karte
verzeichnet sind, wie kleine Wegkreuze, Wasserbehälter, kleinste
Brücken,
einzeln stehende Gebäude und Scheunen usw. Je nachdem wie gut man
seine
Umgebung bereits kennt, macht man sich auf diese Weise mit der Karte
vertraut.
Man fängt am besten auch gleich damit an, Wege die man
wiedererkannt
hat mit
Bleistift zu markieren. Ausgehend von einer bekannten Strecke, die man
sicher
kennt, kann man nun probieren eine Abzweigung zu einem unbekannten Ziel
zu
planen. Diese neu geplante Strecke wird mit einem Kartenrädchen/
Kartenmesser (im Kartenhandel erhältlich) so exakt
wie möglich ausgemessen Die Strecke sollte nicht länger sein
als man
für
gewöhnlich reitet. Man sollte es sich nicht zu
schwer machen, also keine Straßenüberquerungen oder
durch
Industrieanlagen
durch die man sonst auch nicht reiten würde. Auf Wanderritten
kommt man
manchmal nicht darum herum, aber wir wollen ja erst das Kartelesen
lernen...
Nächster
Schritt:
Die
Karte am Pferd
Jetzt
haben wir die Karte am Pferd dabei. Weil es ziemlich umständlich
ist
die Karte
am Pferd immer wieder auf- und umzufalten (und sie dabei auch leicht
Schaden
nimmt, besonders bei schlechtem Wetter) haben wir sie gleich richtig
gefaltet
in eine Kartentasche aus durchsichtigem Vollkunststoff gesteckt die man
in
Wandergeschäften kaufen kann (z.B. Ortlieb-Kartentasche).
Natürlich
soll das Pferd beim Hantieren damit nicht nervös
werden
(besonders
bei Wind). Es wird es mit der Zeit aber lernen.
Wie
läuft’s?
Das
„Einnorden“ der Karte
Einnorden
heißt, ich drehe die Karte so wie die Landschaft vor mir
ausgebreitet
liegt.
Der Weg geradeaus zwischen den Ohren meines Pferdes führt auch auf
der
Karte
genau von mir weg. Die Karte halte ich jetzt wahrscheinlich etwas
komisch
verdreht, aber ich kann mir so am besten das Bild von Karte und
Landschaft in
Übereinstimmung bringen. Rechts ist rechts und links ist links,
auf der
Karte
wie in der Realität. Nur die Buchstaben und Schriften stehen jetzt
womöglich
schräg oder auf dem Kopf Nun ist es
nützlich zu wissen dass die Oberseite der Karte (oder der
Schriften)
mir jetzt
genau anzeigt, wo in der Natur Norden ist. Denn fast jede gute Karte
(und alle
topographischen) sind nach Norden
ausgerichtet.
Bin ich schon etwas geübter im Kartelesen, muss ich die Karten
nicht
mehr an
jedem Wegabzweig drehen und neu einnorden um mir ein Bild von der
Landschaft
und meinem weiteren Weg zu machen. Ich norde die Karte sozusagen
virtuell in
meinem Kopf ein. Nur wenn ich nach Süden reite (also „die Karte
herunter“)
stecke ich die Karte umgekehrt in die Kartentasche um rechts und links
bei
Abbiegungen nicht zu verwechseln.
Orientierungspunkte
verwenden
Das
Geradeausreiten ist ja noch einfach. Die Probleme fangen immer an den
Kreuzungen an. Wonach orientiere ich mich zuerst? Im Feld nach:
Deutlich
sichtbaren Objekten wie Gewässer und Berge,
Straßenkreuzungen,
Hochspannungsleitungen, Waldrändern und deren Verlauf, Wegzeichen
wie
Kreuze,
einzeln liegende Häuser, Scheunen, Gehöfte, Mühlen,
Hochhäuser oder
Industrieanlagen, weithin sichtbare Punkte wie Burgen, Türme,
Schornsteine usw.
In der „Feinorientierung“ zusätzlich nach dem Kreuzen von
Straßen,
Fahrwegen,
aber auch besondere Bodenformen, soweit sie in der Karte verzeichnet
sind
(Feld, Wiese und Weide, Hopfen und Gartenanpflanzungen, Ödland,
Heide
usw.)
Im Wald ist die Orientierung schwieriger wegen fehlender Aussicht. Die
üblichen
Karten unterscheiden meist nur nach Nadel- und Laubwald, und das ist
nicht
ausreichend. Soweit Berge, Talverläufe sowie Bäche nicht
erkennbar
sind, bleibt
nur, die Wege und markante Wegkreuzungen selbst als Orientierungspunkte
zu
nehmen.
Pflicht:
Überprüfen
des
richtigen Wegs
Solange
ich noch Anfänger bin, muss ich immer wieder überprüfen
ob ich noch
richtig
reite, indem ich die Karte mit der Realität vergleiche. Auch der
erfahrenste Rittführer
kann sich noch verreiten. Der große Unterschied zum Anfänger
ist, dass
er/sie
es nach wenigen 100m merkt dass er nicht mehr da reitet wo er
eigentlich
wollte, und entweder sofort umkehrt, oder umdisponiert. Der
Anfänger
merkt es
nicht, sondern reitet noch ein ganzes Stück weiter im Glauben die
Karte
ist
unrichtig oder ungenau, oder „es könnte
schon stimmen/ Mal sehen wo wir rauskommen“. Wenn er es dann
endlich merkt,
weiß er gar nicht mehr wo er ist! Der Rittführer der sich
auskennt,
erkennt mit
einem Blick auf die Karte ob er richtig ist oder nicht. Ist er
über
eine
Abbiegung hinausgeritten, überprüft er vielleicht ob ein
Parallelweg
ohne
bedeutenden Nachteil zum selben Ziel führt. Das ist meistens
besser als
umzukehren.
Besondere
Schwierigkeiten
Diese
sind z.B. ein langes Stück Weg ohne Geländestellen die genau
identifiziert
werden können, wie markante Kreuzungen, Bildstöcke,
Straßenübergänge
usw. –
typischerweise im Wald. Hier muss man lernen abzuschätzen wieviel Meter man in einem bestimmten Zeitabschnitt
zurücklegt.
Schritt:
ca.
6 km/h in 5 Min.: 500 m
auf
der TK25: 2 cm
Trab:
ca.
12 km/h in 5 Min.:
1000 m
auf
der TK25: 4 cm
Galopp:
ca.
20 km/h in 1 Min.:
350 m
auf
der TK25: 1,4 cm
Die
genannten Geschwindigkeiten und Zeiten sind natürlich nur ein
grober
Anhalt:
Man muß mit der Zeit lernen, die Geschwindigkeit seines Pferdes
in den
typischen „Arbeitsgängen“ selbst abzuschätzen...
Eine
andere Methode ist, Kreuzungen abzuzählen. Aber sehr oft kommt es
vor
dass ein
Querweg zugewachsen ist, man die Kreuzung nicht erkennt, oder sich
verzählt.
Dann ist es besser man nimmt zusätzliche Kartendetails in die
Kontrolle
mit
ein, wie z.B. Mulden im Gelände, Kurven des Weges, Winkel von
Kreuzungen usw.
Das benötigt schon ein klein wenig detektivischen Spürsinn,
erhöht aber
auch
den Spaß!
Ein
Hilfsmittel, das sehr nützlich ist um die Sicherheit der
Orientierung
zu
erhöhen, und den Weg unter schwierigen Umständen zu finden,
ist der Kompaß.
Außer in Gegenden in denen alle Wege schachbrettartig angelegt
sind,
ist er
eine große Hilfe.
Man könnte nun sagen, das ist alles technisch zu mühevoll,
und man kann
ja auch
umkehren oder jemanden fragen. Aber oft ist das auf einem längeren
Ritt
nicht
möglich und man will ja auch das Pferd nicht sinnlos ermüden.
Das Pferd
tut
sein Bestes den Reiter zu tragen (man hat es hoffentlich gut trainiert)
- da
sollte der Reiter auch sein bestes tun um den Ritt zu bestehen. Ein
Gelände-,
Wander- oder Distanzreiter der sich nicht zurechtfindet, bietet ein
unsportliches Bild. Sein Pferd wird bald mürrisch und ungehorsam
werden, und ob
des vielen Haltens und Hin-und-her-Reitens an den
Führungsqualitäten
seines
Reiters zweifeln, oder gar verzweifeln.
Nicht anders geht es der Reitergruppe eines untüchtigen
Rittführers.
Grobe
Anhaltspunkte
zur
Auswahl des Weges
Ich suche
immer den besten Weg, nicht den schnellsten. Sonst könnte ich ja
Auto
fahren.
Der beste Weg für den Geländereiter ist der auf
möglichst gutem Geläuf,
der
harmonisch mit der Landschaft verläuft, der noch flüssig zu
reiten ist,
und den
ich reiten darf. Also ständiges Abbiegen und den-Weg-wechseln
sollte
man
vermeiden. Jede Abbiegung erfordert Konzentration und kann Fehler
verursachen.
Außerdem ist der Weg vielleicht nicht in dem Zustand wie erhofft,
oder
auf der
Karte angegeben: man muss Schrittreiten oder sogar umkehren. Man
vermeidet auch
allzu oft Berge zu überqueren und dann wieder Täler, sondern
reitet
lieber
einen kleinen Umweg und der Topographie angemessen. Natürlich
versucht
man auch
große Straßen und Ansiedlungen, besonders aber Industrie-
und
Gewerbegebiete
usw. zu umgehen. Man wird oft feststellen dass oft nahe solcher Gebiete
Wege
nicht mehr in gutem Zustand sind. Oder es gibt Reitverbote und andere
unvorhergesehene, und nicht eingezeichnete Hindernisse. Dann muss man
sich so
gut es geht durchschlagen. In solche „Fallen“ zu laufen, kann auch dem
erfahrensten Rittführer noch passieren. Aber mit zunehmender
Erfahrung
wird man
lernen solche Problembereiche vorherzusehen.
Die
Kür:
Besondere
„Highlights“
Wer eine
unbekannte Strecke abreitet sollte sich ein markantes Ziel, und
möglichst auch
schöne Zwischenziele und Pausenpunkte setzen, plus Alternativen
für
ungeplante
Schwierigkeiten, Hindernisse oder Zwischenfälle. Geschichtlich
oder
kulturell
interessante Punkte die an der Strecke liegen darf man dabei nicht
aussparen.
Das macht den Ritt erholsam und zu einem einmaligen Erlebnis. Die
Streckenführung soll möglichst harmonisch und logisch
verlaufen. Sehr
selten
ist dies die kürzeste Strecke, oder liegt nahe der mit dem Lineal
gezogenen
Direktverbindung zwischen zwei Tageszielen. Eine solche Streckenplanung
erfordert viel Vorbereitung und Erfahrung und zeichnet den guten
Wanderrittführer am meisten aus.
Hinweis zum Copyright:
Autor Frank Mechelhoff
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