taunusreiter TAUNUSREITER
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Neu Dezember 2011
             

Am Start

Durch Rhön und Thüringer Wald

9 Tage Wanderreiten

Die Idee
Ich bekam kurzfristig ein paar Tage frei, das Pferd war fit, so beschloß ich, mal wieder einen längeren Ritt zu machen. Für ausführliche Vorbereitungen fehlte die Zeit, so beschloß ich, durch Rhön und Thüringer Wald zu reiten. Seit 1988 bin ich mehrmals mit dem Pferd durch die Rhön gewandert, so daß ich einige Routen, Quartiere, Wege, Schwierigkeiten kenne. Auch in Thüringen war ich - erstmals kurz nach der Grenzöffnung im April 1990 - schon mehrmals zu Pferde, und kenne es als vorzügliches Land für Reisen zu Pferd. 


Das Pferd
Meine Stute Ligeira, ein 11-jähriger Fjord-Araber, reite ich seit 4 Jahren. Ich habe sie schon auf vielen Wochenendtouren mitgehabt, ihr längster Wanderritt war bislang 4 Tage. Sie ist von mehreren Distanzritten in diesem Jahr in einer Top-Kondition. Ihre unleidliche Heftigkeit und ihr immenser Ehrgeiz lassen sich mittlerweile ganz gut kontrollieren, so daß ein längerer Ritt kein Risiko mehr bedeutet. Sie ist ein bestens ausgebildetes Geländepferd und scheut weder Bäche, Brücken, Verkehr oder sonstige Fährnisse. Durch viele Distanzritte, zum Teil über 80 km und mehr, ist sie in einer Top-Kondition.

Schondratal Die Ausrüstung
Ich verwende meine nahezu schon seit Jahrzehnten bewährte Ausrüstung. Der Deutsche Militärsattel ist nicht der bequemste für den Reiter, fürs Pferd ist er eine Wohltat. Als Unterlage ein dickes Kodelpad und eine Schweizer Armeedecke, 6-fach gefaltet, die auch als Eindeckung bei Schmuddelwetter dient. Packtaschen sind die original Wehrmachts-Satteltaschen, bei mir jedoch hinten befestigt, mit Edelstahl-Kochgeschirr, Schweizer Benzinkocher, einen Klappgrill, und Lebensmittelvorräte für 4 Tage. Die Packrolle (der ”Mantelsack”) enthält mehr als man ihr von außen ansieht: einen superleichten Daunenschlafsack, einen Goretex-Biwaksack, eine selbstaufblasbare Isoliermatte und noch Ersatzkleidung. Auch vorne habe ich Gepäck, nämlich 20 Meter Seil, auch einige Lebensmittel und Pferdeutensilien und einen schweren Regenponcho, den ich auch als Plane aufspannen kann. Außerdem den Futtersack, der täglich nachgefüllt wird. Alles in allem (ohne Futter) etwa 16-17 kg Gepäck, plus die 9,5 kg des Sattels.
Alles ist so verschnallt, daß nichts wackelt oder klappert, egal in welchem Tempo oder Gelände ich reite. Alles andere würde das Pferd beim Laufen behindern oder gar wund scheueren. Der Mantelsack ist, wie zu Wehrmachtszeiten, mit 5 starken Lederriemen verschnallt. Die Bepackung ist wirklich bombenfest, und ich kann sie in längeren Pausen ab 1 Std. komplett runternehmen und wieder draufpacken ohne viel umzupacken.
Ich habe das Ziel, alles nötige dabei zu haben, um so unabhängig wie möglich zu sein, eigentlich an jedem Platz übernachten zu können, wo es mir  und meinem Pferd gut gefällt. Da ist qualitativ hochwertige Ausrüstung ein wesentlicher Punkt. Bei aller Vollständigkeit habe ich nichts überflüssiges mit. Fast jedes Ding wird täglich gebraucht. Eigentlich räume ich in jedem Biwak die Taschen komplett aus und morgens wieder ein.

Der Start (7.Sept.’96)
Gräfendorf liegt am Fuße des Spessarts, an der Mündung des Schondratals in die Fränkische Saale. Hier komme ich nach 2 ¼-stündiger Fahrt durch Spessartwälder von Hößbach über alte Landstraßen an. Mein neuer Wagen zieht den Hänger auch über steilste Strecken kraftvoll hoch. Um 13.30 mittags starte ich bei sonnigem, aber etwas kühlem Wetter.
Ligeira geht freudig und in stolzer Haltung los. Sie freut sich, daß sie laufen darf, und schnaubt glücklich. Keine Probleme mit dem Gepäck, nichts klappert, nichts wackelt - Ligeira läuft gleich in vollendeter Balance.
Das sich kilometerweit nordwärts erstreckende Schondratal ist herrlich zu reiten. Schon nach kurzer Zeit gefällt mir der feste Kiesweg am Talhang nicht mehr, und ich zweige auf einen Schäferpfad in den Talgrund ab. Anfangs sogar noch als Wanderweg markiert, wird er immer schmaler und verschwindet zeitweilig. Mehrmals muß ich den recht breiten Bach durchqueren, was wegen des steilen Bachbetts gar nicht so einfach ist. Aber Ligeira ist vorsichtig und arbeitet konzentriert mit.
Wunderschön das Gelände um den Schrondrasteg. Einfach idyllisch. Um 15.20 erreichen wir das Bauerndorf Heiligkreuz (km13). Noch einmal die Talseite wechselnd, 1/2 Std. später, Heckmühle (km 17). Hier gibt es auch ein Gasthof. Das nachfolgende Stück gestaltet sich mühselig. Viel harter Boden, und als ich endlich vor Mühlhausen ins Tal hinabkomme, müssen wir wieder umdrehen weil wir nicht weiterkommen. Die Talhänge sind viel zu steil um einen Parallelweg zu suchen.
Um 16.45 mache ich bei Schmidtrain Rast (km 23), sattle ab und lasse Ligeira fressen.
Ich stärke mich ganz leidlich mit einer Brotzeit, das Pferd hat gutes Gras zu fressen. Um 17.45 reite ich weiter. Die Sonne ist schon tief gesunken; ich denke höchstens zwei Stunden Licht und Zeit zu reiten bleiben mir.
Sonnenuntergang an der Platzer Kuppe Ligeira läuft wieder etwas frischer; die Rast hat ihr gutgetan. Wir traben den Kiesweg zur Bundesstraße 27. Nach dem Aufstieg durch en Windbruchgebiet - der unbefestigte Weg ist kaum zu erahnen - erreichen wir die Höhe. Spessart-Sandstein weicht schwarzem Basalt. Endlich freies Feld: die Rhön!
Die Kuppen der Rhön grüßen über die Ebene bei Schönderling. Ein herrliches Fleckchen Erde. Über die Wiesen, dann in den Wald, um die Autobahn zu überqueren. Um 18.45 erreichen wir Singenrain (km 30), steigen ab zum Seifertshof, der schon im Schatten liegt - dort unfreundlicher Hund. Ich führe bergab und treibe Ligeira ein bisschen damit sie mehr auf den Weg achtet. Um 19.45 durchreiten wir Platz und sind wieder in der Sonne. Wir steigen noch etwas höher zur Platzer Kuppe, finden dort zu unserer Freude und Überraschung eine gefaßte Quelle, unweit davon einen Steinbruch mit gutem Futter und sattle in den letzten Strahlen der Sonne über den Kuppen der Rhön um 20.00 ab und beende nach 37km den heutigen Tag.
Ich genieße noch den Sonnenuntergang, mache ein Feuer und esse zu Abend (Trekkingmahlzeit: Rindfleisch mit Nudeln).
Sonntag, 8. Sept. '96 (2. Tag)
Obwohl es in der Nacht zeitweilig sternenklar war, ist es am Morgen stark bedeckt. Ligeira hat ihr Kraftfutter nicht ganz aufgefressen und das macht mir etwas Sorge. Um 6.30 wird es hell und ich stehe auf. Um 8.50 reite ich los. Obwohl der Himmel drohend dunkel ist, grandiose Fernsicht von der Platzer Kuppe über den ganzen Frankenwald und Thüringer Wald. Der Weg durch den Wald über die Schwarzen Berge ist recht hübsch, aber immer wieder stark ansteigend. Um kurz nach 10 wird der Berggasthof Kissinger Hütte erreicht (7km). Heute sind einige Wanderer unterwegs. Zum Guckaspaß fällt der Weg wieder ziemlich steil; zum Klosterkreuzberg geht es steil wieder hinauf. Zufällig treffe ich auf eine Gruppe Islandpferdereiter, die den gleichen Weg haben wie ich. Wir reiten ein Stück zusammen, aber ihr Tempo ist mir zu chaotisch. Kloster Kreuzberg bleibt links liegen, der Weg durch den Wald ist sehr schön.
Die Heideflächen des Arnsbergs und der Dammersfelder Rhön. Das Wetter sieht wenig vertrauenserweckend aus, aber es gibt nur kurzzeitig Sprühregen.
Platzer Kuppe
Stirnberg Ich mache einen kurzen Abstecher zum Osterberg, dann senkt sich der Weg ins Tal nach Frankenheim bei Bischofsheim (kurz vor 12, 18km). Auf der anderen Seite geht es bergauf zur Gibitzenhöhe, wo man eine herrliche Aussicht hat. Doch die Isi-Reiter haben mich wiedergefunden und nerven mein Pferd. Um 13.10 finde ich am Roten Moor eine Schutzhütte mit viel Gras drumherum und mache endlich Mittagsrast (km 25).
Um kurz vor 3 reite ich wieder ab. Das Wetter sieht nun besser aus, ab und zu schaut die Sonne aus den Wolken heraus, und so bleibt es auch für den Rest des Tages.
Der Weg führt hinauf zum Heidelstein (dort treffe ich unter 100 freundlichen Wanderern den einzigen Meckerer), dann wieder hinab.

Das folgende Stück, über die Schornhecke und den Stirnberg, ist das schönste des bisherigen Rittes. Wunderbar, die Aussicht aufs Ulstertal mit seinen malerischen Dörfern und den Kuppen der hessischen Rhön.
Am Schwarzen Moor entlang -anfangs entlang einer freudlosen Landstraße- überschreite ich bald die thüringische Grenze und erreiche entlang von Schafs- und Kuhweiden reitend um 17.15 Frankenheim (40 km).  Überall hier die charakteristischen Einfriedungen aus Haufen von Basaltsteinen. Ich frage nach Pferdehaltern um meinen Hafervorrat aufzufrischen, doch Fehlanzeige. Ebenso am Weidenhof und Rhönhaus.
Nun geht der Weg über den Ellenbogen und durch ein lauschiges Waldstück wieder hinab. Schließlich finde ich eine Quelle und beende den Ritt um 19.00 auf einer großen Wiese oberhalb Reichenhausen (47 km), wo viel Gras für Ligeira ist.
Gebaberg Montag, 9. Sept. '96 (3. Tag)
Ich genieße den Sonnenaufgang über der Hohen Geba, während ich frühstücke. Um 9.15 reite ich ab. Eine 3/4 Std. später bin ich, auf sehr schönem Wege bergab reitend, in Kaltenwestheim, wo ich wieder versuche Futter zu bekommen. Aber erfolglos. Doch sehr schön ist die Aussicht auf den Umpfen und die ganze umliegende Gegend. Eine halbe Stunde später, in Kaltennordheim, habe ich erst auf der Wiesenmühle Glück (10km). Die Bewohnerin ist Beauftragte für Wanderreitwege und Westernreiterin, hat natürlich Futter und manchen Tip für den weiteren Weg. Erst um 12.30 reite ich weiter - nach über 1 Stunde Pause.
Sehr steil von hier aus der Aufstieg auf den Umpfen doch dann komme ich gut voran. Eine grandiose Aussicht von einer Berghütte am Hahnberg. Dann steige ich durch den Klosterwald hinab, und wiederum durch Heidelandschaft nach Roßdorf (km 24), das ich gegen 14.30 erreiche.
Knapp 10 Min. später mache ich unterhalb der Stoffelskuppe Rast (km 26), wobei ich absattle und Brotzeit mache. Um 15.40 reite ich wieder ab.
Man hat mich vor der "Pleß" gewarnt. Früher waren hier die Russen, jetzt ist es ein deutscher Truppenübungsplatz. Zu meiner Überraschung führen Wanderwege hinauf. Jetzt schient die Sonne. Es ist eins der schönsten Waldgebiete überhaupt: Herrliche Buchen und Kiefern - alle Waldwege sind unbefestigt. Sandsteinformation kündigt die Nähe des Thüringerwaldes an. Einige herrliche Waldwiesen.
Unbeschadet erreichen wir das Pleßhaus, ein altes Steingebäude mit provisorischem Dach. Auch hinab kommen wir, wenngleich Schilder an einigen Stellen das Betreten des Waldes verbieten.
Leider ist die Ebene zwischen Kaltenborn und Übelroda wegen des großen dazwischenliegenden Schießplatzes unpassierbar - und wir müssen mehrmals Umwege reiten, und das Ende der Schießübungen abwarten. Um 17.30 erreiche ich Übelroda (37 km). Und immer noch an militärischen Ansiedlungen vorbei, um 18.15, Allendorf im Werratal, wo mächtig gebaut wird und viel Verkehr ist.
Nach Überschreiten der Werra kampiere ich um 19.00 auf einer Kuhwiese oberhalb einer Datschensiedlung. Wir sind beide sehr ermüdet. Dennoch bin ich froh, daß die Überquerung des Pleßgebirges gelungen ist, denn ein großer Umweg wäre die einzige Alternative gewesen. Und der Wald ist wirklich herrlich.
Kaum daß wir angekommen, geht ein kräftiger Schauer hernieder und ich sehe zu, daß ich die Plane aufspanne - es bleibt nicht der einzige. Dennoch liege ich leidlich gut und esse noch eine Suppe.
Das Pferd frißt nun endlich sein Kraftfutter (in der Pause wollte es nicht). Ligeira bleibt über Nacht mit dem Woilach eingedeckt und am Picket angebunden wie immer bisher, damit sie frei grasen kann, was wohl das wichtigste ist. So alle 2-3 Std. wache ich auf und kontrolliere das Seil und die Decke.
Rossberg

Pless
Rhödistel am Rossberg Di, 10. Sept. '96 (4.Tag)
Am Morgen ist es sehr neblig und das Abbauen  der Plane sorgt für einen verspäteten Abritt, erst um 9.35 Uhr. Der Weg über die Wagnerhöhe ist recht schön, und nach kurzem Ritt erreichen wir bei Gräfendorf-Nitzendorf die Ebene. Gleich am Ortseingang der Stall den man mir als möglichen Unterkunftsort beschrieben hat, den ich aber wegen meiner großen Müdigkeit gestern nicht mehr erreichen wollte. Die Pferde kommen wiehernd an den Zaun gesprungen als wir vorbeireiten aber Ligeira würdigt sie keines Blickes und geht selbstbewußt vorbei, obwohl sie seit zwei Tagen fast keine gesehen hat. Sie scheint mit der Reise zufrieden zu sein.

Es ist nun ein herrlicher Morgen; die Sonne vertreibt zusehends den Dunst. In Möhra (km 5,  Geburtsort Luthers) das ich um 10.20 erreiche, kaufe ich kurz ein und lasse das Pferd derweil fressen.

Über die Möhrschen Köpfe, und am Altenberger Teich vorbei, schon den Thüringer Wald ahnend, erreiche ich um 12.00 das reichlich verfallene Schloß Wilhelmsthal (km 14,5). Über den Lulluspfad komme ich um 12.30 zum Jagdschlößchen Hohe Sonne, km 18, am Rennsteig den nördlichsten Punkt meiner Strecke. Der Blick geht hinüber zur Eisenacher Wartburg, die ich bereits 1990 mit meinem Isländer Alex angeritten habe. Heute will ich mich damit begnügen, hier Mittag zu machen. Ich kann dabei draußen sitzen, das Pferd hat genug Gras zu fressen.


Das Team (ich kaufe Futter
                für Ligeira) Am Rennsteig-KM 14,5 beginne ich meinen Ritt entlang dieses mittelalterlichen Fernwanderwegs. anfangs ist er ziemlich hart (Sandstein), führt beständig bergauf, so ist schnelleres Tempo unmöglich. Dichter Buchen- und Fichtenwald verhindert jede Aussicht. Ab dem Glöckner wird es etwas flacher, doch nun wird es steinig, und ich muß Ligeira sehr an den Zügel stellen und mit den Schenkeln treiben, sonst stolpert sie über jedes Steinchen.
Am Dreiherrenstein mache ich an einem Waldwirtshaus um 16.00 Rast und Kaffeepause (km 32,5), und denke über den weiteren Weg nach. Der Rennsteig läßt sich gut an. Aber das Wetter ist nicht berauschend, es hat sich zugezogen und ist ziemlich windig, und ab und zu fallen ein paar Tropfen Regen. Auch hier hat Ligeira gutes Gras zu fressen.

Rennsteig

Um 16.55 machen wir uns weiter auf den Weg. Der Weg ist knüppelhart. Ligeira schmerzen die Steine trotz der Lederplatten unter den Vordereisen. Sie hat die breiten Fjordpferdhufe mit starken flachen Sohlen, und die Profileisen sind relativ dünn. Ich stelle mal wieder fest, daß in Ostdeutschland zwar weniger Wege befestigt sind -- aber wo sie es sind, sind sie so knochenhart, daß es pferdeschädigend ist, ohne excellenten Beschlag und Gleitschutz zu reiten. Letzteres vermisse ich etwas bei den Profileisen. Allerdings, die unbefestigten Wege sind viel schöner als im Westen. Es gibt sie noch, die unbefestigten Alleen - breite Pisten, die alle Mühsal wieder aufwiegen, und es gibt einfach mehr Platz und ungenutzte Flächen, und deshalb ist es zum Wanderreiten ein herrliches Land...
Der Weg zum Großen Inselsberg (917m) ist steil, ich führe den Sandsteinpfad hinauf. Auf der Ostseite geht es steil über Felsen hinunter - ich hätte besser den Asphaltweg genommen, der außen herumführt. Aber eine tolle Aussicht(17.45; km 36,5).
Die Schatten werden länger, ich will aber noch ein Stückchen reiten. Es gibt eine große Zahl Schutzhütten am Rennsteig - meist an Wegeskreuzungen mit genügend Gras gelegen - aber alle ohne Wasser. Wieder gibt es nur Schotter, erst ab Heuberg (km 39) wird der Rennsteig richtig schön. Wenig später, bei km43 (Dreiherrenstein am Haag) beende ich um 19.20 bei einer Jagdhütte auf einer kleinen Wiese den heutigen Ritt-Tag (47 km).
Mittwoch, 11. Sept. '96 (5.Tag)
Trotz morgendlicher Rasur schaffe ich es, früh aufzubrechen. Um 8.45 sind wir wieder auf dem Rennsteig. Schon nach 10 Min erreichen wir die Ebertswiese - ebenfalls gut biwakgeeignet. Bis zum Nesselberg, ein langes ebenes Stück - wir traben, Ligeira geht gut heute morgen. Ein weiterer Anstieg bei der Neuen Ausspanne und - sehr steil und hart - zum Sperrhügel (Rennsteig km 50). Über die Schmalkaldener Loibe (immerhin 880m hoch) können wir gut traben.

Das Stück östlich der Tambacher Straße beginnt zwar gut - später gibt es nur noch Schotter in all seinen trostlosen Variationen. Das Pferd mag nicht mehr laufen. Grenzadler (km 61) ist ein trauriger, unsagbar häßlicher Platz - Leistungszentrum ostdeutscher Wintersportler einst und jetzt.

Um 11.30 steige n wir hinab nach Oberhof (km 21) - ich kaufe u.a. 14 Pfd. Haferflocken ein - ich will gleich 3 Pfund verfüttern, aber Ligeira will sie weder trocken noch genäßt fressen!

Oberhof
Pause mit Sattel Um 12.30 verlasse ich Oberhof wieder - häßliche Hochhäuser und Hotelbauten allenthalben - aber dazwischen auch alte Häuschen mit Holzschindeln im typischen alten Stil. Ein paar davon sogar liebevoll restauriert.

Zum Großen Beerberg steigt es, aber nur mäßig. Das Gebiet ist recht schön - leider wird der Rennsteig ab hier ständig von einer Straße begleitet. Forsthaus Schmücke ist ein riesiges Busfahrer-Lokal - ganz im Gegensatz zur stillen Waldbaude am Dreiherrenstein gestern.
Um 13.35 erreiche ich den Mordfleck (km 33,5) und mache an der Schutzhütte Pause. Ich schwätze länger mit einem Fernwanderer der zufuß unterwegs ist und ebenfalls draußen übernachtet. Er läuft gen Norden und ich gebe ihm ein paar Tips. Bei Rennsteig-KM 74 endet dieser Teil der Reise und ich reite wieder westwärts.
Schon der erste Rennsteig-Nebenweg ist ein schöner Grasweg und Ligeira fängt spontan an zu galoppieren. 60 Rennsteig-Kilometer haben die Hufeisen derart verschlissen daß ich nun Sorge habe, überhaupt durchzukommen - Dank dem Schotter!
über Höhen südwärts, erreiche ich Stutenhaus, eine Berghotel inmitten herrlicher Wiesen (km 42). Ein schönes Fleckchen Erde - in der Nähe ein Pferdezuchtbetrieb (Hunter). Die Pferde stehen in der Nähe, aber Ligeira ist da wurst, sie rupft ihr Gras am Kinderspielplatz, während ich ein Bier trinke und eine neue Karte kaufe. Nach 1/2 Std. um 17.00 reite ich wieder.

Über den Adlersberg, mit kleiner Bewirtschaftung, die schon geschlossen ist, nach Hirschberg, das ich um 18.10 erreiche - trotz eines das Gelände sehr einnehmenden Steinbruchs (km 50).
Obwohl ich den Ritt hier gern beendet hätte muß ich Altendambach wieder verlassen, denn wegen zahlreicher Tiefbrunnen und künstlicher Entwässerung (vermutlich für die nahe Stadt Suhl) sind alle Niederungen ausgetrocknet. Wohl deshalb sind auch die Wiesen so merkwürdig versteppt und keine Landwirtschaft mehr rentabel.
So überquere ich die Höhe und mache den langen Steilabstieg Richtung Bischofsrod. Ich habe Glück: der Bach im Talgrund führt etwas Wasser, und ich finde zugleich eine Feldscheuer, sehr romantisch gelegen, mit viel Futter rundherum, und beende um 19.10 nach 55 km den langen Ritt.
Rennsteig Donnerstag, 12. Sept. '96 (6.Tag)
Die Nacht ist recht trocken und ruhig. Am Morgen allerdings setzt Regen ein, zunächst nur leicht. Ich hoffe das es sich etwas bessert und frühstücke zunächst reichlich - aber es regnet sich ein.

Ich muß trotzdem weiter und um 9.50 starte ich. Der Aufstieg zurück zur Altendambacher Höhe ist steil wie ein Drachenschlund. Oben angekommen, entpuppt sich der Höhenweg über den Schneeberg als reizlose Forststraße durch monotone Fichtenbestände. Das Geläuf ist dennoch besser wie ein Großteil  des Rennsteigs.

Um 12.20 erreiche ich in Wichtshausen das Tal (km 15), überquere wiederum eine Höhe, und um 13.05 erreiche ich Schwarza, ein recht hübscher Ort mit einem großen verfallenden Schloß (km 19). Der unaufhörliche Regen hat sowohl mich als auch das Pferd sehr zermürbt und so würde ich hier gern Mittag machen. Doch der Wirt des einzigen Gasthauses kann mir keinen Platz nennen wo ich mein Pferd in dem strömendem Regen unterstellen kann. Da verzichte ich lieber selbst aufs Essen. (Anscheinend müssen manche Wirte in den neuen Bundesländern erst noch lernen was Gastlichkeit bedeutet)
.
So verlasse ich Schwarza unbefriedigt, aber wie zum Trost läßt der Regen kurze Zeit etwas nach, während ich ein hübsches Tal, den Christeser Grund hinunterreite. Das Wiesental, von einem kleinen Sträßchen begleitet, ist wirklich malerisch und dies hebt meine Stimmung - auch Ligeira läuft wieder wesentlich besser, stellt die Ohren vor und stolpert nicht mehr so vor sich hin.

Kehlmühle Um 14.20 mache ich an einer der für den Thüringerwald so typischen dreieckigen Hütten Rast (km 25), lasse Ligeira auf einer Kuhkoppel mit aufgelegtem Poncho und Decke fressen - und koche mir einen Teller Nudeln und Kaffee dazu auf dem Spirituskocher. So komme ich doch noch zu einer warmen Mahlzeit - als wohlausgerüsteter Reisender zu Pferd ist man doch nie der Gefahr zu Verhungern ausgesetzt...
Es regnet pausenlos - mal schwächer, mal stärker. Um 15.45 reite ich wieder ab. Zunächst vermute ich auf der falschen Bachseite zu sein und kehre wieder um. Im Tal ist alles eingezäunt, ein Überqueren der Wiesen unmöglich.
Bei der Dorfstelle Dolmar beginnt wieder ein langer, schrecklich gepflasterter Weg, in meiner alten Karte (Karte des Deutschen Reichs 1:100.000, Stand 1939, genauere gab es kurz nach der Wende noch nicht) noch als Straße eingetragen. Ein wahrer Knochenbrecher - ich muß führen weil Ligeira nicht laufen mag. Waren die Straßen früher alle so schlimm?

Doch plötzlich endet der Regen. Ich komme in den Wallbacher Grund und habe Glück in den Wiesen reiten zu können. Sofort läuft das Pferd wieder - wir galoppieren sogar. Der Talgrund ist wunderbar, wenn auch viele Hochsitze stören (sie sind noch unüblich hierzulande).
Die Kehlmühle ist sichtbar seit Jahren verlassen. Obwohl ich noch ein kurzes Stück das Tal weiter auskundschafte, beende ich hier nach 33 km Strecke um 17.45 den Ritt - nun bei Sonnenschein. Das Fachwerk ist im guten Zustand, das Innere des in wunderbarer Einzellage gelegenen Gehöfts völlig ausgeräumt. Im 1.Stock ist ein Raum mit schöner verandaartiger Aussicht, von dessen Außenwand nur noch das Fachwerk steht. Hier habe ich Blick auf die Wiesen, das grasende Pferd, und höre den Wildbach vorüberrauschen. Die Nacht bleibt zwar nicht trocken aber als pflichtbewußter Wanderreiter stapfe ich barfüßig - damit die Stiefel trocknen können - durch die nassen Wiesen, um die Decke aufzulegen und das Seil zu kontrollieren.
Das Team Freitag, 13. Sept. '96 (7.Tag)
Um 9.15 reite ich los - weiter den Wallbacher Grund hinab. Ab der Oberwallbachsmühle ist der Weg wieder leicht geschottert, aber angenehm reitbar. Nachdem ich gestern abend Ligeiras Ledersohlen innen ausgeschnitten habe, läuft sie nun viel besser auf hartem Boden. Es hatten sich Steinchen darunter festgesetzt und Druck verursacht. Und ich dachte schon darüber nach den Ritt abbrechen zu müssen.
Das Tal ist recht hübsch und zieht sich lang hin, ich trabe ein gutes Stück, Ligeira läuft wieder klar, und wir erreichen um 9.55 Wallbach, kurz später den Georgshof (km 6).
Dessen Besitzer treffe ich auch an; Ligeira bekommt Hafer und kommt in eine Box - ich unterhalte mich mit dem Manne der mir unter anderem die Geschichte der verlassenen Mühle erzählt auf der er geboren ist.
In Walldorf reite ich noch zum einkaufen. Um 12.30 verlasse ich den Ort wieder, durch die Felder nach Rippershausen, dann durch Wald und teils entlang einer Straße nach Stepfershausen, von wo man eine Aussicht auf die wolkenverhangene Hohe Geba hat. Es regnet noch immer, zwar nicht ununterbrochen wie gestern aber den ganzen Tag immer wieder.
Auf sehr steilem Pfad erreichen wir die Geba, durchqueren ein trauriges ehemaliges Russenlager und den verschlafenen Ort Geba. Um 14.20 mache ich auf der Höhe an einer kleinen Hütte Rast, lasse das Pferd fressen und esse selbst ein paar Brote (km 22). Um 15.45 sattle ich wieder und reite ab. Vielleicht der schönste Ausblick der Rhön.
Auf der Hohen Löhr scheut Ligeira vor einem Schäfer mit Hund und Moped, der sich nach dem Woher und Wohin erkundigt. Auch er ist nicht glücklich über das Wetter. Immerhin gibt es ein paar schöne Ausblicke mit Sonne - schöner als gestern.
Nach den langen steilen Abstieg durchquere ich Wohlmutshausen, um 17.00 Gerthausen (km 28) und Schafhausen - lauter kleine Rhöndörfchen. Ein gutes Stück reite ich parallel zur Straße an Wiesenrändern - es geht ganz gut. Von Schafhausen nach Melpers zur ehemaligen Grenze. Auch dieser Weg durch die Wiesen ist recht schön und weil der Regen mal eine Pause macht, reiten wir auch Tempo.  Hier stand ich 1990 mit dem Pferd am deutsch-deutschen Grenzübergang und diskutierte im strömendem Regen mit den westdeutschen Zöllnern, die uns nicht wieder ins Land lassen wollten, weil den Pferden angeblich ein Papier fehlte!

Über Huflar reite ich ins bayrische Leubach (39 km), das ich um 18.30 erreiche. Etwa eine Viertelstunde später bekomme ich Quartier in einem Reitstall und Aufzuchtbetrieb.

Abstieg von der
                  Geba

Samstag, 14. Sept. '96 (8. Tag)
Die langen Gespräche mit den Gastleuten lassen mich am Abend erst um kurz vor 10 zur Ruhe kommen (üblicherweise schlafe ich bereits um 9 Uhr!) - und ohne warme Mahlzeit, was mich im kalten Stall richtig frieren läßt. Obendrein sind am nächsten Morgen Schuhwerk, Hose und Woilach ebenso klamm wie am Abend zuvor.

Aber das Pferd scheint sich in der Box gut erholt zu haben. Das längere Frühstück läßt mich erst um 10.30 in Leubach abreiten.

Nach dem steilen Aufstieg zur Sennhütte ist der Weg recht schmal und winkelig, aber eben, sodaß ich gut vorankomme und traben kann. Einige schmale Holzstege über Sumpfstellen flößen Ligeira Furcht ein und wären unpassierbar für Großpferde. Der Weg östlich ums Schwarze Moor herum ist schöner als der westliche.

Interessanerweise sind im Naturschutzgebiet "Lange Rhön" die Fußgänger auf markierte Wanderwege verbannt und etliche Fahrwege für diese gesperrt - vermutlich mit Ausnahme der Berufsnaturschützer und Jäger!

Um 12.00 reite ich an der Thüringer Hütte vorbei (km 10). Ligeira stolpert viel und ich muß sie stärker am Zügel reiten, was zur Folge hat dass sie sich auf dem Weg zum Steinernen Haus, das ich um 13.00 erreiche (km 15), vorn rechts ein Eisen abtritt. Ich reite ein Stück zurück, finde es wieder, und leihe mir in der kleinen bewirtschafteten Hütte Hammer und Zange um es wieder zu befestigen. Unter Verzichtleistung auf ohnehin schon ausgeschnittene Lederplatte gewinne ich die nötige Freiheit um die alten Nägel wiederzuverwenden, die ich zuvor auf einem Stein geradegerichtet habe. Beim nächsten Mal sollte ich wohl wenigstens Hufnägel mitnehmen! (Das so befestigte Eisen hält problemlos bis zum Ziel und leistet mir erstaunlicherweise sogar zuhause eine Weile noch seine Dienste!)
Das Wetter ist heute wolkenverhangen, aber es scheint trockenbleiben zu wollen und manchmal schaut sogar kurz die Sonne hervor. Der Weg durch die Schwarzbach ist sehr steinig, aber schön. An der Gibitzenhöhe komme ich an die Strecke vom Hinweg, und Ligeira biegt mit tödliche Sicherheit an der Kreuzung links ein, die wir vor 6 Tagen passiert haben. Ich bin zunächst überzeugt daß wir noch ein Stück weiterreiten müssen aber sie hat Recht. Toll was dieses Pferd für ein Orientierungssinn und Engagement einbringt.
Am Eisgraben

Elsbach Um 16.15 durchreiten wir Frankenheim bei Bischofsheim (km 26). Dann der Aufstieg zum Arnsberg. Ligeira will nun nach Hause, strebt munter vorwärts. Kurz hinter dem Steinernen Haus hat sie sich auf einem Steinweg vertreten und einige Schritte gelahmt, was aber schnell besser wurde. Vermutlich wieder eine Hufprellung, denn am Bein ist nichts dick oder warm. Auf hartem Boden schont sie im Trab etwas (mal schwächer, mal stärker) - auf weichem Boden geht sie gut, und so reite ich so vorsichtig wie möglich, laufe auch mehr zufuß und habe das Tempo zurückgenommen.
Am Arnsberg lasse ich sie noch 20 Min grasen. Um 17.45 erreichen wir den Guckaspaß, 20 Min später auf dem Berg die Kissinger Hütte (km 36). Wunderbar die  Buchen- und Ahornwälder in diesem Teil der Rhön. Nördlicher gibt es nur Fichten. Denselben Weg wie auf dem Hinweg reitend sind wir um 19.05 auf dem Steinbruch an der Platzer Kuppe und beenden dort den heutigen Ritt (43 km).
Noch einmal grüßt die Abendsonne über die Kuppen der bayrischen Rhön, werfe ich einen Blick zurück auf Thüringer Rhön und Thüringerwald. Da bald Wolken aufziehen, spanne ich die Plane auf. Es regnet nur leicht. Ich esse einen Eintopf und das treue Pferd bekommt den Hafer den es seit der Werra mit sich trägt.
9. und letzter Tag (Sonntag, 15. Sept. 1996)
Um 9.15 brechen wir auf. Ich führe in den Ort Platz und ins Tal hinab. Das Wetter ist mal wieder stark bewölkt, aber es regnet nicht. Die Kegel der bayrischen Rhön sind wolkenverhangen. Zu meiner großen Erleichterung läuft Ligeira wieder frisch und ohne jedes Zeichen von Unregelmäßigkeit. Gottseidank!
Um 10.15 erreichen wir Singenrain (km 7). Der  Weg durch den großen Neuwirtshäuser Forst beginnt damit, daß ich Wege suche, die in der Karte verzeichnet, aber mit Bäumchen zugewachsen sind. Auf einem unbefestigten Stück der mittelalterlichen Neuwirtshäuser Straße komme ich ab und verirre mich in gefährlichen Moorwiesen - obwohl ich genau nach Kompaß reite. Endlich steige ich ab, Ligeira durch den Modder führend. Eine unangenehme, gefährliche Situation.
Als ich den befestigten Weg erreiche, läßt die Standortbestimmung keinen anderen Schluß zu, als daß wir fast 1km zu weit abgekommen sind. Die Neuwirtshäuser Straße entpuppt sich als harmlose gekieste Forststraße, am Ende sogar mit Asphalt.
Trotz dieser Verzögerungen erreiche ich um 11.45 Neuwirtshaus (km 16). Über Schwärzelbach komme ich nach Völkersleier, wo ich im Gasthof Zum Hirschen von 12.30 bis 13.30 Mittag mache (km 22). Das Pferd wird an einer Scheune abgestellt und darf Gras fressen.
Als ich den Ort verlassen will, geht ein Schauer hernieder und ich stelle mich unter einer kräftigen Buche unter. Dann ziehen die Regenwolken südwärts weiter und ich folge vorsichtig in die gleiche Richtung.


Nach kurzem Ritt erreiche ich das Dorf Dittlofsroda. Hier spricht mich ein Pferdehalter aus seinem kleinen Suzuki-Geländewagen an, will einiges über meinen Ritt wissen, lädt mich am Ende ein, mal bei ihm vorbeizukommen, wenn ich mal wieder in die Gegend komme.
Schafherde
Es geht noch ein schönes Tal hinab, zur Fränkischen Saale. Um 15.00 bin ich wieder in Gräfendorf (30 km), wo mein Auto und der Pferdehänger warten. Ein paarmal läßt sich noch die Sonnen sehen. Als ich verlade beginnt es wieder zu regnen. Doch nun stört es nicht mehr - ich fahre nach Hause, das Pferd steht eingedeckt im Hänger und kann Heu fressen. Ein wunderbarer Ritt ist zuende. Und nach vier Tagen Erholung zuhause fahren wir 200km auf einen Distanzritt nach Trendelburg, und Ligeira geht die 73km in knapp unter 5 Stunden (Tempo 4) und wir belegen Platz 2! Gibitzenhöhe
 Rotes Moor

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Wanderritt 2000 wieder in dieser Gegend
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© Frank Mechelhoff